Garmin Forerunner 255 Test – Von der GPS Laufuhr zur perfekten Multisport Smarwatch

Der Garmin Forerunner 255 hat sich im Vergleich zum Vorgängermodell von der GPS-Laufuhr zur Multisport-Smartwatch weiterentwickelt. Dazu spendierte der Hersteller einige völlig neue und sehr interessante Features. Ich habe die Uhr inzwischen ausführlich getestet und hier sind meine Erfahrungen nachzulesen.

Das Garmin Forerunner 255 ist der Nachfolger zum FR 245, der zwar zu den beliebtesten Modellen des Herstellers gehörte, aber inzwischen doch schon ein wenig in die Jahre gekommen ist.

Inhaltsverzeichnis

Und da es doch eine ganze Weile dauerte, bis der neue Forerunner 255 vorgestellt wurde, hat Garmin vielleicht als kleine Wiedergutmachung die Uhr mit vielen zum Teil ganz neuen Funktionen ausgestattet. Doch bevor wir uns die Details ansehen, kurz noch ein Vergleich des neuen und alten Forerunners.

Vergleich – Garmin FR 255 und FR 245

Garmin
Forerunner 245
Garmin
Forerunner 255
Garmin
Forerunner 255 s
Abmessungen42,3 x 42,3 x 12,245,6 x 45,6 x 12,941,0 x 41,0 x 12,4
Gewicht38,5 g49 g39 g
DisplayFarb -MIP-Display
1,2″ 240 x 240 px
Gorilla Glas
Farb -MIP-Display
1,3″ 260 x 260 px
Gorilla Glas
Farb -MIP-Display
1,1″ 218 x 218 px
Gorilla Glas
Wasserdicht
Akku
Smartwatch Modus7 Tage14 Tage12 Tage
GNSS mit GPS24 Std ( nur GPS)30 Std.26 Std.
GNSS alle System25 Std.20 Std.
GNSS alle Systeme/ Musik6,5 Std. 5,5 Std.
GNSS alle Systeme/ Multiband16 Std. 13 Std.
GPS,GLONASS, Galileo
Multiband GNSS
SensorenHerzfrequenz
Beschleunigungsmesser
Pulsoximeter
Kompass
Herzfrequenz
Beschleunigungsmesser
Pulsoximeter
Kompass
Barometer
Gyroskop
Thermometer
Herzfrequenz
Beschleunigungsmesser
Pulsoximeter
Kompass
Barometer
Gyroskop
Thermometer
Garmin Connect Integration
Garmin Pay
Musik
(in der Musikversion)

(in der Musikversion)

(in der Musikversion)
Farbengrau
merlot
schwarz
weiß
aquamarin
dunkelblau/ schwarz
schiefergrau/schwarz
steinweiss/schwarz
schwarz
Hellgrau
light pink
steinweiss/schwarz
schwarz

Anhand der technischen Spezifikation lässt sich bereits erkennen, daß sich beim FR 255 Einiges getan hat. Die neue Uhr ist größer und schwerer als der Vorgänger. Kann daher auch einen etwas größeren Display anbieten und hat mehr Platz für eine wesentlich stärkeren Akku.

Dazu kommen noch einige Sensoren und ein verbesserte Streckenmessung und Standortermittlung – doch dazu später etwas mehr.

Was ist neu am Garmin Forerunner 255?

Neben einigen technischen Veränderungen kann die Uhr noch eine ganze Reihe an neuen Features anbieten, die nicht gleich am ersten Blick erkennbar sind. Hier ein Auszug der wichtigsten Neuerungen

  • Zwei Größen (46 mm und 41 mm)
  • Modelle jeweils mit oder ohne integrierten Musikplayer
  • Verbesserte Herzfrequenzmessung durch neuen Sensor (Garmin Elevate Gen. 4)
  • Verbesserte Streckenmessung und Standortermittlung durch GNSS mit Multiband
  • Barometer
  • Gyroskop
  • Thermometer
  • NFC
  • verbesserte Akkulaufzeiten
  • Morgenbericht
  • HRV Status
  • Wettkampf Widget
  • Laufleistung mit Brustgurt
  • Optimierte Trainingsanalyse
  • Etagenzähler
  • Health SnapShot
  • Atemfrequenz
  • verbesserte Schlafüberwachung
  • Sportprofile für Kraftraining und HIIT mit animierten Übungen und Workouts
  • Routenplanung und Navigation
  • Spezielle Funktionen für Radfahren und Schwimmen
  • Garmin Pay

Mit einem Wort es gibt eine ganze Menge zu besprechen

DISCLAIMER: Das Produkt wurde mir weder durch den Hersteller noch durch einen Händler zur Verfügung gestellt, sondern von mir selbst gekauft und befindet sich in meinem Besitz. Daher wurde dieser Testbericht ohne jegliche Auflagen oder Vorgaben verfasst und spiegelt meine persönlichen Erfahrung und Meidung wider.

