Amazfit Active 3 Premium Test – smarter Alleskönner um wenig Geld

Mit der Amazfit Active 3 Premium schickt Amazfit eine neue smarte Sportuhr ins Rennen, die sich speziell an Hobbyläufer und Ausdauersportler richtet. Das klingt nach einem bekannten Muster – doch was die smarte Sportuhr mitbringt, hat mich ehrlich gesagt ein Stück weit überrascht. Ich habe die Uhr rund zwei Wochen lang intensiv getestet: beim Laufen, Wandern, im Krafttraining und natürlich 24/7 am Handgelenk getragen. Was dabei herausgekommen ist, liest Du in diesem ausführlichen Testbericht.

Kurzinfo Amazfit Active 3 Premium

Testurteil: sehr gut
4,2/5 ★★★★★

Vorteile

Hochwertiges Edelstahlgehäuse mit Premium-Haptik

Hervorragendes AMOLED-Display (3.000 Nits, Saphirglas)

Ca. 9–10 Tage Akkulaufzeit im Praxistest

Offline-Karten mit Routing – für diese Preisklasse beeindruckend

Laktatschwellentest, 170+ Sportmodi, Zepp Coach

Nachteile

Display ohne Fingerabdruckbeschichtung – verschmutzt schnell

Kein Musikplayer (nur Musiksteuerung)

Unübersichtliche App-Struktur für Trainingsdaten

Geeignet für Dich,

  • wenn Du preisgünstige smarte Sportuhr suchst, die Alles bietet, was das Sportlerherz begehrt
  • wenn Du für Dein Outdoor Abenteuer eine Premium Navigation nutzen möchtest
  • wenn Du einen stylishen und smarten Alltagsbegleiter suchst, der auch auf Deine Gesundheit achtet.

Nicht geeignet für Dich,

  • wenn Du Deine Lieblingsmusik über die Smartwatch hören möchtest
  • wenn Du Dualband GNSS für sehr schwieriges Gelände brauchst

Testfazit:

Die Amazfit Active 3 Premium ist eine beeindruckend gut ausgestattete Sportuhr für knapp 170 Euro. Edelstahlgehäuse, brillantes AMOLED-Display, präzise Pulsmessung, umfangreiche Navigationsfunktionen mit Offline-Karten und ein Laktatschwellentest – das gibt es in dieser Preisklasse selten. Einige Abstriche wie das fehlende WLAN, kein Musikplayer und eine etwas unübersichtliche App-Struktur fallen kaum ins Gewicht. Für Hobbyläufer und Ausdauersportler mit knappem Budget gibt es derzeit kaum eine bessere Wahl.

Amazfit Active 3 Premium 45mm GPS Lauf-Smartwatch…
  • 𝐅ü𝐫 𝐋ä𝐮𝐟𝐞𝐫 𝐞𝐧𝐭𝐰𝐢𝐜𝐤𝐞𝐥𝐭: Verfügt über einen robusten Edelstahlrahmen, Saphirglas und ein leichtes…
Amazfit Active 3 Premium vGPS Lauf-Smartwatch…
  • 𝐅ü𝐫 𝐋ä𝐮𝐟𝐞𝐫 𝐞𝐧𝐭𝐰𝐢𝐜𝐤𝐞𝐥𝐭: Verfügt über einen robusten Edelstahlrahmen, Saphirglas und ein leichtes…

