Suunto hat mit der Run 2 nicht einfach nur ein bisschen Modellpflege betrieben. Display, Pulssensor, GPS, Akku, Speicher und WLAN sind neu, dazu kommen Offline-Karten, ein Musikplayer und ein paar frische Trainingsfunktionen. Die Uhr richtet sich vor allem an begeisterte Hobbyläufer, eignet sich aber auch für viele andere Aktivitäten. Drei Wochen lang habe ich sie im Alltag und im Training getragen und gegen meine üblichen Referenzgeräte antreten lassen. Hier zeige ich Dir, was an der Uhr gut finde und was mich weniger überzeugt.
Kurzinfo Suunto Run 2
4,0/5
Vorteile
Sehr präzise Pulsmessung, auch bei Intervallen
Offline-Karten mit funktionierender Navigation
Deutlich verbesserte Streckenmessung
Display mit bis zu 2.000 Nits, auch in der Sonne gut ablesbar
Nur 35 g leicht, mit Musikplayer und WLAN
Nachteile
Akkulaufzeit nur im hinteren Mittelfeld (im Test rund 8 Tage)
Keine Straßennamen auf den Karten
Suunto Erholung lieferte im Test kaum nachvollziehbare Werte
Mein Testfazit:

Die Suunto Run 2 ist deutlich mehr als eine kleine Modellpflege. Pulsmessung und Streckenaufzeichnung haben mich im Test überzeugt, die neue Kartennavigation funktioniert im Alltag gut und das Display ist ein echter Sprung nach vorne. Schwächen zeigt die Uhr bei der Akkulaufzeit und bei der Erholungsfunktion. Für Läufer, die keine Race oder Vertical brauchen, ist die Run 2 eine sehr runde Sportuhr.
Ob die Smartwatch für Dich die beste Wahl ist, und welche interessanten Alternativen es noch gibt, erfährst Du am Ende des Testberichts.
- LEICHTE LAUFUHR: Robuste und bis 5 ATM wasserdichte Sportuhr für Marathontraining mit 35-g-Uhrengehäuse, 11,7-mm-Profil und Lünette aus Edelstahl
- AMOLED-DISPLAY mit 2.000 NITS: 1,32-Zoll-LTPS-Hybrid-AMOLED, geschützt durch Gorilla Glass, dreimal heller als das der Suunto Run – eine Outdoor-Uhr…
- VERBESSERTES HERZFREQUENZMESSGERÄT: Zwölfkanalsensor für präzise Aufzeichnungen auch bei intensiven Intervallen – ermöglicht durchgehende…
Vergleich Suunto Run 2 vs Run
| Suunto Run 2 | Suunto Run | |
| Bild | ![]() | ![]() |
| Preis | 299 Euro (4 GB), 349 Euro (64 GB) | 249 Euro (Launchpreis) |
| Abmessungen | 46 x 46 x 11,7 mm | 46 x 46 x 11,5 mm |
| Gewicht | 35 g | 36 g |
| Material | Glasfaserverstärktes Polyamid, Lünette aus Edelstahl | k.A. |
| Uhrenglas | Gorilla Glass | Gorilla Glass |
| Wasserdicht | 5 ATM | k.A. |
| Display | 1,32 Zoll LTPS-AMOLED, 466 x 466 Pixel, bis 2.000 Nits | 1,32 Zoll AMOLED, bis 600 Nits |
| Akku Smartwatch Modus | bis 13 Tage | bis 12 Tage |
| Akku Singleband GNSS | bis 30 Std. | bis 30 Std. |
| Akku Dualband GNSS | bis 24 Std. | bis 20 Std. |
| Sensoren | Optischer 12-Kanal-Herzfrequenzsensor mit 2,5D-Glas | Optischer Herzfrequenzsensor mit zwei Kanälen |
| Streckenmessung | Dualband GNSS (L1 + L5), neue Chip-Generation | Dualband GNSS (L1 + L5) |
| Navigation | Offline-Karten ohne Straßennamen | Nur Brotkrümelnavigation |
| Konnektivität | Bluetooth, WLAN (2,4 und 5 GHz) | Kein WLAN |
| Interner Speicher | 4 GB oder 64 GB | 4 GB |
Was kostet die Suunto Run 2 und welche Varianten gibt es?
