Die neue Samsung Galaxy Watch 9 ist seit Anfang August auf dem Markt und kommt mit neuer Hardware, neuem Betriebssystem und einer ganzen Reihe neuer Funktionen. Wie gut das alles in der Praxis funktioniert, habe ich in den vergangenen Wochen herausgefunden. Dabei bin ich auf viel Positives gestoßen, auf einige echte Überraschungen und auf eine Schwäche, die Samsung seit Jahren mit sich herumschleppt.
Getestet habe ich die 44-mm-Variante in Silber mit olivfarbenem Armband. Als Referenzgeräte waren wie immer meine Garmin Venu 4 in Kombination mit dem Polar H10 Brustgurt sowie der Amazfit Helio Strap mit dabei.
Kurzinfo Samsung Galaxy Watch 9
4,2/5
Vorteile
Noch bessere Performance durch neuen Prozessor
Neue Funktionen für Gesundheit und Fitness
Nicht neu, aber Pulsreserve und Laktatmessung ebenfalls mit an Bord
Sehr präzise Messungen
Gemini hervorragend integriert
Nachteile
Akkulaufzeiten noch immer zu kurz
EKG und Blutdruck noch immer nur für Samsung Smartphone Nutzer
Mein Testfazit:

Die Samsung Galaxy Watch 9 kann mehr bieten, als man vielleicht auf den ersten Blick vermutet. Design und Benutzeroberfläche wurden unverändert vom Vorgängermodell übernommen. Unter der Haube findet sich aber ein neuer Prozessor, neue Software und vor allem neue Funktionen. Und die sind wirklich gelungen und erweisen sich als sehr nützlich. Zwar nicht neu, aber trotzdem erwähnenswert ist die Messung der Laktatschwelle, womit die GW 9 fast schon zur Sportuhr wird. Dieser Eindruck wird durch sehr genau Messungen noch verstärkt. Die große Schwäche, nämlich kurze Akkulaufzeiten hat man aber noch immer nicht in den Griff bekommen.
Ob die Smartwatch für Dich die beste Wahl ist, und welche interessanten Alternativen es noch gibt, erfährst Du am Ende des Testberichts.
Welche Varianten und Preise bietet die Galaxy Watch 9?
Wie schon bei den vergangenen Modellgenerationen bietet Samsung die Galaxy Watch 9 in mehreren Varianten an. Zur Auswahl stehen zwei Gehäusegrößen mit 40 und 44 mm, jeweils in einer Bluetooth- und einer LTE-Ausführung.
Bei den Farben musst du allerdings genauer hinsehen, als es die Marketingfolien vermuten lassen. Samsung nennt zwar Silver, Graphite und Cream, pro Größe stehen dir aber nur zwei davon zur Verfügung. Das 40-mm-Modell bekommst du in Cream und Graphite, das 44-mm-Modell in Silver und Graphite. Deutlich freier bist du bei den Armbändern. Da gibt es mit Sport Band, Misty Band und Fabric Band drei Varianten in bis zu fünf Farben.
Die kleinere Ausführung kostet 409 Euro, die größere 439 Euro. Für die LTE-Version kommen jeweils rund 50 Euro dazu. Damit hat Samsung den Listenpreis gegenüber der Galaxy Watch 8 um 30 Euro angehoben, und dazu komme ich beim Akku noch einmal zurück. Erwähnen möchte ich aber, dass beide Modelle im Onlinehandel bereits deutlich preiswerter zu haben sind. Die passenden Links dazu findest du wie immer weiter unten.
Hat sich am Design etwas verändert?
Nein, und zwar wirklich gar nichts. Wenn du die Galaxy Watch 9 neben die Galaxy Watch 8 legst, wirst du beim Design, bei den Abmessungen, bei der Materialauswahl und beim Gesamteindruck keinen Unterschied finden. Sämtliche Details wurden eins zu eins übernommen.