Vergleich Active 3, Active Max und Active 2

Amazfit Active 3 Premium 45mm GPS Lauf-Smartwatch, 1,32' AMOLED Saphir-Display, 12 Tage Akku, 4GB, NFC, Offline-Karten, 170+ Trainingsmodi, 5 ATM, Herzfrequenz- & Fitness-Tracker für Android & iPhoneAmazfit Active Max 48mm Smartwatch 1,5' AMOLED-Display, 25 Tage Akku, Offline-Karten, NFC, GPS, 4GB Speicher, 170+ Sportmodi, 5 ATM Wasserschutz, Herzfrequenz- & Schlaftracking für Android & iPhoneAmazfit Active 2 Smart Watch 44mm, NFC Zahlung, AI, Sprachsteuerung, GPS & kostenloses Kartenmaterial, 10 Tage Akku, Fitness Tracker mit 160+ Sportmodi, 5 ATM wasserdicht für Android & iPhone
ModellAmazfit
Active 3 Premium
Amazfit
Active Max
Amazfit
Active 2
Aktueller Preis
Amazon
169,90 EUR159,00 EUR109,99 EUR
Abmessungen45 x 45 x 11 mm48,5 x 48,5 x 12,2mm43,9 x 43,9 x 9,9 mm
Gewicht38 g (ohne Armband)39,5 g (ohne Armband)Standard: 29,5 g
Premium: 31,65 g
ohne Armband
Material GehäuseEdelstahlAluminiumlegierungEdelstahl
Material ArmbandSilikonSilikonStandard: Silikon
Premium: Leder
FarbenApex Silver,
Atlas Blue,
Aero White
BlackBlack
Red
Wasserdicht 5 ATM
zum Schwimmen geeignet
5 ATM
zum Schwimmen geeignet
5 ATM
zum Schwimmen geeignet
DisplayAMOLED Touchscreen
1,32 Zoll
480 x 480 px
bis 3000 Nits
AMOLED Touchscreen
1,5 Zoll
480 x 480 px
bis 3000 Nits
AMOLED Touchscreen
1,32 Zoll
466 x 466 px
bis 2000 Nits
Akku
Kapazität
typische Nutzung
intensive Nutzung
AOD Nutzung
GPS Modus

365 mAh
bis 12 Tage
bis 7 Tage
bis 4 Tage
bis 24 Std.

658 mAh
bis 25 Tage
bis 13 Tage
bis 10 Tage
bis 64 Std.

270 mAh
bis 10 Tage
bis 5 Tage
k.A.
bis 21 Std.
SensorenBeschleunigung,
Gyroskop,
Umgebungslicht,
Geomagnet,
Temperatur, Barometer
Beschleunigung,
Gyroskop,
Umgebungslicht,
Geomagnet,
Temperatur, Barometer
Beschleunigung,
Gyroskop,
Umgebungslicht,
Geomagnet,
Temperatur, Barometer
StreckenmessungSingle GNSS
(5 Satellitensysteme)
Single GNSS
(5 Satellitensysteme)
Single GNSS
(5 Satellitensysteme)
Mikro, Lautsprecher
KonnektivitätBluetoothBluetoothBluetooth

Design und Display

Design

Getestet habe ich die Variante in Apex Silver. Und ich muss sagen: Der erste Eindruck ist stark. Das Gehäuse aus hochwertigem Edelstahl verleiht der Uhr eine Optik und Haptik, die man in dieser Preisklasse nicht unbedingt erwartet. Mit 45 mm Durchmesser und einem Gewicht von nur 38 Gramm (ohne Armband) liegt die Active 3 Premium angenehm am Handgelenk – ich selbst habe einen Handgelenksumfang von knapp 19 cm und die Proportionen passen dort ideal. Auch für schmalere Handgelenke dürfte die Größe in den meisten Fällen kein Problem darstellen.

Den sportlichen Charakter erkennt man sofort an zwei Details: den vier physischen Tasten und dem gelochten Silikonarmband. Die vier Tasten sind neu in der Active-Reihe und machen beim Training einen deutlichen Unterschied – mit verschwitzte Händen auf einem Touchscreen zu navigieren ist schlicht mühsamer, als einen Knopf zu drücken. Das gelochte Armband sorgt dafür, dass weniger Schweiß unter der Uhr bleibt, was auch die Stabilität beim Training verbessert. Wer das Design nicht mag: Das Armband lässt sich dank Schnellwechselverschluss schnell und unkompliziert tauschen. Gängige 20-mm-Armbänder passen.

Die Wasserdichtigkeit entspricht 5 ATM – die Uhr ist damit problemlos beim Schwimmen und Duschen einsetzbar. Ein kleiner Wermutstropfen: Das Saphirglas hat keine Fingerabdruckbeschichtung. Das Ergebnis kennen Amazfit-Nutzer schon von anderen Modellen der Marke – das Display verschmutzt sehr schnell und muss regelmäßig gereinigt werden.