HINWEIS: Ich habe mich für den Garmin Forerunner 255 ohne Musikfunktion entschieden und dieses Modell wird auch diesem Testbericht beschrieben.

Design und Display

Wie schon oben im Vergleich ersichtlich, ist der Garmin Forerunner 255 in zwei Größen (46mm und 41 mm) und in zwei Varianten, nämlich mit und ohne Musikplayer erhältlich. Mit den unterschiedlichen Dimension versucht man sowohl eine attraktive Damen Smartwatch, wie auch eine passende Herren Smartwatch anzubieten.

Ansonsten hat sich vom Optischen her wenig verändert. Wieder setzt man auf ein robustes Polymergehäuse, das seitlich fünf Tasten zur Bedienung anbietet. Die dazugehörigen Armbänder sind aus weichen Silikon (Stegbreite 20 mm ) und wie für Garmin inzwischen typisch, mittels Schnellwechsel-Verschluss leicht tauschbar.

Da ich kein großer Freund der Silikonarmbänder bin habe ich mir gleich ein elastisches Nylon Armband* zugelegt, das sich meines Erachtens wesentlich angenehmer trägt.

Beim Display gibt es leider für Manche vielleicht eine kleine Enttäuschung. Im Vorfeld wurde oft darüber spekuliert, daß der FR 255 möglicherweise mit einem farbigen AMOLED-Touch-Display ausgerüstet wird. Ähnlich wie wir es bereits von der Venu 2 oder Epix 2 kennen.

Leider hat man sich aber für das herkömmliche farbige MIP-Display entschieden, das zwar bei allen Lichtverhältnissen sehr gut abzulesen, aber bei Weitem nicht so spektakulär ist.

Ich selbst habe das Touch Display in den letzten Wochen aber nicht vermisst. Sicher war es eine kleine Umstellung eine Smartwatch wieder nur über die Tasten zu bedienen, aber schon nach wenigen Stunden fühlte es ich für mich völlig normal an.

Insgesamt sieht man dem Forerunner an, daß er primär eine Sportuhr ist und erst dann eine Smartwatch für den täglichen Gebrauch. Doch sehe ich keinen Grund, die Uhr nicht auch im Alltag oder im Job tragen zu können.

Obwohl das Display mit einem Corning® Gorilla® Glas 3 geschützt ist, habe ich trotzdem noch eine passende Displayschutzfolie* darüber geklebt.

Garmin Forerunner 255 46mm
Garmin Forerunner 255 46mm (Bildquelle Garmin)
Garmin Forerunner 255 41 mm
Garmin Forerunner 255 41 mm (Bildquelle Garmin)

Akku

Auch bei der Energieversorgung hat Garmin den FR 255 runderneuert. Diesbezüglich kursierten Gerüchte, daß die Uhr ähnlich wie der Forerunner 955 oder die Fenix 7 mit einer Solarfunktion ausgestattet sein könnte.

Diese Vermutung hat sich schlussendlich nicht bewahrheitet, wobei ich das Fehlen dieses Features nicht als Nachteil sehe. Einerseits ist die Sinnhaftigkeit und Notwendigkeit der Solarfunktion in unseren Breiten mehr als fraglich. Andererseits bringt eine zusätzliche Energiequelle nur bei mehrtägigen Aktivitäten wie beispielsweise Wanderungen einen Vorteil und dafür wurde der Forerunner 255 nicht konzipiert.

Ohne die genaue Akkukapazität zu nennen, zeigen die vom Hersteller angegeben Laufzeiten jedoch, daß die Uhr wesentlich ausdauernder ist als ihr Vorgänger. Das ist insofern bemerkenswert, weil das neue Modell deutlich mehr Technik mit an Bord hat, weshalb der Stromverbrauch insgesamt auch höher sein dürfte.