Erstmals gibt es die Run in zwei Versionen, die sich ausschließlich im internen Speicher unterscheiden. Die Variante mit 4 GB kostet 299 Euro, die Variante mit 64 GB 349 Euro. Beide Versionen sind bei Technik und Funktionen völlig identisch. Auch die 4-GB-Version reicht übrigens aus, um Kartenmaterial zu speichern.
Ich habe die 64-GB-Variante in Grün getestet. Zum Vergleich, die erste Run ist mit 249 Euro gestartet. Der Aufpreis ist also durchaus kräftig ausgefallen. Dazu kommt, dass ich die Aufteilung in zwei Speichervarianten für unnötig halte. Wer viel Offline-Musik und mehrere Kartenregionen speichern will, greift zur 64-GB-Version. Alle anderen kommen mit 4 GB gut zurecht.
Im Lieferumfang findest Du die Uhr, ein Silikonarmband (Suunto Athletic 6, 22 mm, Größe S/M), ein USB-C-Ladekabel und eine Kurzanleitung.
Wie sind Design und Tragekomfort der Suunto Run 2?
Optisch gibt es im Vergleich zum Vorgängermodell keine nennenswerten Unterschiede. Das Gehäuse besteht hauptsächlich aus glasfaserverstärktem Polyamid, nur die Lünette ist aus Edelstahl. Mit 46 mm Durchmesser und 35 g Gewicht trägt sich die Run 2 sehr angenehm und unauffällig. Sie ist bis 5 ATM wasserdicht. Die Abmessungen haben sich minimal verändert (11,7 statt 11,5 mm Höhe, ein Gramm weniger Gewicht), spürbar ist das in der Praxis nicht.
Das Silikonarmband ist hochwertig verarbeitet und lässt sich dank Schnellwechselverschluss einfach und bequem tauschen. Gerade bei langen Läufen und in der Nacht merkst Du die Uhr kaum am Handgelenk. Das ist für Schlaftracking und Dauerträger ein echter Pluspunkt.
Wie gut ist das Display der Suunto Run 2?
Hier gibt es die wichtigste sichtbare Neuerung. Suunto hat die maximale Helligkeit auf 2.000 Nits gesteigert (beim Vorgänger waren es 600). Das merkst Du vor allem bei direkter Sonneneinstrahlung, denn Tempo, Puls und Distanz bleiben auch dann klar lesbar. Der 1,32 Zoll große AMOLED-Touchscreen ist durch Gorilla Glass geschützt, läuft sehr flüssig und liefert eine klare Auflösung.
Mein einziger Kritikpunkt ist der relativ breite schwarze Rahmen, der permanent sichtbar bleibt. Das erinnert mich an die Polar Uhren und an die Amazfit Cheetah 2 Pro. Die verfügbare Anzeigefläche wird nicht zur Gänze genutzt, was ich persönlich immer schade finde, weil es einfach nicht schön aussieht. Damit bin ich offenbar nicht allein, auch in den sozialen Netzwerken lese ich dazu einige kritische Stimmen.
Wie bedienst Du die Suunto Run 2?
Die Hauptbedienung läuft über den Touchscreen mit Tipp- und Wischgesten. Zusätzlich gibt es eine drehbare Krone, mit der Du durch die Menüs scrollst. Das funktioniert übrigens sehr gut. Dazu kommen zwei seitliche Tasten, die Du mit beliebigen Funktionen belegen kannst. Im Training kannst Du also bequem mit den Tasten arbeiten, im Alltag greifst Du wahrscheinlich eher zum Touchscreen oder zur Krone.
Wie lange hält der Akku der Suunto Run 2?
Suunto hat der Run 2 einen deutlich größeren Akku verpasst. Mit 380 mAh ist er rund 30 Prozent stärker als beim Vorgänger (295 mAh). Interessanterweise macht sich das in den Laufzeiten weniger bemerkbar, als man vermuten würde.