Display

Verbaut ist ein 1,32 Zoll großes AMOLED-Panel mit einer Auflösung von 480 x 480 Pixel (353 PPI) und einer maximalen Helligkeit von bis zu 3.000 Nits. Das sind ausgezeichnete Werte – und in der Praxis merkt man das sofort. Die Ablesbarkeit bei direkter Sonneneinstrahlung ist hervorragend, die Farben sind kräftig und scharf, die Reaktionsgeschwindigkeit des Touchscreens ist tadellos.

Die Helligkeit wird standardmäßig über den Umgebungslichtsensor automatisch geregelt, lässt sich aber auch manuell anpassen. Dazu gibt es einen Always-On-Modus, einen Nachtmodus und eine Nachtanzeige in Rot, Orange oder Grün – praktisch, wenn man nachts nicht durch ein gleißendes Display gestört werden möchte. Eine große Auswahl an Watchfaces – teils kostenlos, teils kostenpflichtig, viele davon individuell anpassbar – rundet das Displayerlebnis ab.

Bedienung

Die Kombination aus vier physischen Tasten und Touchscreen funktioniert gut. Im Alltag navigiert man hauptsächlich per Touchscreen, während des Trainings übernehmen die Tasten. Damit lassen sich alle wichtigen Funktionen und Menüs bequem aufrufen, weiter können die Buttons auch mit Schnellfunktionen belegt werden. Die Bedienung ist intuitiv und nach kurzer Eingewöhnungszeit flüssig.

Die Zepp-App, die zur Konfiguration und Datensynchronisation genutzt wird, bietet zahlreiche Einstellungsmöglichkeiten. Hier lassen sich Watchfaces installieren, Trainingspläne synchronisieren, Karten herunterladen und sämtliche Gesundheits- sowie Trainingsdaten auswerten. Die App selbst ist übersichtlich aufgebaut – allerdings gibt es einen Kritikpunkt bei der Aufbereitung der Trainingsdaten, auf den ich im Abschnitt Sport & Fitness noch gesondert eingehe.

Akkulaufzeit

NutzungsszenarioHerstellerangabe
Typische NutzungBis zu 12 Tage
Intensive NutzungBis zu 7 Tage
Always-On-Display (AoD)Bis zu 4 Tage
Kontinuierliches GPSBis zu 24 Stunden
GPS EnergiesparmodusBis zu 76 Stunden

Im Praxistest unter meinen standardisierten Testbedingungen

  • 24/7 getragen, alle Funktionen aktiv (ohne AoD),
  • mindestens 3 Stunden pro Woche Outdoor-Training mit GPS,
  • mindestens 2 Stunden Indoor-Training,
  • dauerhaft via Bluetooth mit dem Smartphone verbunden

hielt der Akku im ersten Durchgang ziemlich genau 10 Tage durch. Im zweiten Testdurchgang zeichnet sich ein ähnliches Ergebnis ab: Nach vier Tagen zeigt die Uhr noch 60 % Restakku, was wieder auf rund 9–10 Tage Gesamtlaufzeit hinweist.

Damit werden die Herstellerangaben in meinem Test voll und ganz bestätigt. Für eine Sportuhr mit Offline-Karten, AMOLED-Display und aktivem GPS-Betrieb ist das ein sehr solides Ergebnis. Geladen wird über ein proprietäres magnetisches Ladegerät, wobei ein Kabel im Lieferumfang nicht enthalten.

Gesundheitsfunktionen

Bei den Gesundheitsfunktionen setzt Amazfit auf das bewährte Repertoire der eigenen Plattform – ergänzt durch einige interessante Details.

Die Schlafüberwachung zeichnet Schlafdauer, Schlafphasen (inkl. REM) sowie Nickerchen auf und vergibt einen Sleep Score. Die Erfassung der Schlafdauer macht einen soliden und im Großen und Ganzen zuverlässigen Eindruck. Die Schlafphasenerkennung liefert, wie bei allen Smartwatches, nur Näherungswerte und sollte mit der entsprechenden Skepsis betrachtet werden.