Das ist nicht zwingend ein Nachteil, denn das flache Aluminiumgehäuse im Squircle-Look gehört mit 8,6 mm Bauhöhe und 34 g Gewicht ohne Armband zu den angenehmsten Konstruktionen am Markt. Die Uhr trägt sich auch nachts unauffällig, was für die Schlafüberwachung ein echter Vorteil ist. Wer mit der Formensprache seit der Galaxy Watch 8 fremdelt, wird sich hier allerdings auch nicht anfreunden.
Um echte Neuheiten zu entdecken, musst du unter die Haube schauen.
Was steckt an Hardware in der Galaxy Watch 9?
Der spannendste Neuzugang ist der Prozessor. Samsung setzt als erster Hersteller auf den Snapdragon Wear Elite von Qualcomm, einen Penta-Core-Chip mit bis zu 2,1 GHz, dem der Hersteller eine deutlich bessere Performance zuschreibt. Unterstützt wird er von 2 GB Arbeitsspeicher und 32 GB internem Speicher, von denen dir rund 20 GB tatsächlich zur Verfügung stehen.
Und das merkst du. Besonders auffällig wird es bei anspruchsvollen Anwendungen wie Google Maps. Die Karte lädt zügig, Verschieben und Zoomen gelingt völlig ruckelfrei und ohne Verzögerung. Gleiches gilt für Gemini, die integrierte Google-KI, die sehr schnell auf Spracheingaben reagiert. Auch die allgemeine Bedienung läuft durchwegs flüssig. Es macht einfach Spaß, mit dieser Uhr zu arbeiten.
Zur Ausstattung gehören die üblichen Sensoren für
- Herzfrequenz und Bewegung
- ein Hauttemperatursensor
- ein Sensor für die Bioimpedanzanalyse
- elektrischer Herzsensor für das EKG
- Kompass, Barometer und Höhenmesser
Für die Streckenmessung steht Dual-Band-GNSS zur Verfügung, das neben GPS auf den Frequenzen L1 und L5 auch Galileo, GLONASS, Beidou und QZSS auswertet. Bei der Konnektivität gibt es Bluetooth 6.0, WLAN im 2,4- und 5-GHz-Band sowie NFC.
Der Vollständigkeit halber sei erwähnt, dass die Galaxy Watch 9 bis 5 ATM wasserdicht und nach IP68 zertifiziert ist. Zusätzlich hat sie die MIL-STD-810H-Prüfung bestanden. Schwimmen und Duschen sind also überhaupt kein Problem. Sicherheitsupdates verspricht Samsung übrigens bis Ende Juli 2031, was für eine Smartwatch ein durchaus starker Wert ist.
Wie gut ist das Display der Galaxy Watch 9?
Genauso wie beim Design gibt es auch beim Display keinerlei Neuigkeiten. Wieder kommt ein Super-AMOLED-Touchscreen zum Einsatz, beim 44-mm-Modell mit 1,5 Zoll Diagonale und einer Auflösung von 480 mal 480 Pixel. Die maximale Helligkeit liegt bei 3.000 Nits, geschützt wird der Bildschirm von flachem Saphirglas.
Das Display überzeugt mit einer sehr guten Ablesbarkeit bei allen Lichtverhältnissen und strahlt wirklich hell. Besonders anschaulich wird das an der integrierten Taschenlampenfunktion. Dabei handelt es sich zwar nicht um eine echte LED-Taschenlampe, wie du sie von diversen Garmin-Geräten kennst, aber auch diese Version kann dir in vielen Situationen sehr hilfreich sein.