Ich habe die Herstellerangaben der Run 2 mit der ersten Run und mit einigen Konkurrenzmodellen verglichen.
| Suunto Run 2 | Suunto Run | Coros Pace 4 | Amazfit Cheetah 2 Pro | Huawei Watch GT Runner 2 | Garmin Forerunner 570 | |
| Smartwatch Modus | bis 13 Tage | bis 12 Tage | bis 19 Tage | bis 20 Tage | bis 14 Tage | bis 11 Tage |
| Multiband GNSS | bis 24 Std. | bis 20 Std. | bis 31 Std. | bis 31 Std. | bis 32 Std. | bis 14 Std. |
| Singleband GNSS | bis 30 Std. | bis 30 Std. | bis 41 Std. | k.A. | k.A. | bis 18 Std. |
Im Smartwatch Modus hält die Run 2 laut Hersteller 13 Tage durch, gerade einmal einen Tag länger als die erste Run. Im Dualband-GNSS-Modus sind es vier Stunden mehr, im Singleband-GNSS-Modus gibt es keine Veränderung. Auf der Suunto Produktseite ist übrigens bei täglicher Nutzung von 10 Tagen (Run 8 Tage) die Rede. Die Angaben sind also nicht ganz einheitlich. Im Vergleich mit der Konkurrenz kann die Run 2 bei den meisten Modellen nicht mithalten. Einzig die Garmin Forerunner 570 liegt dahinter. Von den Herstellerangaben her ist die Run 2 also eher im hinteren Mittelfeld angesiedelt.
Das sind natürlich Herstellerangaben, die in der Praxis überprüft werden müssen. Genau das habe ich getan.
So habe ich die Suunto Run 2 verwendet.
- Im Testzeitraum 24/7 getragen
- Es waren alle Funktionen aktiviert (Ausnahme AOD)
- 3 Std. / Woche Outdoor Training mit aktivem GPS
- 2 Std. / Woche Indoor Training
- Smartwatch war permanent via BT mit Smartphone verbunden
Bei dieser Nutzung, die ich durchaus als intensiv bezeichnen würde, hat der Akku in den drei Wochen üblicherweise rund 8 Tage durchgehalten. Das ist ein solider Wert, der mit der Konkurrenz nicht ganz mithalten kann. Für einen Marathon, eine Tageswanderung oder eine lange Radtour reicht es aber auf jeden Fall, und genau darauf kommt es bei einer Sportuhr an. Bei der Akkulaufzeit hätte ich mir trotzdem ein bisschen mehr erwartet.
Wie genau misst die Suunto Run 2 Puls und Strecke?
Suunto verspricht an der Run 2 zwei wesentliche Verbesserungen. Beim Puls spricht der Hersteller von einer völlig neuen 12-Kanal-Technologie, die deutlich mehr Signale verarbeiten soll. Bei der Streckenmessung ist von einer neuen Generation die Rede, was auf einen neuen GPS-Chip oder ein neues Modul schließen lässt. Das war dringend nötig, denn in meinem GPS-Hardcore-Test im Sommer war die Suunto Run genau die Uhr, die die größten Probleme hatte. Die meisten Abweichungen wurden damals zwar per Algorithmus herausgerechnet, die Streckenaufzeichnung war trotzdem die schlechteste aller beteiligten Uhren.
Ob die Neuerungen etwas bringen, habe ich in der Praxis geprüft.
Puls- und Streckenmessung Test – alle Daten auf einem Blick
| Suunto Run 2 | Polar H10 (an Garmin Venu 4) | Amazfit Helio Strap | ||
| Dauerlauf | Ø Herzfrequenz | 131 bpm | 131 bpm | 131 bpm |
| Max. Herzfrequenz | 144 bpm | 144 bpm | 143 bpm | |
| Intervalltraining | Ø Herzfrequenz | 138 bpm | 138 bpm | 137 bpm |
| Max. Herzfrequenz | 171 bpm | 170 bpm | 171 bpm | |
| Strecke | 8,04 km | 8,06 km | ||
| Krafttraining | Ø Herzfrequenz | 101 bpm | 102 bpm | 102 bpm |
| Max. Herzfrequenz | 135 bpm | 139 bpm | 139 bpm |
Wie präzise ist die Pulsmessung beim Dauerlauf?
Beim ruhigen Dauerlauf im gleichbleibenden Tempo (Zone 2) hatte die Run 2 überhaupt kein Problem, mit den beiden Referenzgeräten Polar H10 Brustgurt und Amazfit Helio Strap mitzuhalten. Das Diagramm liegt nahezu deckungsgleich übereinander, und auch die Messdaten zeigen keine nennenswerten Unterschiede. Dass die Suunto Run 2 hier einen sehr guten Job macht, überrascht wenig. Eine Besonderheit gab es gegen Ende des Laufs. Als der Puls kurz deutlich absackte, folgten Suunto und Polar H10 dem Abfall sauber, während der Helio Strap diesen Einbruch zunächst gar nicht abbildete.