Ein Punkt, der mich an der Schlafüberwachung stört: Viele Vitalparameter, die die Uhr nachts aufzeichnet, darunter durchschnittliche Herzfrequenz, Atemfrequenz und HRV, werden nicht direkt in der Schlafübersicht angezeigt. Man muss sich diese Infos mühsam aus verschiedenen Widgets zusammensuchen. Das ist nicht besonders benutzerfreundlich und hier wäre deutlich mehr möglich.

Herzstück der Amazfit-Gesundheitsüberwachung ist der BioCharge. Der BioCharge-Score (Skala 1–100) gibt Auskunft über die aktuelle Tagesverfassung, den Erholungsstatus und die verfügbaren Energiereserven. Der Wert wird morgens beim Aufwachen ermittelt und sinkt im Laufe des Tages je nach Aktivität, Trainingsintensität und Stresslevel. Zusätzlich wird aufgelistet, welche Ereignisse sich direkt auf den BioCharge ausgewirkt haben. In der Praxis motiviert dieses System tatsächlich zu einer bewussteren Steuerung von Training und Erholung.

Das HRV-Widget liefert Durchschnittswerte aus der letzten Nacht sowie eine Wochenübersicht inklusive Baseline-Wert. Ich habe die HRV-Messungen kontinuierlich mit meiner Garmin Venu 4 verglichen – und war positiv überrascht: Die Messdaten der Active 3 Premium waren in den vollen zwei Testwochen fast immer identisch mit denen meines Referenzgeräts. Das ist für eine Uhr in dieser Preisklasse wirklich bemerkenswert.

Darüber hinaus bietet die Active 3 Premium ein 24-Stunden-Stress-Tracking, SpO2-Überwachung, Hauttemperaturmessung sowie die OneTap-Messung, mit der sich in etwa 45 Sekunden Herzfrequenz, Stresslevel, Blutsauerstoff und Atemfrequenz auf einmal erfassen lassen. Abgerundet wird das Ganze durch das PAI-System (Personal Activity Intelligence), das tägliche Bewegung in Punkte umrechnet und damit zu mehr Aktivität im Alltag motiviert – ein einfaches, aber wirkungsvolles Konzept.

Sport & Fitness

Mit über 170 vorinstallierten Sportmodi deckt die Active 3 Premium ein breites Spektrum ab – von klassischen Lauf- und Raddisziplinen über Schwimmen und Wintersport bis hin zu Trendsportarten wie Padel oder HYROX. Für jeden Sportmodus lassen sich Datenseiten, Trainingsalarm-Schwellenwerte und weitere Parameter individuell konfigurieren.

Am Beispiel Laufen: Im Trainingsassistenten kannst Du Ziele nach Dauer, Distanz oder Kalorien definieren, Alarme für Herzfrequenzzonen oder Pace aktivieren, die automatische Runde, automatische Pause und einen virtuellen Schrittmacher einschalten. Für Wanderungen oder das Tragen eines Rucksacks gibt es die Funktion „Gewichtete Belastung“, die das Zusatzgewicht in die Trainingsauswertung einbezieht – ein praktisches Detail für Outdoor-Athleten.

Besonders hervorzuheben ist das Trainingsmenü mit drei interessanten Funktionen: Erstens die Trainingsbibliothek, die bis zu acht zuletzt verwendete Programme der insgesamt 50 in der Zepp-App verfügbaren Trainingsprogramme anzeigt. Zweitens ein Intervalltrainer, der sich direkt auf der Uhr konfigurieren lässt. Drittens der Laktatschwellentest – und der ist tatsächlich neu in der Active-Reihe und ein echtes Highlight.

Beim Laktatschwellentest werden nach einer kurzen Aufwärmphase Herzfrequenz und Pace alle 10 Minuten erhöht, bevor eine Cooldown-Phase folgt. Der gesamte Test dauert rund 50 Minuten und sollte nur in guter körperlicher Verfassung durchgeführt werden. Das Ergebnis wird direkt auf der Uhr angezeigt und kann anschließend als Basis für herzfrequenzbasiertes Training genutzt werden. Für erfahrene Hobbyläufer ist das eine wertvolle Ergänzung.