Wie lange hält der Akku der Galaxy Watch 9 wirklich?
Damit sind wir bei dem Thema, das Samsung-Fans seit Jahren die Laune verdirbt.
Zunächst zu den Fakten. Samsung hat die Akkukapazität tatsächlich verbessert, allerdings sehr ungleich verteilt. Das 40-mm-Modell wuchs von 325 auf 390 mAh und legt damit rund 20 Prozent zu. Beim 44-mm-Modell ging es von 435 auf 445 mAh, das sind zehn Milliamperestunden oder gut zwei Prozent. Trotzdem bewirbt Samsung den größeren Akku bei beiden Größen als zentrales Highlight, und der Listenpreis stieg gleichzeitig um 30 Euro. Für Käufer der größeren Variante ist das schlicht eine Frechheit.
Die Herstellerangaben zur Laufzeit blieben unverändert. Für das 44-mm-Modell nennt Samsung bis zu 40 Stunden bei ausgeschaltetem Always-on-Display und bis zu 30 Stunden mit aktiviertem AOD. Das ist also keine Unterscheidung nach Gehäusegröße, sondern nach Displaymodus.
In Anbetracht der Erfahrungen mit den Vorgängergenerationen darf man da durchaus skeptisch sein, weshalb ich die Angaben in der Praxis überprüft habe.
So habe ich die Uhr verwendet
- 24/7 getragen
- alle Funktionen aktiviert ( mit Ausnahme AOD)
- circa 3 Std. / Woche Training Outdoor mit GPS
- circa 2 Std. / Training Indoor
- Bluetooth permanent aktivert.
Die vom Hersteller in Aussicht gestellte Laufzeit wurde im Test nicht einmal ansatzweise erreicht. Ganz im Gegenteil, ich musste die Uhr in der Regel alle 24 bis 30 Stunden neu aufladen. Selbst Anpassungen wie das Deaktivieren der SpO2-Messung oder längere Messintervalle bei der Herzfrequenz brachten keine spürbare Verbesserung.
Woran das liegt, lässt sich schwer sagen. Manche Experten machen den neuen Prozessor dafür verantwortlich, Samsung wiederum betont, der Chip arbeite besonders energieeffizient. Schlussendlich spielt das für dich aber keine Rolle. Relevant ist einzig die Tatsache, dass die Akkulaufzeit auch bei der neuen Galaxy Watch 9 bescheiden bleibt.
Was bringen One UI 9 Watch und Wear OS 7?

Kommen wir zu den erfreulichen Neuigkeiten. Auf der Galaxy Watch 9 läuft mit One UI 9 Watch die neue Samsung-Benutzeroberfläche, darunter arbeitet mit Wear OS 7 ein neues Google-Betriebssystem. Bemerkbar macht sich das vor allem an neuen Funktionen, zu denen ich gleich komme.
An der Benutzeroberfläche selbst hat sich trotz Softwareupdate nichts Entscheidendes verändert. Für all jene, die bisher mit einer Samsung Galaxy Watch nichts zu tun hatten, zeige ich sie aber trotzdem kurz her.
Wie bedienst du die Galaxy Watch 9?
Scrollst du von oben nach unten, blendet die Uhr das Menü mit den Schnelleinstellungen ein. Dort kannst du alle relevanten Anpassungen vornehmen. Machst du genau das Gegenteil, siehst du zuerst die wichtigsten und beliebtesten Apps und danach das eigentliche Hauptmenü.
Wischst du am Bildschirm von links nach rechts, bekommst du alle Benachrichtigungen, fällige Aufgaben und bevorstehende Kalendertermine angezeigt.
Wischst du von rechts nach links, erscheinen die berühmten Kacheln, thematisch sortiert nach Gesundheit, Fitness und diversen Standard-Apps. Am Ende kannst du weitere Kacheln hinzufügen.
Diese Kacheln sind nichts anderes als ein Schnellzugriff auf einzelne Funktionen. Du musst also nicht jedes Mal durch das Hauptmenü scrollen, um ein bestimmtes Feature aufzurufen. Und du kannst sie vollständig individuell gestalten, das heißt, du entscheidest, welche Funktionen in welcher Reihenfolge abgelegt werden.

Die seitlichen Tasten haben relativ wenige Aufgaben. Mit der oberen Taste holst du die Uhr aus dem Standby, drückst du sie etwas länger, aktivierst du Gemini und kannst per Spracheingabe Fragen stellen. Die untere Taste ist wie immer der Back-Button, mit dem du dich im Menü einen Schritt zurückbewegst. Drückst du sie länger, öffnet sich die Samsung Wallet, wobei du diese Tastenbelegung individuell anpassen kannst.
Zu guter Letzt gibt es noch die digitale Lünette. Damit scrollst du schnell und bequem durch die Menüs.
Welche neuen Gesundheitsfunktionen bietet die Galaxy Watch 9?
Was sind die Vitalwerte?
Für die Vitalwerte musst du die Uhr zunächst sieben Nächte lang tragen. In dieser Zeit ermittelt sie deine Basiswerte zu Herzfrequenz, Herzfrequenzvariabilität, Hauttemperatur, Atemfrequenz und Blutsauerstoffsättigung. Danach vergleicht sie deine aktuellen Messdaten mit diesen Basiswerten und meldet dir jene Messungen, die sich außerhalb deines Normalbereichs bewegen.