Wie gut ist die Pulsmessung beim Intervalltraining?
Beim kurzen, aber knackigen Intervalltraining mit fünf Belastungsphasen zeigt die Run 2 eine sehr gute Messleistung. Nur im zweiten Intervall gibt es ein paar minimale Abweichungen. Durchschnitts- und Maximalpuls aller drei Geräte sind fast identisch.
Spannend wird es im direkten Vergleich zwischen Suunto Run 2 und Brustgurt. Insgesamt gibt es in diesem Training 2.912 gemeinsame Messpunkte. Die Übereinstimmung liegt
- bei einer Spanne von 3 Herzschlägen bei 98,4 Prozent,
- bei einer Spanne von 5 Herzschlägen bei 99,3 Prozent,
- beim plötzlichen, deutlichen Pulsanstieg bei 94,2 Prozent,
- beim langsamen Pulsabfall bei 98,2 Prozent.
Dass die Genauigkeit bei plötzlichen Anstiegen sinkt, ist kein überraschendes Ergebnis. Die optische Pulsmessung reagiert auf schnelle Änderungen der Herzfrequenz immer mit einer gewissen Verzögerung im Vergleich zum Brustgurt. Alles in allem macht die Suunto Run 2 bei der Pulsmessung aber einen wirklich sehr guten Job, und das war bei Suunto Modellen in der Vergangenheit nicht immer der Fall.
Taugt die Pulsmessung beim Krafttraining?
Hier zeigt sich das übliche Bild der optischen Pulsmessung. Die Suunto Run 2 hat während des gesamten Trainings große Probleme, korrekte Daten zu erfassen. In der Mitte wird es zwar etwas besser, gegen Ende bei den letzten Übungen verschlechtert sich die Messung aber wieder deutlich. In Durchschnitts- und Maximalpuls (101 zu 102 bpm, 135 zu 139 bpm) sieht man das kaum, weil sich Ausreißer dort teilweise ausgleichen.
Der direkte Vergleich mit dem Polar H10 zeigt es dann ganz klar. Bei einer Spanne von 3 Herzschlägen stimmen die Geräte nur zu 48 Prozent überein, bei 5 Herzschlägen zu 62 Prozent. Das sind die typisch schlechten Ergebnisse der optischen Messung beim Krafttraining. Deshalb empfehle ich hier immer einen Brustgurt oder zumindest einen Oberarmgurt.
Wie genau ist die Streckenmessung der Suunto Run 2?
Die Suunto Run 2 ist mit Dualband GNSS ausgestattet. Als Referenzgerät diente die Garmin Venu 4, ebenfalls mit Dualband GNSS. Ich habe mir Streckenabschnitte angesehen, an denen in der Vergangenheit viele Uhren Probleme hatten. Im Intervalltraining lag die Run 2 mit 8,04 km übrigens sehr nahe an den 8,06 km der Referenz.
- Kehre am Flussufer: Hier kürzten viele Uhren die Kurve ab oder holten zu weit aus. Die Run 2 zeichnet die Strecke präzise auf.
- Enge Gasse mit hohen Gebäuden am Flussufer: Zu Beginn kommt die Run 2 minimal von der Strecke ab, findet aber rasch zurück und zeichnet den Rest sehr genau auf.
- Bahnhofsgelände mit Bahnbrücke, Bürotürmen und Bahntrasse: Hier driftet sogar die Garmin Venu 4 an einer Stelle etwas ab. Die Unterführung unter der breiten Bahnbrücke macht beiden Uhren keine Probleme, und die Run 2 meistert den Abschnitt ohne nennenswerte Probleme.
- Rückkehr von den Feldern in die Stadt mit enger Gasse und Kirchenplatz: Auch hier liefert die Run 2 eine sehr ordentliche Messleistung.




Mein Eindruck ist klar. Suunto hat die Streckenmessung an der Run 2 deutlich verbessert. Ich war mit den Ergebnissen sehr zufrieden.
Die vollwertige Kartennavigation ist die wichtigste funktionale Neuerung gegenüber dem Vorgänger, der nur eine Brotkrümelspur kannte. Das Kartenmaterial stellt Dir Suunto direkt in der App kostenlos zur Verfügung. Du wählst die gewünschte Region aus und lädst sie herunter. Download und Installation gehen rasch und unkompliziert, denn die Run 2 hat ein WLAN-Modul.