Nach dem Training liefern Uhr und App eine umfangreiche Auswertung mit Diagrammen zu Leistungswerten sowie Laufökonomie-Metriken wie Bodenkontaktzeit, Schrittlänge und vertikalem Verhältnis. Dazu kommen VO2max-Schätzung, Trainingsbelastung, Trainingseffekt und empfohlene Erholungszeiten.

Hier muss ich aber eine klare Kritik anbringen: Die Trainingsdaten sind in der Zepp-App auf verschiedene Bereiche verteilt. Trainingsbelastung, VO2max und Erholungszeiten findet man nicht in der Trainingsaufzeichnung selbst, sondern in einer anderen Funktion. Die Laktatschwelle ist wiederum an einer ganz anderen Stelle versteckt, und der Trainingseffekt taucht kurioserweise doch wieder in der Trainingsaufzeichnung auf. Das ist wenig durchdacht und für den Nutzer unnötig umständlich. Andere Hersteller lösen das wesentlich übersichtlicher – hier wäre von Amazfit definitiv Nachbesserungsbedarf.

Messgenauigkeit

Pulsmessung

Die Pulsmessung der Active 3 Premium habe ich bei mehreren Trainingsläufen mit meinen Referenzgeräten – dem Garmin HRM Pro Brustgurt und der Garmin Venu 4 – verglichen.

Beim Dauerlauf in halbwegs gleichbleibendem Tempo zeigten sich praktisch keinerlei Messunterschiede zwischen der Active 3 Premium und dem Brustgurt. Die Trainingsaufzeichnung bestätigt das: durchschnittliche Herzfrequenz 128 Schläge/min, Maximum 139 Schläge/min – bei der Garmin Venu 4 identische Werte: 128 zu 139.

Beim Intervalltraining gab es zu Beginn eine kurze Phase, in der die Garmin Venu 4 einen etwas zu hohen Puls aufzeichnete – was interessanterweise bei der Active 3 Premium nicht auftrat. Im weiteren Verlauf des Trainings maßen beide Uhren sehr ähnliche Werte. Die Active 3 Premium erfasste im Intervalltraining einen Durchschnitt von 133 Schlägen/min bei einem Maximum von 156 Schlägen/min; die Venu 4 mit Brustgurt kommt auf 134 zu 158 – eine minimale und absolut vernachlässigbare Abweichung. Auch bei wechselnden Intensitäten – für die optische Pulsmessung eine technische Herausforderung – liefert die Active 3 Premium also zuverlässige Ergebnisse.

Streckenmessung / GPS

Die Active 3 Premium arbeitet mit Single-Band-GNSS und unterstützt fünf Satellitensysteme. Meine Referenz, die Garmin Venu 4, ist hingegen mit Dual-Band-GNSS ausgestattet – das war ein spannender Vergleich.

Auf einem typischen 10-Kilometer-Lauf durch den innerstädtischen Bereich – mit Unterführungen, engen Gassen mit hohen Wohnhäusern und dichtem Baumbestand entlang des Flusses – zeigten sich an einigen kritischen Stellen geringe Abweichungen. Diese fallen auf der Karte optisch manchmal dramatischer aus, als sie tatsächlich sind: Es handelte sich meist nur um wenige Meter. An meiner bekannten Testkehre am Fluss, die für viele Smartwatches ein Problem darstellt, schlug sich die Active 3 Premium sehr gut.

Das Ergebnis in Zahlen: Das Referenzgerät maß exakt 10,00 km, die Active 3 Premium 9,96 km – eine Abweichung von lediglich 40 Metern auf 10 Kilometern. Das ist ein sehr ordentliches Ergebnis, zumal die Uhr nur mit Single-Band-GNSS arbeitet.

Navigation

Die Navigation ist zweifellos eines der Highlights der Active 3 Premium und in dem Preissegment wirklich beeindruckend. Amazfit hat die Uhr mit nahezu dem gleichen Navigationsumfang ausgestattet, den man bisher nur von deutlich teureren Modellen, wie beispielsweise einer T-Rex 3 Pro kannte.