Samsung möchte dir damit einen schnellen Überblick zu deinen wichtigsten Vitalparametern geben und dich dabei unterstützen, aufkommende Infekte, ein Übertraining oder eine erhöhte Stressbelastung frühzeitig zu erkennen. Nutzt du die Vitalwerte gemeinsam mit dem Energy Score, bekommst du ein noch besseres Bild zu deiner Tagesverfassung und deinen Energiereserven, und Belastungsfaktoren lassen sich früher erkennen.
Wer hier eine gewisse Ähnlichkeit zum Gesundheitsstatus von Garmin entdeckt, liegt mit Sicherheit nicht ganz falsch.
Wie funktioniert die Herzgesundheit?
Auch diese Messung findet während der Nachtruhe statt, wobei vier Datenquellen kombiniert werden. Konkret sind das die Gefäßbelastung, die Schlafüberwachung, die Aktivitätsaufzeichnungen der letzten sieben Tage und der BMI aus der Messung der Körperzusammensetzung. Daraus errechnet die Uhr einen Score auf einer Skala von 1 bis 100, der dir in leicht verständlicher Weise zeigen soll, in welcher Verfassung sich dein Herz-Kreislauf-System befindet.

Ich muss aber zugeben, dass ich bei dieser Funktion skeptisch bin. Zum einen deshalb, weil Samsung die Gefäßbelastung bereits seit der Galaxy Watch 8 anbietet, bis heute aber nicht klar erklärt hat, was dabei überhaupt in welcher Weise gemessen wird.
Zum anderen stört mich die Verwendung des BMI. Es ist inzwischen wissenschaftlich nachgewiesen, dass das ein völlig unbrauchbarer Messwert ist, auch wenn er wie hier auf Basis der Körperzusammensetzung berechnet wird. Denn auch diese Messung hat ihre Schwächen. Überprüft wird nämlich nur die Zusammensetzung des Oberkörpers, die Beine finden überhaupt keine Berücksichtigung, weshalb die daraus resultierenden Werte mit Vorsicht zu betrachten sind.
Alles in allem versucht Samsung hier, das wichtige Thema Herz-Kreislauf-Gesundheit einfach und verständlich aufzubereiten. Ich persönlich würde dieses Feature aber nur als grobe Orientierung verwenden.
Was steckt hinter dem Fitnessindex?
Die nächsten beiden Funktionen haben weniger mit deiner Gesundheit als vielmehr mit deiner Fitness zu tun. Der Fitnessindex orientiert sich an Indikatoren wie der kardiorespiratorischen Fitness, der Muskelausdauer, der Muskelkraft, der Körperzusammensetzung und der Flexibilität. Jeder dieser Indikatoren wird aus deinem Nutzerprofil, aus der Messung der Körperzusammensetzung sowie aus deinen täglichen Aktivitäten und Trainingseinheiten abgeleitet. Daraus entsteht ein Wert zwischen 0 und 100, der im letzten Schritt mit anderen Samsung-Nutzern derselben Alters- und Geschlechtsgruppe verglichen wird.
In der Samsung-App ist das grafisch sehr schön aufbereitet. Du siehst den aktuellen Stand deines Fitnessindex und erkennst, wo deine Stärken und Schwächen liegen. Anschließend werden alle relevanten Metriken der letzten sieben Tage detailliert angezeigt.
Besonders gut gefällt mir, dass du einen Schwerpunkt auswählen kannst. Entweder entscheidest du dich für die allgemeine Fitness oder du konzentrierst dich auf eine bestimmte Aktivität wie Laufen. Zusätzlich kannst du dein wöchentliches Trainingspensum eingeben und bekommst dann laufend Vorschläge zur Verbesserung deiner Fitness.
Insgesamt gefällt mir die Funktion sehr gut, weil sie einige interessante Informationen liefert. Trotzdem muss ich Kritik üben. Zum einen spielt wieder die Körperzusammensetzung eine ganz wesentliche Rolle. Zum anderen ist mir nicht klar, wie eine Smartwatch die Muskelausdauer oder die Muskelkraft messen möchte. Ich will an dieser Stelle aber nicht übertrieben kritisch sein. Der Fitnessindex ist ohne Zweifel eine interessante und nützliche Funktion, vor allem für Sportanfänger und Einsteiger, und kann dir dabei helfen, deine Fitness zu verbessern.
Was macht die tägliche Ausdauerbelastung?
Die letzte neue Funktion nennt sich tägliches Ausdauerbelastungsziel oder Daily Cardio Load. Sie soll dir dabei helfen, in einer angemessenen Intensität zu trainieren, damit du deine Trainingsziele auch wirklich erreichst und gleichzeitig ein Übertraining vermieden wird. Dafür errechnet die Uhr auf Basis von Puls, Alter, Geschlecht, Größe und Gewicht deine maximale tägliche Trainingskapazität.