Ich habe die Uhr wie folgt genutzt

  • Smartwatch wurde permanent getragen
  • Pulsmessung dauerhaft aktiviert
  • SpO2 Messung während der Nachtruhe aktiviert
  • Während Outdoor Trainings abwechselnd die GPS Modi „alle Satellitensysteme“ und „Multiband“ verwendet
  • rund 5 mal die Woche diverse Aktivitäten Outdoor und Indoor von jeweils 60 – 90 Minuten aufgezeichnet
  • Benachrichtigungen aktiviert
  • Display Hellligkeit 50% Aktivierung mit Geste

Bei dieser Nutzungsintensität hielt der Akku im Testzeitraum mindestens 7 Tage durch. Eine Akkulaufzeit mit der ich absolut zufrieden war. Vor allem, weil die Uhr in der Regel in rund 90 Minuten wieder voll aufgeladen ist.

Aktivitäten und Gesundheit

Was die Aufzeichnung alltäglicher Aktivitäten angeht, gibt es nicht viel Neues zu berichten. So kommt die für Garmin typische Palette an Funktionen zum Einsatz.

Was die Schlafüberwachung angeht, wurde dem FR 255 nun auch das erweiterte Schlaftracking mit Sleep Score und diversen Insights spendiert. Hier hat man also gleichgezogen mit anderen Uhren aus der Venu oder Fenix Reihe.

Beim Thema Gesundheit sind bewährte Metriken wie beispielsweise die SpO2-Messung, die Body Battery oder auch das ganztägige Stress Tracking ebenfalls mit an Bord.

Auch den Health Snap Shot hat man von anderen Garmin Uhren übernommen. Mit dieser Funktion kannst Du sozusagen einen Schnappschuss zu den wichtigsten Vitaldaten machen. Konkret wird im Rahmen einer 2 minütigen Messung die aktuellen Werte zu Herzfrequenz, Herzfrequenzvariabilität, Blutsauerstoffsättigung, Atemfrequenz und Stress ermittelt. Anders formuliert ist es ein Tool, das Dir zeigt, wie wohl Du Dich momentan fühlst.

Morgenbericht

Eine komplett neue Funktion die erst mit den beiden Forerunner 255 und 955 Modellen vorgestellt wurde ist der Morgenbericht. Dabei handelt es sich um ein kleines Tool, das Dir direkt nach dem Aufwachen verschiedenen wichtige Informationen einblendet.

  • Schlaf Score
  • HRV Status
  • Body Battery
  • Schritte und Schrittziel
  • Intensitätsminuten
  • täglicher Trainingsvorschlag
  • Wetter
  • Kalender
  • Daten zur Frauen Gesundheit

Mit dem Morgenreport erfährst Du also wie erholsam die vergangene Nachtruhe war, welches Training Du optimalerweise absolvieren solltest, wie das Wetter wird und welche Termine für den heutigen Tag anstehen. Mir hat das kleine Tool sehr gefallen und ich habe es mir an keinen Morgen nehmen lassen, durch die verschiedenen Daten und Infos durch zu scrollen.

HRV Status

Die Messung der Herzfrequenzvariabilität hat im professionellen Training schon seit längerer Zeit eine wesentliche Bedeutung und zuletzt wurde dieser Messwert auch für Hobbysportler immer wichtiger. Garmin hat gemeinsam mit Firstbeat dieser Entwicklung Rechnung getragen und daher schon in der Vergangenheit Features wie die Body Battery oder Health Snap Shot vorgestellt.

Jedoch liefert der Health Snap Shot nur eine Momentaufnahme zu Deinem aktuellen Wohlbefinden. Die Body Battery wiederum zeigt Dir anhand der aufgezeichneten Daten zu Schlaf, Herzfrequenz und Herzfrequenzvariabilität wie gut Du Dich während Deiner Nachtruhe erholt hast und wie es im Laufe des Tages um Deinen Energiereserven steht. Das passiert jedoch in einer eher generellen Weise und nicht zwangsläufig in Bezug auf Dein Training.

So reichten ein paar Stunden zu wenig Schlaf oder ein paar Gläser Alkohol am Abend und die Messwerte der Body Battery rasselten in den Keller. Diese Daten ließen die Interpretation zu, daß man an solchen Tagen vielleicht nicht trainieren sollte.