Konkret bedeutet das: vollwertige Turn-by-Turn-Navigation mit Offline-Kartenmaterial, das kostenlos vom Hersteller bereitgestellt wird. Zur Auswahl stehen beim Download herkömmliche Straßenkarten, topografische Karten und sogar Skikarten. Das Kartenmaterial selbst ist äußerst detailliert – Straßennamen, Points of Interest, Einrichtungen wie Ärzte, Apotheken oder Restaurants sind alle enthalten.

Routen lassen sich direkt im benutzerfreundlichen Routenplaner der Zepp-App planen. Alternativ kann man externe Dienste wie Komoot nutzen. Besonders praktisch: Die Active 3 Premium ist routing-fähig, kann also direkt auf der Uhr Routen zu einem Point of Interest oder einem manuell eingegebenen Ziel berechnen. Dazu gibt es eine Rundkurs-Funktion, bei der man nur Himmelsrichtung und gewünschte Distanz eingeben muss. Die Uhr berechnet dann automatisch einen passenden Vorschlag. Eine automatische Routenneuberechnung bei Abweichung ist ebenfalls an Bord.

Während der Routenführung werden Richtungspfeile und Abbiegehinweise eingeblendet – das klappt nach meiner Erfahrung zuverlässig und präzise.

Ein Wermutstropfen: Kein WLAN-Chip. Der Kartendownload erfolgt daher via Bluetooth, was deutlich länger dauern kann. Wen Du große Karten herunterlädst, solltest Du dafür Zeit einplanen.

Smarte Features

Bei den smarten Funktionen gibt es im Vergleich zu den Vorgängermodellen keine großen Neuigkeiten – mit einer Ausnahme: Die Active 3 Premium unterstützt mobiles Bezahlen via Zepp Pay (NFC), was die Active 2 und Active Max nicht boten. Bis zu acht Bankkarten können hinterlegt werden; die Funktion ist in 31 europäischen Ländern verfügbar.

Ansonsten bietet die Uhr die typischen Smartwatch-Funktionen: Bluetooth-Telefonie (Lautsprecher und Mikrofon sind eingebaut), Benachrichtigungen für Anrufe, SMS und App-Mitteilungen, vorgefertigte Schnellantworten, Wetteranzeige, Kalender, Aufgaben-App, Wecker, Timer und Stoppuhr. Der Zepp Flow Sprachassistent ist ebenfalls an Bord und unterstützt auch Deutsch.

Was fehlt: einen echten Musikplayer gibt es nicht. Die Uhr kann die Musikwiedergabe auf dem Smartphone steuern, eigene Musik lässt sich aber nicht speichern und offline abspielen. Für viele Läufer dürfte das kein Dealbreaker sein – wer aber ohne Smartphone laufen und dabei Musik hören möchte, muss hier Abstriche machen.

Fazit

Amazfit liefert mit der Active 3 Premium ein starkes Argument für die eigene Produktpalette. Für knapp 170 Euro bekommt man ein Edelstahlgehäuse mit hochwertiger Haptik, ein brillantes AMOLED-Display mit 3.000 Nits, eine präzise Pulsmessung auf Brustgurt-Niveau, vollwertige Offline-Karten mit Routing-Funktion, einen Laktatschwellentest und über 170 Sportmodi. Das ist in dieser Preisklasse konkurrenzlos gut aufgestellt.

Der fehlende Musikplayer und das nicht vorhandene WLAN (Kartendownload via Bluetooth ist geduldsintensiv) sind die deutlichsten Einschränkungen. Die unübersichtliche Aufbereitung der Trainingsdaten in der Zepp-App ist ärgerlich, aber kein Kaufhindernis. Das fehlende Dual-Band-GNSS hat sich in meinem Praxistest nicht negativ ausgewirkt – die GPS-Genauigkeit war trotz Single-Band überzeugend.

Meine klare Empfehlung: Wer als Hobbyläufer, Wanderer oder Ausdauersportler eine gut ausgestattete Sportuhr unter 200 Euro sucht, sollte die Amazfit Active 3 Premium ernsthaft in Betracht ziehen. Amazfit hat hier wirklich groß abgeliefert – von meiner Seite gibt es eine klare Kaufempfehlung.

