One Plus Watch 2 – Endlich Wear OS mit langer Akkulaufzeit?

Vor Kurzem wurde die One Plus Watch 2 vorgestellt, die sofort für große Begeisterung sorgte. Und zwar, weil es sich dabei um die offenbar erste Wear OS Smartwatch mit anständiger Akkulaufzeit handelt. Ob das wirklich so ist und was die Uhr sonst noch bietet hat, dazu habe ich ausführlich recherchiert.

Schon die erste One Plus Watch, die damals im März 2021 präsentiert wurde, sorgte für riesiges Aufsehen. Doch nicht in der Art, wie es sich der Hersteller gewünscht hatte. Praktisch in allen Testberichten fiel die Smartwatch komplett durch und die Uhr wurde in vielen Aspekten heftig kritisiert.

Mit der One Plus Watch 2 wollte man es offenbar besser machen und hat sich dafür einige Besonderheiten einfallen lassen.

  • Wechsel auf Wear OS als Betriebssystem
  • Innovative Architektur der Prozessoren
  • lange Akkulaufzeiten
  • edles Design

Diese Merkmale habe ich mich neugierig gemacht und weil ich noch keine Gelegenheit hatte, die One Plus Watch 2 zu testen, setzte ich mich hin und recherchierte ausgiebig, was Andere zu der Uhr bisher sagen.

Vor wenigen Tagen wurde auch die Oppo Watch X vorgestellt. Ebenfalls eine Wear OS Smartwatch mit langen Akkulaufzeiten. Was nicht überrascht, denn dabei handelt es sich um eine zur OnePlus Watch 2 baugleichen Uhr, die momentan nur am asiatischen Markt erhältlich ist.

Schönes Design mit einem völlig sinnlosen Feature

Was die Optik betrifft kann man dem Hersteller nur gratulieren. Die Watch 2 kommt in einem eleganten Design daher und macht vom ersten Moment an einen hochwertigen Eindruck.

Dafür ist vor allem das schön geformte Uhrengehäuse verantwortlich, das aus rostfreien Stahl angefertigt wurde. Formgebung und verwendete Materialien zeigen deutlich, daß es sich bei der OnePlus Watch 2 um die neue Premium Uhr des Produzenten handelt.

Und weil das so ist, wäre statt einem herkömmlichen Fluorkautschuk-Armband ein edleres Lederarmband wesentlich passender gewesen. Da es sich dabei aber um ein wechselbares 22 mm Band handelt, kann man schnell selbst für einen hochwertigeren Ersatz sorgen.

Als zierlich kann man die Watch 2 nicht bezeichnen. Mit 47 mm im Durchmesser und rund 80 Gramm Eigengewicht ist sie schon ein ziemlicher Brocken, weshalb die Uhr auf schlanken Handgelenken weniger gut passen wird.

Auch mit den Farben black steel und radiant steel scheint man eher das männliche Zielpublikum ansprechen zu wollen. Ein Modell mit mehr femininen Touch und passenden Abmessungen wird nicht angeboten.

OnePlus Watch 2 in zwei Farbvarianten (Bildquelle © OnePlus)

Funktionslose Krone

Bedient wird die Uhr entweder über den fantastischen AMOLED Tochscreen oder über die beiden seitlichen Tasten. Mit der oberen Taste gelangt man zu diversen Apps und Google Diensten. Die untere Taste ist für Sport und Training zuständig.

Bleibt die Frage, was man mit der Krone macht. Und die Antwort ist – Nichts.

Die Krone lässt sich zwar drehen, ist aber mit keiner Funktion ausgestattet. Ein Umstand, der in vielen Berichten bereits ausgiebig kritisiert wurde. Und grundsätzlich ist die Kritik auch durchaus berechtigt. Wozu platziert man eine Krone, wenn man mit dem Ding absolut nichts machen kann.

Andererseits bin ich über das funktionslose Drehrad nicht wirklich unglücklich. Gerne wird von Herstellern behauptet mit einer Krone wäre beispielsweise ein präzises Navigieren in den verschiedenen Menüs möglich.

Ich persönlich kann dem Herumgedrehe aber nichts abgewinnen. Es ist einfach nur lästig und dauert wesentlich länger als die typischen Tipp- und Wischgesten.

Wie auch immer – die Krone kann also nichts und ist einfach nur da.

OnePlus Watch 2 (Bildquelle © OnePlus)

Dual Chip Strategie als der große Gamechanger

Das herausragende Merkmal der OnePlus Watch 2 sind die für eine Wear OS Smartwatch ungewöhnlich langen Akkulaufzeiten.