In der App kannst du zusätzlich ein Trainingsziel definieren. Zur Auswahl stehen allgemeine Fitness, gesundes Gewicht, Herz-Kreislauf-Fitness und Spitzenleistung. Abhängig davon bekommst du entsprechende Trainingsvorschläge für den anstehenden Tag. Samsung weist übrigens explizit darauf hin, dass Aktivitäts- und Trainingsdaten von mindestens 28 Tagen vorhanden sein müssen, um wirklich sinnvolle Vorschläge zu erhalten.
Zusätzlich gibt es die sogenannte Trainingsbilanz, in der dein akutes Trainingspensum aus den letzten sieben Tagen deinem chronischen Trainingspensum der letzten 28 Tage gegenübergestellt wird. Der daraus resultierende Wert sagt dir, ob du weniger oder mehr trainiert hast als sonst oder ob deine Bilanz ausgewogen ist.
Daily Cardio Load und Trainingsbilanz erinnern durchaus an die Trainingsbereitschaft und die Trainingsbelastung von Garmin, wenn auch nicht in dieser Datentiefe. Trotzdem bin ich beeindruckt, dass sich Samsung in den Bereich der fortgeschrittenen Trainingsmetriken vorwagt. Wie gut das in der Praxis tatsächlich funktioniert, kann ich abschließend noch nicht beurteilen. Bisher macht es aber einen sehr guten Eindruck auf mich.

Welche bekannten Gesundheitsfunktionen sind an Bord?
Da hätten wir zum einen den Energy Score, der dir Informationen zu deiner aktuellen Tagesverfassung und deinen Energiereserven liefert. Das Ganze ist vergleichbar mit der Body Battery von Garmin oder dem BioCharge von Amazfit. Tippst du die Funktion an, bekommst du weiterführende Informationen zur durchschnittlichen Herzfrequenz während der Nachtruhe und zu deiner Herzfrequenzvariabilität.

Und wenn wir schon über die Nachtruhe sprechen, müssen wir auch über die Schlafüberwachung reden. Da konnte ich keine Auffälligkeiten feststellen. Ganz im Gegenteil, Einschlaf- und Aufwachzeiten sowie die daraus resultierende Schlafdauer werden präzise und solide erkannt. Das gilt übrigens auch für Tagesnickerchen. Alle weiteren Metriken, wie beispielsweise die Schlafphasen, empfehle ich wie immer zu ignorieren.
Abgesehen von Energy Score und Schlafüberwachung bietet die Galaxy Watch 9 natürlich auch die EKG- und die Blutdruckmessung an. Und wie immer gilt hier, diese beiden Funktionen sind ausschließlich Besitzern von Samsung-Smartphones zugänglich. Bei einem Gerät dieser Preisklasse ist das eine Einschränkung, die ich nach wie vor ärgerlich finde.
Was kann die Galaxy Watch 9 beim Sport?
Auf den ersten Blick hat die Galaxy Watch 9 in Sachen Sport und Fitness abgesehen von den bereits besprochenen Funktionen nichts Neues zu bieten. Ich habe aber genauer hingesehen und dabei Features entdeckt, die mich wirklich positiv überrascht haben.