In der App ist außerdem ein Routenplaner enthalten, der sehr benutzerfreundlich ist. Du planst Deine Route direkt dort, speicherst sie, und im selben Moment wird sie mit der Uhr synchronisiert. Externe Plattformen wie Komoot brauchst Du dafür nicht.
Das Kartenmaterial ist farblich gut strukturiert. Du erkennst Straßenverläufe, Wanderwege und wichtige Geländemarken sehr gut. Mein einziger kleiner Kritikpunkt sind die fehlenden Straßennamen, die auf der Suunto Produktseite übrigens beworben werden. Für mich war das kein allzu großes Problem. Ich habe die Navigation in einer mir völlig fremden Region mehrfach getestet und hatte so gut wie keine Orientierungsprobleme.
Die Routenführung blendet Richtungspfeile und Abbiegehinweise ein. Ich habe mehrfach gelesen, dass das bei manchen Nutzern nicht gut klappt. Das kann ich nicht bestätigen, bei mir hat es im Test immer wunderbar funktioniert. Für Trailläufer, Wanderer und Radfahrer macht die Navigation die Run 2 deutlich interessanter.
Was ist Energy Sense an der Suunto Run 2?
Energy Sense ist neu und durchaus mit der Stamina-Funktion von Garmin vergleichbar. Puls und Pace zeigen Dir Deine aktuelle Belastung. Energy Sense ergänzt das um eine Einschätzung, wie lange Deine Ausdauerreserven bei dieser Belastung noch reichen. Das soll Dir helfen, Deine Kräfte besser einzuteilen. Bei einem Marathon kannst Du so besser entscheiden, ob Du das Tempo halten musst, ein wenig rausnehmen solltest oder sogar noch zulegen kannst.
Du findest die Funktion im Sportprofil Marathon. Dort legst Du zuerst die gewünschte Distanz fest (von 5 km bis zur Marathondistanz) und aktivierst darunter Energy Sense, derzeit noch als Beta-Version. Während der Aktivität bekommst Du den Ausdauerwert auf einer eigenen Datenseite eingeblendet.
Was bringt Zone Sense an der Run 2?
Zone Sense ist nicht neu, war bisher aber nur über Suunto Plus nutzbar. An der Run 2 gehört es jetzt standardmäßig zur Funktionspalette. Gemessen wird nicht nur der Puls, sondern auch die Herzfrequenzvariabilität. Dadurch lässt sich die Trainingsbelastung genauer ermitteln und die Pulszonen werden individuell auf Dich abgestimmt.
Du brauchst dafür einen Brustgurt, der aber nicht zwingend von Suunto sein muss. Der Polar H10 funktioniert genauso wie Geräte von Garmin. Gesonderte Einstellungen sind nicht nötig. Sobald die Uhr mit dem Brustgurt verbunden ist, ist Zone Sense im Laufmodus automatisch aktiv. Während der Aktivität siehst Du eine eigene Datenseite mit den speziellen Pulszonen. Das ist eine sehr interessante Funktion, die sich zum Ausprobieren lohnt.
Hat die Suunto Run 2 einen Musikplayer?
Ja, die Run 2 hat einen vollwertigen Musikplayer mit internem Speicher bekommen. Du kannst eigene Musikdateien und Playlists direkt auf die Uhr übertragen und über einen verbundenen Kopfhörer hören. Nicht möglich ist die Nutzung von Streamingdiensten wie Spotify oder YouTube Music. Für musikbegeisterte Hobbysportler ist das ein nettes Extra. Wer viele Songs speichern will, sollte allerdings zur 64-GB-Version greifen.
Wie gut ist die Schlafüberwachung der Suunto Run 2?
Die Schlafüberwachung bietet nichts spektakulär Neues, macht aber einen sehr zuverlässigen Job. Bei Einschlaf- und Aufwachzeiten gab es kaum nennenswerte Abweichungen zu meinen Vergleichsgeräten Garmin Venu 4 und Amazfit Helio Strap.
Besonders gut gefällt mir die übersichtliche Aufbereitung. Wenn Du das Widget öffnest und nach unten scrollst, findest Du eine Liste aller relevanten Messdaten und Vitalparameter, verständlich dargestellt. Ganz am Ende kannst Du verschiedene Einstellungen vornehmen. Dort trägst Du Dein Schlafziel ein, aktivierst Messungen der Blutsauerstoffsättigung und der Herzfrequenzvariabilität, legst Deinen Schlafplan mit Zubettgeh- und Aufwachzeiten an und schaltest Aufwachalarm oder Schlafmodus ein. Messungen und Einstellungen in einem Widget zu bündeln, finde ich sehr benutzerfreundlich.
