Google Fitbit Edge Test – Genial, aber mit kleinen Schwächen

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Es ist also nicht der neue Fitbit Charge 7 geworden, so wie es sich viele Fans erhofft hatten. Stattdessen hat Google den Google Fitbit Edge präsentiert. Der kleine Fitness-Tracker soll die Lücke zwischen dem displaylosen Fitbit Air Armband und der Pixel Watch 5 schließen. Ob ihm das gelingt, was er überhaupt zu bieten hat und wie gut er sich im Alltag, bei Fitness und beim Sport schlägt, zeige ich dir in diesem Testbericht.

Kurzinfo Google Fitibit Edge

Testurteil: sehr gut
4,0/5 ★★★★★

Vorteile

Sehr angenehmer Tragekomfort

Helles, flüssiges AMOLED-Display

Akku selbst tauschbar

Hervorragende Pulsmessung beim Laufen

EKG und Vorhofflimmern-Erkennung

Nachteile

Ungenaue Streckenmessung im Stadtgebiet

Kein NFC, kein mobiles Bezahlen

Nachtmodus nicht planbar

Mein Testfazit:

Der Google Fitbit Edge ist ein kleiner, angenehm zu tragender Fitness-Tracker mit hellem AMOLED-Display, der beim Thema Gesundheit fast alles mitbringt, was du von der Pixel Watch kennst. Die Pulsmessung hat mich im Test richtig beeindruckt, der tauschbare Akku ist ein echtes Alleinstellungsmerkmal. Schwächen zeigt der Tracker bei der GPS-Streckenmessung, beim fehlenden NFC und bei kleineren Software-Ärgernissen wie dem nicht planbaren Nachtmodus.

Schon seit 2015 teste ich Wearables und Sporttechnik. Wie so ein Test in der
Praxis abläuft, zeige ich dir hier. Wenn du mehr über mich erfahren möchtest,
dann klick hier.

Vergleich Fitbit Edge und Fitbit Charge 6

ModellGoogle Fitbit EdgeFitbit Charge 6
Preis179,99 € (Stephen Curry Edition ca. 220 €)159,95 € UVP (aktuell 129,95 €)
Abmessungen39,22 x 25,56 x 11,58 mm36,73 x 23,09 x 11,20 mm
Gewicht17,7 g (ohne Armband)30 g
MaterialGehäuse aus 100 % recyceltem Aluminium, SilikonarmbandAluminiumgehäuse, Silikonarmband
Uhrenglask.A.Corning Gorilla Glass 3
Wasserdicht5 ATM, IP685 ATM
Display1,34 Zoll AMOLED, Always-OnAMOLED, Always-On
Akku (Smartwatch Modus / Single Band GNSS / Dualband GNSS)bis 7 Tage / k.A. / nicht verfügbarbis 7 Tage / k.A. / nicht verfügbar
Sensorenoptischer Pulssensor, EKG, SpO2, Hauttemperatur, Höhenmesser, Beschleunigungssensor, Gyroskop, Umgebungslichtsensoroptischer Pulssensor, EKG, EDA, SpO2, Hauttemperatur, 3-Achsen-Beschleunigungssensor, Umgebungslichtsensor
StreckenmessungSingle Band GNSS (GPS, Galileo, GLONASS, BeiDou, QZSS)GPS + GLONASS
NavigationAbbiegehinweise von Google Maps (über Smartphone)Abbiegehinweise von Google Maps (über Smartphone)
KonnektivitätBluetooth 5.4Bluetooth, NFC
Interner Speicher64 MBk.A.

Welche Modelle, Farben und Preise gibt es beim Google Fitbit Edge?

Wie wir es aus guten alten Fitbit-Zeiten kennen, bietet Google auch den Fitbit Edge in mehreren Farben und Modellversionen an.