Vorinstalliert sind wie immer rund 100 Sportprofile, womit die gängigsten und beliebtesten Aktivitäten abgedeckt sind. Schaust du dir ein einzelnes Sportprofil an, findest du dort einige Einstellungsmöglichkeiten. Da gibt es typische Funktionen wie die automatische Runde, eine Alarmfunktion für den Puls oder eine Trinkerinnerung während der Aktivität. Es geht weiter mit der automatischen Pause, und schließlich kannst du noch einen Audio-Guide aktivieren, der dir in regelmäßigen Abständen per Sprachansage die wichtigsten Leistungsdaten mitteilt.

Warum die neuen Pulszonen der Galaxy Watch 9 wichtig sind
Und damit kommen wir zu dem Feature, das mich am meisten beeindruckt hat.
Tippst du auf die Einstellungen zu den Pulsbereichen, kannst du deine Zonen zunächst auf Basis deiner maximalen Herzfrequenz berechnen lassen. Die HFmax musst du dafür in deinem Nutzerprofil hinterlegen. Das ist ansich Standard und findest sich auch auf vielen andern Smartwatches
Zusätzlich bietet die Samsung Galaxy Watch 9 aber noch weitere Alternativen an. Denn du kannst deine Pulszonen jetzt auch über die Herzfrequenzreserve ermitteln, besser bekannt als Karvonen-Formel, oder du verwendest die Laktatschwelle. Mit diesen beiden Berechnungsmethoden bekommst du Pulszonen, die deutlich individueller auf deine persönlichen Verhältnisse zugeschnitten sind, womit du wesentlich effektiver trainieren kannst.

Alleine die Tatsache, dass Samsung nun alle drei Pulszonenmodelle anbietet, hat mich überrascht. Was mich aber wirklich begeistert hat, war die Berechnung der Laktatschwelle. Die hat die Uhr nicht nur automatisch, sondern auch sehr präzise erledigt. Die Galaxy Watch 9 hat meine Laktatschwelle mit einem Puls von 155 Schlägen definiert, was fast auf den Herzschlag genau mit den Angaben meiner Garmin Venu 4 übereinstimmt. Das ist für einen Hersteller, der bisher nicht gerade als Spezialist für ambitionierte Läufer aufgefallen ist, ein starkes Ergebnis.

Hinweis: Bei Pulsreserve und Laktatschwelle handelt es sich nicht um exklusive Funktionen für die GW9. Beides wird auch schon am Vorgängermodell angeboten, was mir zugegeben völlig entgangen ist. Da ich so beeindruckt davon bin, dass Samsung nur auch solche Features anbietet, wollte ich die Gelegenheit nutzen und hier nochmal darauf hinweisen
Wie detailliert ist die Trainingsaufzeichnung?
Werfen wir zum Abschluss noch einen kurzen Blick in eine typische Trainingsaufzeichnung. Ganz oben bekommst du zuerst die wichtigsten Details aufgelistet, danach folgt der Streckenverlauf. Als Nächstes kommt die Aufzeichnung der einzelnen Runden mit den jeweiligen Zwischenergebnissen, dann die Pulsbereiche und zu guter Letzt Angaben zu den Laufmetriken beziehungsweise zur Laufökonomie. Ganz am Ende steht die aktuelle VO2max, und die deckt sich wiederum ganz genau mit den Informationen meiner Garmin Venu 4.

Wie genau misst die Samsung Galaxy Watch 9?
Die Messgenauigkeit ist immer ein interessantes Thema an Smartwatches, weshalb ich die Uhr bei einigen Lauftrainings mitgeführt habe. Ebenfalls mit dabei waren als Referenzgeräte die Garmin Venu 4 in Verbindung mit dem Polar H10 Brustgurt sowie der Amazfit Helio Strap.
Wie präzise ist die Pulsmessung?
Puls- und Streckenmessung Test – alle Daten auf einem Blick
| Samsung GW 9 | Polar H10 | Amazfit Helio Strap | Garmin Venu 4 | |
|---|---|---|---|---|
| Dauerlauf | ||||
| durchschnittl. HF | 147 bpm | 147 bpm | 147 bpm | |
| maximale HF | 134 bpm | 134 bp, | 133bpm | |
| Intervalltraining | ||||
| durchschnittliche HF | 133 bpm | 134 bpm | ||
| maximale HF | 168 bpm | 168 bpm | 169 bpm | |
| Streckenmessung | 9,96 km | 10,00 KM |