Deshalb kam es für Garmin Nutzer in der Vergangenheit immer wieder zu widersprüchlichen Situationen, in denen Body Battery einen schlechten Erholungszustand anzeigte, gleichzeitig über den Trainingszustand eine intensive Aktivität im aneroben Bereich empfohlen wurde.

Um dieses Problem zu beheben und dem Nutzer klar verständliche Tipps zum Training zu geben, wurde der HRV Status entwickelt.

Bei diesem neuen Feature wird die Herzfrequenzvariabilität die gesamte Nacht gemessen und mit historischen Daten verglichen. Durch diesen Vergleich mit Messwerten aus der Vergangenheit werden Information zu Deinen Wohlbefinden und zu der Frage ob und wie hart Du trainieren solltest, wesentlich präziser.

Es ist nämlich so, daß eine schlecht geschlafene Nacht, eine ausgelassene Feier oder ein besonders stressiger Tag keine großen Auswirkungen auf die HRV hat und schon gar kein Grund ist, ein Training oder eine Aktivität auszulassen.

Um hier wirklich aussagekräftige Messwerte zu erhalten, musst Du die Uhr rund drei Wochen tragen. In den ersten 14 Tagen werden zuerst nur einmal Daten gesammelt um eine Basis zu bilden. Im nächsten Schritt werden weiterhin Messwerte aufgezeichnet, aber bereits mit den schon vorhandenen Daten verglichen. Erst dann bekommst Du das erste Mal Deinen HRV Status geliefert.

Im Wesentlichen beinhaltet der Bericht eine von vier Grundaussagen – Niedrig, Unausgeglichen (niedrig), Ausgewogen oder Unausgeglichen (hoch). Damit Du aber mit diesen Informationen nicht komplett ratlos dastehst, liefert der Bericht auch Gründe, weshalb ein bestimmter Status ermittelt wurde.

Der HRV Status wird – weil es sich um einen sportspezifischen Wert handelt – auch im Trainingszustand berücksichtigt. Doch dazu später etwas mehr.

Hier noch diverse Screenshots aus der Garmin App zu Aktivitäten und Gesundheit

Sport und Training

Garmin hat den Forerunner 255 in vielerlei Hinsicht massiv aufgerüstet. Zählte der Vorgänger noch zu den typischen GPS-Laufuhren, ist das neue Modell eine echte Multisport Uhr. Entsprechend umfassend ist die dazugehörige Ausstattung.

Das beginnt bereits mit einer großen Auswahl an verfügbaren Sportprofilen. Mit über 30 verschiedenen Sportmodi werden alle gängigen und beliebten Aktivitäten abgedeckt.

  • Laufen
  • Laufbahn
  • Laufband
  • Hallenbahn
  • Trail Run
  • Gehen
  • Wandern
  • Radfahren
  • Radfahren Indoor
  • Mountainbike
  • E-Bike
  • E-Mountainbike
  • Schwimmbad
  • Freiwasser
  • Triathlon
  • Multisport
  • Ultra Run
  • Virtual Run
  • HIIT
  • Cross Training
  • Stepper
  • Cardio
  • Krafttraining
  • Rudern
  • Indoor Rudern
  • Yoga
  • Pilates
  • Skifahren
  • Snowboard
  • Langlauf
  • SUP
  • Sonstige

Besonders hervorheben möchte ich dabei die Sportprofile Krafttraining und HITT, weil es aktuell keinen anderen Anbieter am Markt gibt, der so viele nützliche Funktionen für beide Aktivitäten anbietet.

  • So kannst Du in beiden Sportmodi die Trainingsansichten selbst konfigurieren und damit bestimmen welche Daten während dem Workout angezeigt werden sollen
  • Weiters werden für beide Aktivitäten zahlreiche fertige Trainingsprogramme angeboten, die in der Garmin Connect App zur Auswahl stehen und mittels Synchronisation auf die Uhr übertragen werden. In jedem Workout gibt es dazu auch noch eine animierte Übungsanleitungen.
  • Für HIIT gibt es eine eigenen Timer Funktion, mit der sich verschiedenen Trainingsformen wie AMRAP (As Many Repetitions As Possible/ so viele Wiederholungen wie möglich), ENOM (every Minute on the Minute) und TABATA mit allen Übungen und Intervallen bequem aufzeichnen lassen.
  • Für Krafttraining stehen Features wie automatische Übungserkennung, Wiederholungszähler, Auto Satzzähler und Gewichtseingabe zur Verfügung. Außerdem wird anhand einer Muskelkarte gezeigt, welche Muskelgruppen besonders intensiv trainiert wurden.
  • Für beide Sportprofile besteht auch die Möglichkeit eigene Trainings zusammen zu stellen. Dafür wird in der Garmin Connect eine Auswahl an mehreren hundert Übungen angeboten.