Die Standardversion gibt es in vier Farbkombinationen, nämlich in Olive, Schwarz, Weiß (offiziell Satin Silver mit Armband in Fog) und Champagnergold. Das Gehäuse besteht laut Google zu 100 % aus recyceltem Aluminium, dazu gibt es ein Silikonarmband mit Soft-Touch-Beschichtung.

Daneben gibt es, wie schon bei anderen Google-Geräten, wieder eine Stephen Curry Special Edition. Sie kommt mit einem besonders schönen Textilarmband aus recyceltem Polyester mit wasserabweisender Beschichtung.

Auch bei den Armbändern fühlst du dich an Fitbit erinnert. Google bietet eine große Auswahl an Wechselarmbändern in verschiedenen Materialien und Farben an, du hast also reichlich Möglichkeiten zur Personalisierung.

Preise des Google Fitbit Edge:

  • Standardversion: 179,99 €
  • Stephen Curry Special Edition: rund 220 €

Ich selbst habe mir die weiße Farbvariante besorgt, die mir wirklich sehr gut gefällt.

Wie gut ist der Tragekomfort des Fitbit Edge?

Wer meinen YouTube-Kanal kennt, weiß, dass ich an sich kein großer Freund von Silikonarmbändern bin. Bei mir kommt es damit immer wieder zu Hautirritationen. Nicht so beim Google Fitbit Edge. Das Silikonarmband macht einen sehr hochwertigen Eindruck, das Material ist besonders weich und flexibel.

Zusammen mit dem sehr kompakten Gehäuse (39,22 x 25,56 x 11,58 mm bei gerade einmal 17,7 Gramm ohne Armband) ergibt das ein ausgezeichnetes Tragegefühl. Im Alltag bemerkst du den Fitness-Tracker tatsächlich kaum.

Das Armband kannst du über einen Schnellwechselverschluss ganz einfach tauschen. Im Lieferumfang findest du außerdem ein zweites, längeres Armband für kräftigere Handgelenke. Die kleine Variante passt laut Google für 130 bis 170 mm Handgelenkumfang, die große für 170 bis 210 mm.

Wie gut ist das Display des Google Fitbit Edge?

Einer der wesentlichen Unterschiede zwischen dem Fitbit Air und dem Fitbit Edge ist natürlich das Display. Google hat sich hier selbstverständlich für einen AMOLED-Touchscreen entschieden (1,34 Zoll), der im Alltag überhaupt keine Probleme macht. Laut Google ist das Display um 45 % größer und über 40 % heller als jenes der Fitbit Charge 6.

Den kleinen Bildschirm kannst du bei allen Lichtverhältnissen sehr gut ablesen. Er reagiert flüssig und prompt auf Tipp- und Wischgesten. Hier gibt es also überhaupt keinen Anlass zur Kritik.

Wie funktioniert die Bedienung des Fitbit Edge?

Die Bedienung ist sehr benutzerfreundlich und schnell erklärt. Auf der rechten Seite sitzt eine Taste, mit der du die installierten Apps aufrufst. Auf der linken Seite gibt es ebenfalls eine Ausnehmung, die zumindest wie eine Taste aussieht. Tatsächlich handelt es sich dabei aber um ein berührungsempfindliches Sensorfeld, das für die EKG-Messung benötigt wird.

Die Navigation per Wischgesten ist schnell verinnerlicht:

  • Von oben nach unten wischen: Einstellungen
  • Von unten nach oben wischen: Benachrichtigungen
  • Vom Startbildschirm nach links wischen: Kacheln mit Sportprofilen, den wichtigsten Gesundheitsdaten oder zum Beispiel dem Wetter

Welche Einstellungen gibt es direkt am Tracker?

In den Einstellungen am Gerät findest du nicht allzu viele Optionen. Du kannst die Bildschirmhelligkeit individuell anpassen und den Fitness-Tracker ein- und ausschalten. Außerdem gibt es eine Display-Taschenlampe. Die fällt aber recht schwach aus und ist bei Dunkelheit mit Sicherheit keine Hilfe.