Ein kleiner Kritikpunkt betrifft die Tagesnickerchen. Die Uhr erkennt sie zuverlässig, führt sie aber nicht gesondert auf, sondern rechnet sie automatisch der Schlafdauer der Nachtruhe hinzu. Ich kann mir gut vorstellen, dass das dem einen oder anderen Nutzer nicht gefällt.
Wie zuverlässig ist Suunto Erholung?
Suunto Erholung ist eine recht neue Funktion, die meines Wissens erstmals mit der Race 2 vorgestellt wurde und jetzt auch an der Run 2 verfügbar ist. Das Widget zeigt Deinen aktuellen Erholungsgrad als einfache Prozentzahl. Darunter folgt ein Feedback vom Suunto Coach und dann die drei Faktoren, aus denen sich die Erholung berechnet, nämlich Schlafdauer, Herzfrequenzvariabilität und Trainingsstress. Dabei handelt es sich um 7-Tages-Durchschnittswerte.
Auf den ersten Blick wirkt das solide. Nach drei Wochen permanenter Nutzung hat sich bei mir aber eine ordentliche Portion Skepsis breitgemacht. Laut Run 2 war meine Erholung in diesen drei Wochen nie besser als 65 Prozent, egal wie hoch oder niedrig die zugrunde liegenden Daten waren. Ich hatte mehrere Tage hintereinander, an denen ich besonders gut und lange geschlafen habe, und auch meine HRV-Werte waren recht hoch. Beides deutet auf einen sehr guten, ausgeruhten Zustand hin. In der Suunto Erholung hat sich das nicht gezeigt.
Noch schwerer wiegt für mich, dass die Informationen selten bis nie mit meinem Körpergefühl übereinstimmten. Hätte ich sie in meiner Trainingsplanung berücksichtigt, hätte ich in den drei Wochen ungefähr die Hälfte meiner Einheiten absagen oder in lockere Zone-2-Läufe umwandeln müssen, obwohl es dafür keinen Anlass gab. Für mich funktioniert Suunto Erholung im Moment nicht. Vielleicht sind drei Wochen auch zu kurz für ein Urteil, ich beobachte das weiter. Mich interessiert, welche Erfahrungen Du damit gemacht hast.
Welche Trainingsfunktionen bietet die Suunto Run 2?
An der Uhr sind rund 35 Sportprofile vorinstalliert. Am Beispiel Laufen gibt es einige Einstellungs- und Anpassungsmöglichkeiten. Du legst zuerst die Art des Trainings fest, vom freien Training über Dauer- und Distanztraining bis zum Ghostrunner, den Du als persönlichen Pacemaker nutzen kannst. Dazu kommen die für Suunto typischen Batteriemodi, der von vielen Sportuhren bekannte Autostop und natürlich Energy Sense. Weitere Einstellungen kennst Du von anderen Uhren.
Nach dem Training blendet die Uhr direkt eine detaillierte Zusammenfassung ein. Du bekommst alle relevanten Messdaten, von den Basics wie Puls, Pace und Distanz bis zu ausführlichen Infos zur Laufökonomie, übersichtlich und mit hübschen Diagrammen aufbereitet.
Bei den erweiterten Trainingsmetriken sieht es so aus.
- Fortschritt: vergleichbar mit der chronischen Trainingsbelastung bei Garmin.
- Trainingsumfang: vergleichbar mit der akuten Trainingsbelastung bei Garmin. Leider setzt Suunto ihn jeden Montag auf 0 zurück. Zum Glück kannst Du die Ergebnisse der Vorwoche abrufen, mit den einzelnen Einheiten, der Trainingsdauer, den Pulszonen und einer Gruppierung nach Trainingsart.
- VO2max: In meinem Fall ist der Wert viel zu hoch, denn meine tatsächliche VO2max liegt bei 46 bis 47. Vielleicht braucht die Uhr noch einige harte Einheiten für korrekte Werte.
- Rennzeitprognose: für Distanzen von 5 km bis zum Marathon.
- Laktatschwelle: Sie deckt sich ungefähr mit den Angaben meiner Garmin Venu 4 und der Amazfit Cheetah 2 Pro. Hier macht die Run 2 einen recht guten Job.