Zuerst einmal ein ganz herkömmlicher Trainingslauf mit ein paar kleineren Tempovariationen, ansonsten aber eher gleichbleibendem Tempo. Und wie du sehen kannst, haben alle drei Geräte eine sehr ähnliche Messaufzeichnung abgeliefert. Da gibt es keine nennenswerten Ausreißer nach oben oder nach unten. Das spiegelt sich auch in den Messdaten (siehe oben ) wider, die fast ident sind.

Als Alternative möchte ich dir auch ein Intervalltraining zeigen. Das Setup an Geräten ist völlig identisch, die Garmin Venu 4 ist also wieder mit dem Polar H10 verbunden, dazu kommen der Amazfit Helio Strap und selbstverständlich unsere Galaxy Watch 9.
Sehen wir uns das Diagramm im Detail an, stellen wir fest, dass hier alle drei Geräte wieder eine sehr solide und zuverlässige Messung zustande gebracht haben. Einzige Ausnahme ist das fünfte Intervall. Da gab es offenbar eine Unterbrechung in der Pulsmessung an der Galaxy Watch 9. Das ist ein Problem, das bei allen Smartwatches und Sportuhren das eine oder andere Mal vorkommen kann. Wünschenswert ist es nicht, es passiert aber trotzdem.
Alles in allem konnte die Messung der Galaxy Watch 9 durchaus überzeugen. Die durchschnittliche und die maximale Herzfrequenz sind bei allen drei Geräten praktisch ident.
Wie zuverlässig ist die Streckenmessung?
Zu guter Letzt die Streckenmessung, bei der die Garmin Venu 4 als Referenzgerät mit dabei war. Gemeinsamkeit zwischen den beiden Uhren ist die Verwendung von Dual-Band-GNSS, weshalb ich hier keine allzu großen Messunterschiede erwartet habe.