Was die Nutzung des Forerunner 255 bei Sport und Fitness angeht, bietet Garmin alle denkbaren Annehmlichkeiten und nützlichen Tool.

So kannst du wie schon oben erwähnt in allen Sportprofilen einstellen, welche Messwerte und Daten auf wieviel Seiten während eines Trainings eingeblendet werden sollen. Die Konfiguration dazu erfolgt entweder direkt auf der Uhr oder deutlicher bequemer in der Garmin App.

Nützliche Features wie der Auto Stop, Automatische oder Manuelle Runde sind bei Garmin inzwischen bereits Standard. Darüber hinaus werden ganze Trainingspläne oder persönliche Coaches angeboten. Selbstverständlich kannst Du aber auch eigene Trainings wie beispielsweise ein Intervall Training erstellen und auf die Uhr übertragen.

Darüber hinaus werden für Laufen, Radfahren und Schwimmen spezielle sporttypische Messdaten aufgezeichnet. Dazu eine Übersicht (auszugsweise)

LaufenRadfahrenSchwimmen
Distanz, Zeit und PaceZeit ode rdistanz AlarmSchwimmbad ( Bahnen, Distanz, Pace Züge
LaufeffizienzRunde und maximale RundenleistungFreiwasser ( Distanz, Pace, Züge)
Vertikale Bewegung und VerhältnisAntreten gegen AktivitätenSchwimmstil-Erkennung
BodenkontaktzeitLeistungsbez. anaerobe Schwelle (FTP)Schwimmtraining
SchrittlängeMit externen Sensoren kompatibelHF Messung im Wasser
Laufleistung
Leistungszustand
Laktatschwelle
Pace Pro Strategie

Beeindruckend ist immer wieder die sehr detaillierte Trainingsaufzeichung in der Garmin App. Hier als Beispiel ein Intervall Training.

Hier möchte ich noch anmerken, daß einige der in den Bildern gezeigten Messdaten nur bei Verwendung des Garmin HRM Pro Brustgurt verfügbar sind.

Kommen wir jetzt zu den neuen bzw. verbesserten Sportfunktionen beim Garmin Forerunner 255.

Konkret reden wir dabei über

  • den optimierten Trainingsstatus
  • die akute Belastung
  • die Messung der Laufleistung
  • die optimierten täglichen Trainingsvorschläge

Trainingsstatus „neu“

Die vielleicht beste und wichtigste Neuerung ist, daß der Trainingsstatus komplett überarbeitet wurde. Wir reden von genau der Funktion, die von passionierten Garmin Usern am Meisten diskutiert wird, weil man dabei immer wieder das böse „Unproduktiv“ zu lesen bekam.

Schlimmer noch als das Wort selbst, war aber der Umstand, daß man selten wusste, weshalb das aktuelle Training nun unproduktiv war. Man konnte selbst nach genauem Studium der Messdaten über die möglichen Gründe nur spekulieren.

Diesem Problem war sich auch Garmin bewusst und hat daher den schon oben beschriebenen HRV-Status entwickelt, der nun eine wesentliche Größe im Trainingsstatus darstellt.

An dieser Stelle muss vielleicht erwähnt werden, daß die bisherige Version des Trainingszustandes schon seine Richtigkeit hatte. Wenn also als aktueller Status beispielsweise „Formaufbau“ „Formverlust“ oder eben „Unproduktiv“ angegeben wurde, dann hatte das zumeist völlig zurecht auch seinen Grund.

Irgendein Detail oder sogar ein wesentlicher Faktor war Ursache, warum ein bestimmter Status angegeben wurde. Nur war es bisher für den Nutzer zum Teil recht schwierig zu verstehen, was der Grund für den aktuelle Status sein könnte.