Amazfit Active 3 Premium 45mm GPS Lauf-Smartwatch, 1,32″ AMOLED Saphir-Display, 12 Tage Akku, 4GB, NFC, Offline-Karten, 170+ Trainingsmodi, 5 ATM, Herzfrequenz- & Fitness-Tracker für Android & iPhone
  • 𝐅ü𝐫 𝐋ä𝐮𝐟𝐞𝐫 𝐞𝐧𝐭𝐰𝐢𝐜𝐤𝐞𝐥𝐭: Verfügt über einen robusten Edelstahlrahmen, Saphirglas und ein leichtes…
  • Ü𝐛𝐞𝐫𝐧𝐢𝐦𝐦 𝐝𝐢𝐞 𝐊𝐨𝐧𝐭𝐫𝐨𝐥𝐥𝐞 ü𝐛𝐞𝐫 𝐝𝐞𝐢𝐧𝐞 𝐑𝐨𝐮𝐭𝐞: Verfolge Läufe…
  • 𝐓𝐫𝐚𝐢𝐧𝐢𝐞𝐫𝐞 𝐦𝐢𝐭 𝐙𝐢𝐞𝐥:Strukturierte Trainings führen zu besseren Ergebnissen. Folge integrierten…

Amazfit Active 3 Premium FAQ

Ist die Amazfit Active 3 Premium wasserdicht?

Ja, die Active 3 Premium ist nach ISO 22810:2010 bis 5 ATM (50 Meter) wasserdicht und damit problemlos für Schwimmen und Duschen geeignet. Beim Saunabesuch oder intensiven Dampfbädern sollte die Uhr jedoch abgenommen werden, da Dampf die Dichtung beeinträchtigen kann.

Funktioniert die Amazfit Active 3 Premium mit iPhone und Android?

Ja, die Active 3 Premium ist kompatibel mit Android (ab Version 7.0) und iOS (ab Version 14.0). Manche Funktionen – etwa Sprach-zu-Text-Antworten über WhatsApp – sind jedoch nur mit Android-Geräten verfügbar.

Wie gut ist die GPS-Genauigkeit der Active 3 Premium?

Trotz Single-Band-GNSS (kein Dual-Band wie bei einigen teureren Modellen) liefert die Active 3 Premium im Praxistest sehr gute GPS-Ergebnisse. Auf einem 10-km-Testlauf durch urbanes Gelände betrug die Abweichung zu meinem Referenzgerät lediglich 40 Meter – das ist bemerkenswert für Single-Band-GPS.

Bietet die Amazfit Active 3 Premium einen Musikplayer?

Nein, einen eigenen Musikplayer gibt es nicht. Die Uhr kann die Musikwiedergabe auf dem verbundenen Smartphone steuern, eigene Musik lässt sich nicht direkt auf der Uhr speichern oder offline abspielen.

Was ist der Unterschied zwischen Amazfit Active 3 Premium, Active Max und Active 2?

Die Active 3 Premium unterscheidet sich von den Geschwistermodellen vor allem durch das Edelstahlgehäuse (Active Max: Aluminiumlegierung, Active 2: Edelstahl nur für die Lünette), vier physische Tasten (Neuheit in der Active-Reihe), vollwertige Offline-Navigation mit Routing, den Laktatschwellentest und die Unterstützung von Zepp Pay für mobiles Bezahlen. Preislich liegen Active Max (ca. 160 €) und Active 3 Premium (169,90 €) eng beieinander; die Active 2 ist ab ca. 110 Euro erhältlich.

Letzte Aktualisierung am 23.03.2026 / Affiliate Links / Bilder von der Amazon Product Advertising API

Foto des Autors
Hallo, ich bin Andreas. Ich laufe, wandere, fahre mit dem Rad und ein bisschen Krafttraining mach ich auch. Dabei habe ich fast immer eine Smartwatch oder eine Sportuhr mit dabei. Und so schreibe ich schon sein über 10 Jahren über meine Erfahrungen mit den Uhren. Wenn Du mehr über mich wissen möchtest, dann klick einfach hier