Alles in allem macht die Samsung Galaxy Watch 9 bei der Streckenmessung einen sehr zuverlässigen, soliden und präzisen Job.
Wie schlagen sich die smarten Features?
Die smarten Features sind der einzige Softwarebereich an der Galaxy Watch 9, in dem es im Vergleich zum Vorgängermodell zu keinen wesentlichen Neuerungen gekommen ist. Mit einer einzigen Ausnahme. Gemini, die Google-KI, ist noch tiefer im System verankert. Du kannst sie im Chat genauso nutzen, wie du es von der Smartphone-App gewohnt bist. Ich empfehle dir hier aber unbedingt die Spracheingabe, weil das ewige Herumtippen auf der kleinen integrierten Tastatur doch eher mühsam ist.
Das gilt übrigens auch für Benachrichtigungen. Empfangen werden alle denkbaren Mitteilungen, angefangen bei Hinweisen auf bevorstehende Aufgaben bis hin zu demnächst fälligen Kalenderterminen. Darauf kannst du mit vorgefertigten Antworten reagieren, du verfasst eigene Antworten auf der Tastatur oder du nutzt eben die Spracheingabe. Positiv erwähnen möchte ich, dass der Text in Mitteilungen vollständig angezeigt wird, genauso wie mitgesendete Emojis oder Bilder.
Für das musikalische Vergnügen stehen dir alle beliebten Streamingdienste wie Spotify, Deezer oder YouTube Music zur Verfügung. Außerdem gibt es ausreichend internen Speicher, der genug Platz für eigene Playlists oder Alben bietet.
Ebenso kannst du alle Google-Dienste nutzen, angefangen beim Google Kalender über Notizen und Aufgaben bis hin zum Play Store. Und natürlich gibt es auch die Google Wallet, wobei hier als Alternative die schon erwähnte Samsung Wallet bereitsteht. Abschließend sei angemerkt, dass du selbstverständlich auch Apps und Watchfaces von Drittanbietern direkt aus dem Play Store herunterladen und installieren kannst.
Fazit: Lohnt sich die Samsung Galaxy Watch 9?
Als ich die ersten Berichte und Spezifikationen zur neuen Galaxy Watch 9 gelesen habe, hielt sich meine Begeisterung durchaus in Grenzen. Ich befürchtete ein kleines Hardware-Update, das im besten Fall eine Optimierung des Vorgängermodells darstellt.
Nach meinem Test hat sich meine Meinung grundlegend geändert. Wir haben mit der Galaxy Watch 9 eine tolle Smartwatch, die viele interessante und neue Funktionen anbieten kann. Einige davon haben mich wirklich überrascht, und zugegeben, manche sogar begeistert. Dass Samsung nun alle drei Pulszonenmodelle anbietet und die Laktatschwelle automatisch und präzise erkennt, ist für mich das eigentliche Highlight dieser Generation.
Bei all diesen Neuerungen dürfen wir aber die eine große Schwäche nicht übersehen, nämlich die Akkulaufzeit. Das ist ein Problem, das Samsung seit einigen Modellgenerationen überhaupt nicht in den Griff bekommt. Vielleicht will man das auch gar nicht. Wenn man beispielsweise ins Apple-Lager hinüberblickt, sind es die Fans dort seit elf Modellgenerationen gewohnt, dass die Apple Watch akkumäßig ziemlich schwach auf der Brust ist, was an der Beliebtheit der Uhr aber überhaupt nichts ändert. Vielleicht verfolgt Samsung eine ähnliche Strategie. Man weiß es nicht.
Solltest du über einen Umstieg von der Galaxy Watch 7 oder der Galaxy Watch 8 auf das neue Modell nachdenken, empfehle ich dir, noch ein wenig zu warten. Laut Samsung sollen diese beiden Modellgenerationen alle Neuheiten und Funktionen, die ich dir heute vorgestellt habe, per Software-Update bekommen. Wann das konkret der Fall ist, ist zum aktuellen Zeitpunkt aber noch nicht bekannt.
Und noch ein Tipp zum Preis. Kaufe die Uhr nicht zum Listenpreis. Samsung-Geräte fallen erfahrungsgemäß relativ schnell, und in dem Moment, in dem die Galaxy Watch 9 deutlich unter 400 Euro rutscht, wird sie zu einer richtig attraktiven Smartwatch.
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Häufige Fragen zur Samsung Galaxy Watch 9
Grundsätzlich ja, du brauchst Android 13 oder höher. Einige Funktionen sind aber Samsung-Smartphones vorbehalten, darunter die EKG-Messung und die Blutdruckmessung. Mit einem iPhone funktioniert die Uhr nicht.
Samsung nennt für das 44-mm-Modell bis zu 40 Stunden ohne Always-on-Display und bis zu 30 Stunden mit AOD. In meinem Test mit deaktiviertem AOD kam ich je nach Nutzung auf 24 bis 30 Stunden. Du musst die Uhr also praktisch täglich laden.
Ja, und das ist eine der wichtigsten Neuerungen. Die Uhr erkennt deine Laktatschwelle automatisch und kann deine Pulszonen darauf aufbauen. In meinem Test lag der ermittelte Wert von 155 Schlägen fast exakt auf dem Niveau meiner Garmin Venu 4.
Ja. Die Uhr ist bis 5 ATM wasserdicht und nach IP68 zertifiziert. Schwimmen im Pool oder im Meer sowie Duschen sind kein Problem. Für Tauchgänge oder Wassersport mit hohem Druck ist sie nicht gedacht.
In meinen Vergleichsläufen gegen den Polar H10 Brustgurt und den Amazfit Helio Strap lieferte sie sehr solide Werte. Durchschnitts- und Maximalpuls waren praktisch identisch. Bei einem Intervalltraining gab es in einem Intervall einen kurzen Messaussetzer, was aber bei jeder Smartwatch vorkommen kann.
Laut Samsung ja, per Software-Update. Ein konkreter Termin steht bislang nicht fest. Wenn du eine dieser beiden Uhren besitzt, würde ich deshalb abwarten, bevor du auf die Galaxy Watch 9 umsteigst.
Letzte Aktualisierung am 28.08.2026 / Affiliate Links / Bilder von der Amazon Product Advertising API