Neben der neuen Messung der Herzfrequenzvariabilität gibt es aber noch zwei weiteren Metriken, die optimiert wurden und eine wesentliche Rolle bei der Ermittlung des Trainingszustandes spielen.

Akute Belastung

Bei der Akuten Belastung handelt es sich um eine präzisere Version der 7 Tage Belastung. Wieder ist die Trainingsbelastung der letzten 7 Tage Basis für die angegebenen Messwerte. Jedoch wird die laufende Erholung durch eine Trainingseinheit viel stärker berücksichtigt.

Bist du beispielsweise vor 6 Tagen einen Halbmarathon gelaufen, dann hat diese Trainingsbelastung einen Tag danach wesentlich mehr Bedeutung als vier Tage später, wo Du dich bereits größtenteils erholt hast.

Und genau dieser Erholungsprozess wurde in der 7 Tage Belastung bisher nicht ausreichend berücksichtigt. Aus diesem Grund kam es oft zu deutlichen Änderungen des Trainingsstatus, wenn eine besonders intensive Trainingseinheit aus dem 7 Tage Beobachtungszeitraum rausfiel.

Bei der neuen Akut-Belastung erhält die Erholung wesentlich mehr Bedeutung und einzelne Trainingseinheiten werden weniger gewichtet.

Erholung

Und eben auch die schon angesprochene Erholung wurde verbessert und zwar wiederum durch die Messung der Herzfrequenzvariabilität. Bisher wurde die Erholung als linearer Prozess angesehen, der er aber nicht ist.

Beispielsweise kann die Erholung durch eine schonende Lebensweise nach einer intensiven Trainingseinheit oder durch guten und ausreichenden Schlaf gefördert werden. Ebenso wie sie durch Stress oder ein plötzlich auftretenden Erkrankung wiederum verzögert wird.

Dieser individuelle Ablauf der Erholung wird nun im Trainingsstatus ebenfalls mehr berücksichtigt.

Wenn wir also zusammenfassen, dann ist es der HRV-Status, die akute Belastung und die Erholung, die im optimierten Trainingsstatus eine größere Gewichtung bekamen. Gleichzeit verlieren aber Trainingshäufigkeit und Intensität nichts an Bedeutung.

Laufleistung verfügbar

Was Polar mit der Pacer Pro oder Coros mit der Pace 2 bereits locker bewerkstelligt haben, hat Garmin mit dem Forerunner 255 nur so halbwegs hinbekommen. Es geht um die Messung der Laufleistung. Neben der Herzfrequenz oder der Pace ein auch im Hobbysport inzwischen sehr beliebter Messwert, nach dem ganze Trainingspläne ausgerichtet werden können.

Während mit Polar oder Coros Uhren die Laufleistung bequem und direkt am Handgelenk gemessen wird, muss der FR 255 entweder mit dem Garmin HRM Pro Brustgurt oder mit den Garmin Running Dynamic Pod verbunden werden, um diese Funktion ausführen zu können.

Verbesserte Trainingsvorschläge

Die täglichen Trainingsvorschläge sind einer der beliebtesten Features an Garmin Uhren. Beim FR 255 kommt eine leicht verbesserte Version zum Einsatz, in dem die einzelnen Trainingsvorschläge für die nächsten sieben Tage einsehbar sind.

Gleichzeitig gibt es auch eine tolle Möglichkeit die Trainingsvorschläge gemeinsam mit dem Wettkampf-Widget zur gezielten Vorbereitung auf ein Trainingsziel zu verwenden. Mehr erfährst Du dazu in einen eigenen Artikel, der schon bald online sein wird.

Routenplanung und Navigation

Wie ich schon erwähnte, ist der neue Garmin Forerunner 255 keine reine GPS Laufuhr sondern eine Multisport-Smartwatch, die bei vielen unterschiedlichen Sportarten eingesetzt werden kann. Und dazu zählen auch Outdoor Aktivitäten.

Zu diesem Zweck wurde der FR 255 mit Routenführung bzw. Navigation ausgestattet. Natürlich ist es auch möglich via Garmin Connect oder Komoot eigene Routen zu erstellen und diese dann auf die Uhr zu übertragen. Neben Wegpunkte wird auch das aktuelle und das zukünftige Höhenprofil ebenfalls angezeigt.