Die Google Pixel Watch 2 hält nur 30 Stunden durch, die Samsung Galaxy Watch muss spätestens nach 48 Stunden ans Ladekabel. Die Xiaomi Watch 2 Pro kratzte bereits an der 60 Stunden Grenze und die Ticwatch Pro 5 schafft dank hybriden Display bis zu 4 Tage.

Da reden wir aber vom Smart Modus, in dem mit der Uhr weder trainiert (aktives GPS), noch telefoniert oder Musik gehört wird.

Jetzt kommt aber die Watch 2 und die soll bis zu 100 Stunden im Smart Modus durchhalten.

Doch wie funktioniert das? Durch einen sehr cleveren Trick, den sich OnePlus einfallen hat lassen.

Konkret werden einfach zwei verschiedenen Chipsets verwendet, die unterschiedlich aufwändige Aufgaben übernehmen. Ich will an dieser Stelle nicht zu technisch werden, aber einfach erklärt passiert Folgendes.

Wear OS und alle damit zusammenhängenden Funktionen werden vom einem Qualcomm Snapdragon W5-Chip erledigt, während einfachere und weniger energieintensive Aufgaben wie Schrittezählen oder Alarme ausführen von einem effizienten BES 2700 Chip übernommen werden.

Durch diese Aufgabenteilung wird deutlich weniger Energie verbraucht, weshalb auch wesentlich längere Akkulaufzeiten möglich sind.

Mit einem cleveren Trick erreicht die Watch 2 bedeutend längere Akkulaufzeiten
(Bildquelle © OnePlus)

Es ist schon ein wenig überraschend, daß ein großer Konzernz wie beispielsweise Samsung, der eine riesige Entwicklungsabteilung betreibt, nicht selbst auf so eine einfache Idee kommt und damit das Akkuproblem löst.

Aber ich bin technisch nicht bewandert genug, um mir hier ein Urteil zu erlauben. Trotzdem bin ich mir absolut sicher, daß wir dieses Dual Chip System schon bald auf anderen Wear OS Uhren finden werden.

Wie lange hält der Akku nun wirklich?

OnePlus macht zur Akkulaufzeit sehr konkrete Angaben

Der Akku selbst verfügt über eine Kapazität von rund 500mAh und laut Hersteller soll die Uhr

bei normaler Nutzung im Smart Modus 100 Stunden

  • Bei offiziell unterstütztem Zifferblatt aktive Dual-Engine-Architektur
  • Always On Display ist ausgeschaltet
  • Standard-Gesundheitsüberwachung
  • Bluetooth-Verbindung zum Mobiltelefon – 14,2 Stunden/Tag
  • WLAN-Verbindung im Standby-Modus 1 Stunde/Tag
  • Schlafüberwachung – 6,5 Stunden/Tag
  • Handgelenk heben, um den Bildschirm zu aktivieren – 220 Mal/Tag
  • Benachrichtungen zu Nachrichten – 130 Elemente/Tag
  • Bildschirmnutzung (verschiedene Anwendungen) – 20 Minuten/Tag
  • Anruferinnerung – 5 Sekunden / 6 Mal/Tag
  • Bluetooth-Anruf 5 Minuten/Tag
  • Synchronisierung der Daten von Handy und Uhr 500 Sekunden/Tag
  • Bluetooth-Kopfhörerverbindung zur Musikwiedergabe (Spotify) 15 Minuten/Tag
  • Laufen im Freien – 30 Minuten/Tag, Wecker 3 Mal/Tag

bei starker Nutzung im Smart Modus 48 Stunden

  • Bei Verwendung von Zifferblättern anderer Anbieters wird die Dual-Engine-Architektur deaktiviert und die Uhr läuft nur mit dem Chipsatz Snapdragon W5
  • Always On Display aktiviert
  • Standard-Gesundheitsüberwachung
  • Bluetooth-Verbindung – 12,2 Stunden/Tag
  • WLAN-Verbindung – 2 Stunden/Tag
  • Schlafüberwachung – 6,5 Stunden/Tag
  • Handgelenk heben, um den Bildschirm zu aktivieren – 300 Mal/Tag
  • Empfangen von 180 Nachrichten/Tag
  • Bildschirmbetrieb (mit verschiedenen Anwendungen) 30 Minuten/Tag
  • Anruferinnerung – 5 Sekunden / 6 Mal/Tag
  • Bluetooth-Anruf 5 Minuten/Tag
  • Google Maps-Navigation – 15 Minuten/Tag
  • Datensynchronisierung von Telefon und Uhr – 500 Sekunden/Tag
  • Bluetooth + Musikwiedergabe per Kopfhörer – 30 Minuten/Tag
  • Laufen im Freien mit GPS – 30 Minuten/Tag
  • Wecker – 3 Mal/Tag

Wenn ich mir die Beschreibung der beiden Nutzungsszenarien ansehe, bin ich zugegeben angenehm überrascht. Da wird die Verwendung aller wesentlichen Features erwähnt und trotzdem scheint eine Akkulaufzeit von durchschnittlich rund 70 – 75 Stunden möglich zu sein.