Neu ist laut Suunto außerdem der Heat Strain Score, der die Hitzebelastung im Training abschätzen soll. Getestet habe ich ihn nicht.



Für wen lohnt sich die Suunto Run 2?
Die Run 2 ist eine moderne Sportuhr mit echten Highlights. Mit der vollwertigen Kartennavigation ist sie auch für Trailläufer, Wanderer und Radfahrer interessant. Die Pulsmessung hat mich mit ihrer Präzision beeindruckt, und der Musikplayer ist eine nette Draufgabe.
Besonders passend finde ich sie für Läufer, die eine ordentliche Sportuhr suchen, aber nicht bereit sind, ein mittleres Vermögen für eine Vertical oder eine Race auszugeben. Wer lange Akkulaufzeiten über alles stellt, findet bei Coros, Amazfit oder Huawei die bessere Wahl. Wer Krafttraining mit optischer Messung genau aufzeichnen will, braucht bei jeder Uhr einen Brustgurt.
Fazit zur Suunto Run 2
Die Suunto Run 2 ist eine rundum gelungene Sportuhr, die in den wichtigen Bereichen liefert. Die Pulsmessung ist beim Laufen sehr präzise, die Streckenmessung hat sich spürbar verbessert, die Offline-Karten funktionieren im Alltag gut und das Display ist deutlich heller. Für Gesundheits- und Trainingsfunktionen ist die Uhr bestens ausgestattet und lässt kaum etwas vermissen.
Schwächen gibt es bei der Akkulaufzeit, die mit rund 8 Tagen im hinteren Mittelfeld liegt, beim breiten schwarzen Displayrahmen und bei der Erholungsfunktion, die für mich nicht funktioniert. Mit 299 bis 349 Euro ist die Run 2 außerdem kein Schnäppchen mehr.
Für viele Suunto Fans ist sie trotzdem eine attraktive Alternative, vor allem wenn sie nicht bereit sind, deutlich mehr für eine Vertical oder eine Race auszugeben. Mit 350 Euro bekommst Du eine durchaus gelungene Sportuhr, weshalb ich die Suunto Run 2 empfehlen kann.
- LEICHTE LAUFUHR: Robuste und bis 5 ATM wasserdichte Sportuhr für Marathontraining mit 35-g-Uhrengehäuse, 11,7-mm-Profil und Lünette aus Edelstahl
- AMOLED-DISPLAY mit 2.000 NITS: 1,32-Zoll-LTPS-Hybrid-AMOLED, geschützt durch Gorilla Glass, dreimal heller als das der Suunto Run – eine Outdoor-Uhr…
- VERBESSERTES HERZFREQUENZMESSGERÄT: Zwölfkanalsensor für präzise Aufzeichnungen auch bei intensiven Intervallen – ermöglicht durchgehende…
Häufige Fragen zur Suunto Run 2
Die Version mit 4 GB Speicher kostet 299 Euro, die Version mit 64 GB kostet 349 Euro. Technik und Funktionen sind bei beiden Versionen identisch.
Im Test hielt der Akku bei intensiver Nutzung mit allen Funktionen (ohne Always-on-Display) rund 8 Tage. Suunto nennt im Smartwatch Modus bis zu 13 Tage, im Dualband-GNSS-Modus bis zu 24 Stunden und im Singleband-GNSS-Modus bis zu 30 Stunden.
Ja, die Run 2 bringt weltweite Offline-Karten mit, die Du kostenlos über die Suunto App herunterlädst. Straßennamen zeigen die Karten im Test nicht an. Wie viele Regionen Du speichern kannst, hängt vom Speicher (4 oder 64 GB) ab.
Beim Laufen sehr genau. Im Intervalltraining stimmte die Uhr in einer Spanne von 5 Herzschlägen zu 99,3 Prozent mit dem Polar H10 Brustgurt überein. Beim Krafttraining waren es nur 62 Prozent, dort empfehle ich einen Brustgurt.
Ja, Du kannst eigene Musikdateien und Playlists auf die Uhr übertragen und über einen Bluetooth-Kopfhörer hören. Streamingdienste wie Spotify oder YouTube Music werden nicht unterstützt.
Ja, Zone Sense funktioniert nur mit einem Brustgurt. Es muss nicht zwingend ein Suunto Gurt sein, auch der Polar H10 und Geräte von Garmin funktionieren.
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