Beliebte Features wie „Zurück zum Start“ oder Tracback sind ebenfalls mit an Bord, genauso wie ein Barometer, Kompass und ein Höhenmesser.

Genauigkeit der Puls- und Streckenmessung

Auch bei den beiden Kernfunktionen einer Sportuhr gibt es wesentliche Veränderungen zu melden. Garmin hat dem neuen Forerunner den aktuellen Herzfrequenzsensor Garmin Elevate Gen 4 spendiert, der auch schon bei der Garmin Venu 2 und der Fenix 7 zum Einsatz kommt. Bei beiden Uhren war ich von der Präzision selbst bei Intervall- oder Sprinttrainings beeindruckt.

Und erfreulicherweise hat der FR 255 auch das neue Multiband-GNSS, das wir ebenfalls von der Fenix 7 kennen, bekommen. Durch die gleichzeitige Nutzung mehrerer Satellitensysteme auf verschiedenen Frequenzbändern ist die Streckenmessung und Standortermittlung nachweisbar genauer.

Die Prüfung beider Funktionen ist fester Bestandteil meiner Testberichte und so machte ich natürlich auch beim Garmin Forerunner 255 keine Ausnahme.

HINWEIS: Um die Genauigkeit der Herzfrequenzmessung zu überprüfen, trage ich das aktuelle Testgerät immer am rechten Handgelenk. Ein Referenzgerät am linken Handgelenk das mit einem Brustgurt ( Polar H10 oder Garmin HRM Pro) verbunden ist.
Meine Laufstrecken führen mich durch städtisch verbautes Gebiet, über große Freiflächen (Felder) wie auch entlang von Flüssen mit dichten Baumbestand an den Ufern.
Aufgrund dieser Rahmenbedingungen denke ich ein praxisnahe Testsituation zu schaffen, die eine objektive Prüfung der Herzfrequenzmessung und GPS-Messung ermöglicht.

Pulsmessung

Wie immer habe ich auch mit dem FR 255 mehrere Läufe absolviert. Als Vergleichsgerät habe ich dieses Mal die Polar Vantage V2 mitgeführt, die mit einem Polar H10 verbunden war.

Zuerst schauen wir uns einen ganz normalen langen Lauf über rund 10 Kilometer an, den ich mit ein paar kleinen Tempowechsel gelaufen bin.

An der ersten Markierung lässt sich bei genaueren Hinsehen gut erkennen, daß die optische Pulsmessung des FR 255 in dieser Situation etwas träger als der Brustgurt reagiert. Die beiden anderen Markierungen zeigen zwei kleine Ausreißer bei der Messung. Ich vermute aber, daß ich bei diesem Lauf die Uhr etwas zu locker am Handgelenkt getragen habe.

Als Nächstes musste sich der Garmin Forerunner 255 bei einem Intervall-Training beweisen.

Und hier sieht man wie gut und präzise der neue Herzfrequenzsensor von Garmin ist. Wie schon bei allen anderen Garmin Uhren, die mit dem Elevate Gen. 4 ausgerüstet sind, kann auch der FR 255 locker mit dem Brustgurt mithalten und liefert beinahe idente Messwerte.

Streckenmessung

Auch in Sachen Streckenmessung musste der Forerunner 255 gegen die Polar Vantage V2 antreten. Dabei lief ich meine übliche 10 KM Standardrunde.

Beim ersten Mal verwendete ich bei der Garmin Uhr die Einstellung „alle Satelliten Systeme“, wodurch der FR 255 auf GPS, GLONASS, Galileo, Beidou oder QZSS zugreift, sofern möglich.

Auf Bild 1 sieht man, daß sich beide Uhren in Sachen Streckenverlauf ziemlich einig sind. Obwohl die Polar manchmal ein wenig abdriftet. In Bild 2 ist es der Forerunner, der so seine Probleme hat und die eigentliche Strecke zum Teil deutlich neben dem Weg aufzeichnet. Ähnlich auf Bild 3 wo es aber die Polar ist, die Schwierigkeiten hat und ein paar Umwege macht.