Und diese Vermutung wird von Androidpolice bestätigt. Die Kollegen haben den Akku auf Herz und Nieren überprüft und dabei herausgefunden, daß die Uhr bei starker Nutzung im Smart Modus nach ziemlich genau 72 Stunden ans Ladekabel muss. Beeindruckend gut.

Gleichzeitig wurde auch festgestellt, daß die Watch 2 innerhalb von 15 Minuten zu 50% wieder aufgeladen wird, was ebenfalls sehr ordentlich ist.

An der Stelle noch ein großes Lob an OnePlus für das magnetische Ladedock. Nicht nur, daß die Watch 2 darin einen stabilen Halt findet, kann das Dock mit jedem handelsüblichen USB-C Kabel verbunden werden, was in der Branche leider noch immer nicht üblich ist.

Was kann die OnePlus Watch 2 sonst noch?

Was den Funktionsumfang der Watch 2 angeht, gibt es kaum Unterschiede zu anderen Wear OS Smartwatches.

Zum Einen wird das übliche Tracking von Tagesaktivitäten und die Überwachung verschiedener Gesundheitsparameter angeboten. Da finden sich die gewohnten Features wie Schritte, Kalorien und Schlafaufzeichnung genauso, wie auch eine Messung der Blutsauerstoffsättigung oder ein Stress Tracking.

Obwohl selbstverständlich muss an dieser Stelle auch die integrierte Pulsmessung erwähnt werden.

Die App zur OnePlus Watch 2 ist übersichtlich und leicht bedienbar (Bildquelle© OnePlus)

Für den sportlichen Nutzer gibt es eine ganze Palette an vorinstallierten Sportmodi. Interessant ist auch das Dualband-GNSS, das eine präzise Standortermittlung und Streckenmessung ermöglicht.

Die Trainingsaufzeichnung ist detailliert und protokolliert sämtliche relevanten Leistungsdaten.

Die Watch 2 ist sicher keine Sportuhr, macht aber beim Training einen guten Job
(Bildquelle © OnePlus)

Liest man sich aktuelle Erfahrungs- und Testberichte durch, scheint es bei der Messgenauigkeit und Zuverlässigkeit noch ein wenig Luft nach oben zu geben. Aber dabei sollte nicht vergessen werden, daß die Watch 2 in erster Linie eine Lifestyle Smartwatch ist und keine Sportuhr.

Was die Smartness der Watch 2 angeht, kann die Uhr gemeinsam mit Wear OS natürlich die gesamte Bandbreite an bekannten Features anbieten. Das umfasst alle in diesem Zusammenhang möglichen Google Dienste, wie auch einen kompletten Musikplayer mit internen Speicher, Benachrichtigungen, mobiles Zahlen und Vieles mehr.

Was die OnePlus Watch 2 nicht anbietet ist eine LTE Schnittstelle, womit man völlig unabhängig vom Smartphone wäre und auch eine Sturzerkennung inklusive Notruf wird nicht angeboten.

Fazit

OnePlus hat es etwas geschafft, woran sich große Unternehmen wie Google oder Samsung bisher die Zähne ausgebissen haben. Man hat mit zwei verschiedenen Chipsets einen relativ einfachen Weg gefunden um das energiehungrige Wear OS auf der Smartwatch zu betreiben und gleichzeitig solide Akkulaufzeiten anbieten.

Und durchschnittlich 75 Stunden Laufzeit bei starker Nutzung sind im Zusammenhang mit dem Google Betriebssystem ein wirklich sehr guter Wert und eigentlich schon ein Quantensprung.

Abgesehen davon hat die OnePlus Watch 2 alles mit an Bord, was man sich von einer modernen Wear OS Smartwatch erwartet und könnte damit ein ernsthafter Konkurrent für die Galaxy Watch von Samsung werden.

Preisvergleich für OnePlus Watch 2

ONEPLUS Watch 2 Black Steel, 32 GB, 100-Stunden-Akku, Gesundheits- und Fitness-Tracking, Saphirglas-Design, Dual-Engine, Wear OS by Google
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Zuletzt aktualisiert am 16. April 2024 um 19:51 . Wir weisen darauf hin, dass sich hier angezeigte Preise inzwischen geändert haben können. Alle Angaben ohne Gewähr.

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