Beim zweiten Lauf auf der selben Strecke verwendet ich beim Garmin Forerunner 255 die Einstellung „Multiband“

Ich habe versucht die selben Streckenabschnitte wie oben zu erfassen. Im ersten Bild liefern beide Uhren eine sehr ähnliche Streckenaufzeichnung. Auffällig ist, daß die Streckenlinie des Forerunner ruhiger und fast schon schnurgerade ist. In Bild 2, also jenen Streckenabschnitt wo der FR 255 seine Probleme hatte, sieht es mit der Multiband Funktion schon deutlich besser aus. Die Aufzeichnung passt und ist präzise. Und in Bild 3, jener Streckenteil in dem die Polar Schwierigkeiten hatte, liefern nun beide Uhren eine sehr genaue Aufzeichnung.

Fazit zu den Messungen: Was die Pulsmessung angeht gibt es beim Garmin Forerunner 255 absolut nichts zu kritisieren. Der neue HF-Sensor von Garmin beeindruckt mit einer enormen Präzision und Zuverlässigkeit, wie ich es bisher noch bei keiner Uhr eines anderen Herstellers gesehen habe. Hier ist Garmin meines Erachtens unangefochten die Nummer Eins.

Bei der Streckenmessung hinterlässt der FR 255 ebenfalls einen sehr guten Eindruck. Auch wenn die Uhr bei der „schwächeren“ Einstellung ein paar kleine Probleme hatte, sind die Abweichungen so gering, daß sie nicht wirklich ins Gewicht fallen. Und wenn man es ganz genau haben möchte, gibt es da noch die „Multiband“-Einstellung, die einer wirklich sehr präzise Streckenaufzeichnung liefert.

Smarte Funktionen

Als Smartwatch hat der FR 255 die für Garmin übliche Standardausrüstung erhalten. Es sind also die bekannten Benachrichtigungen zu eingehenden Mitteilungen, Anrufe oder bevorstehenden Kalenderereignissen mit an Bord.

Außerdem gibt es eigenen Applikationen für Kalender und Wetter. Garmin Pay und NFC finden sich ebenfalls an der Uhr.

Und je nachdem für welche Geräteversion Du Dich entscheidest, kannst Du auch einen kompletten Musikplayer inklusive internen Speicher nutzen oder nur eine einfache Steuerung für den Musikplayer am Smartphone.

Natürlich ist die Smartwach auch mit Connect IQ, dem hauseigenen App Store kompatibel, wo Du Watchfaces, Widgets, Datenfelder und Applikationen Dritter herunterladen kannst.

Für wenn ist der Garmin Forerunner 255 geeignet?

Für mich schließt der Garmin Forerunner 255 die Lücke zwischen der Garmin Venu 2 und der Garmin Fenix 7.

Die Venu 2 ist eine hervorragende Allrounder-Smartwatch für Alle, die Tagesaktivitäten aufzeichnen wollen, an verschiedenen Gesundheits- und Vitaldaten interessiert sind und auch regelmäßig Sport betreiben. Aber man muss auf tiefergehende Analysen und Trainingsempfehlungen verzichten

Die Fenix 7 ist mit Sicherheit die beste Sport-Smartwatch am Markt, die mit einem tollen Design, hochwertigen Materialien und einem riesigen Funktionsumfang beeindruckt. Jedoch kostet die Uhr auch eine ordentliche Stange Geld.

Und genau dazwischen gibt es nun den Garmin Forerunner 255. Die Uhr zeichnet im Alltag alle relevanten Aktivitäten auf, bietet in Sachen Überwachung der Gesundheit das volle Sortiment an möglichen Funktionen und kann als Multisport-Smartwatch bei vielen Sportarten und Aktivitäten optimal verwendet werden. Dazu kommen noch neue und wichtige Metriken zur Trainingsanalayse, wie auch eine solide Ausrüstung für Outdoor-Aktivitäten.

Und das Alles um einen moderaten und angemessenen Preis.

  • Garmin Forerunner 255 ohne Musik 349,99 Euro
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  • Garmin Foreunner 255 mit Musik 399,99 Euro
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Letzte Aktualisierung am 29.09.2022 / Affiliate Links / Bilder von der Amazon Product Advertising API

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Hallo, ich bin Andreas. Ich laufe, wandere, fahre mit dem Rad und ein bisschen Krafttraining mach ich auch. Dabei habe ich fast immer eine Smartwatch, einen Fitness Tracker oder eine Sportuhr mit dabei. Und so schreibe ich schon sein rund 8 Jahren über meine Erfahrungen mit den Uhren. Wenn Du mehr über mich wissen möchtest, dann klick einfach hier