Warum nervt der Nachtmodus?

Beim Nachtmodus hat sich ein kleines Ärgernis eingeschlichen. Du kannst ihn weder automatisieren noch planen. Das heißt für dich, dass du kurz vor dem Schlafengehen daran denken musst, den Nachtmodus manuell zu aktivieren. Tust du das nicht, leuchtet bei jeder Bewegung das Display auf. Und frühmorgens musst du wiederum daran denken, ihn wieder auszuschalten.

Ich denke, hier ist Google vor der Veröffentlichung ein kleiner Flüchtigkeitsfehler unterlaufen, den man per Softwareupdate sicher bald ausbessert. Ein automatischer Nachtmodus gehört inzwischen zur Standardausrüstung und wird von den Nutzern auch so erwartet.

Was kannst du in der Google Health App einstellen?

In der App kannst du weitere Einstellungen vornehmen. Dort aktivierst du zum Beispiel den Always-On-Modus oder legst deine dominante Hand fest.

Interessant ist eine Funktion namens Vergrößerung, die einen zwei- bzw. dreifachen Zoom anbietet. Aktivierst du sie, reicht ein doppeltes Tippen auf das Display und die Anzeige wird automatisch vergrößert. Ideal finde ich diese Lösung nicht, weil du die Anzeige herumschieben musst, um wirklich alle Informationen lesen zu können. Man muss Google aber zugutehalten, dass hier zumindest versucht wurde, eine Lösung für bessere Ablesbarkeit anzubieten.

Natürlich gibt es auch eine schöne Auswahl an Watchfaces. Die kannst du zumindest teilweise in Design, Farbe und angezeigten Messdaten an deine Wünsche anpassen.

Ist der Google Fitbit Edge wasserdicht?

Ja. Der Fitbit Edge ist bis 5 ATM wasserdicht (zusätzlich IP68), du kannst ihn also problemlos beim Duschen oder Schwimmen tragen.

Wie lange hält der Akku des Google Fitbit Edge?

Beim Akku gibt es eine ganz wesentliche Besonderheit. Am Fitbit Edge kannst du, genauso wie an der Pixel Watch 5, den Akku selbst tauschen. Dazu entfernst du einfach das Armband. An beiden Enden findest du dann jeweils zwei Schrauben, die du nur noch lösen musst, und schon kannst du den Akku wechseln. Laut Google ist der Edge das erste Fitbit-Gerät, bei dessen Entwicklung die Reparierbarkeit im Mittelpunkt stand.

Ich finde das eine ganz hervorragende Sache. Jedes Jahr werden weltweit unzählige Wearables entsorgt, weil der Akku am Ende ist, obwohl die Uhr selbst noch einwandfrei funktionieren würde. Es wäre wirklich wünschenswert, wenn sich alle anderen Hersteller daran ein Beispiel nehmen würden.

Wie lange hält der Akku im Alltag wirklich?

Bei den Akkulaufzeiten darfst du dir von dem kleinen Fitness-Tracker natürlich keine Wunderdinge erwarten. Verbaut ist ein Akku mit gerade einmal 65 mAh. Trotzdem stellt Google eine Akkulaufzeit von bis zu 7 Tagen in Aussicht. Aktivierst du den Always-On-Modus, sinkt die Laufzeit allerdings auf rund 2 Tage.

Ich habe das natürlich in der Praxis überprüft.

So habe ich den Google Fitbit Edge verwendet.

  • Im Testzeitraum 24/7 getragen
  • Es waren alle Funktionen aktiviert (Ausnahme AOD)
  • 3 Std. / Woche Outdoor Training mit aktivem GPS
  • 2 Std. / Woche Indoor Training
  • Smartwatch war permanent via BT mit Smartphone verbunden

Im Test hat sich herausgestellt, dass das GPS ein ganz wesentlicher Faktor beim Energieverbrauch ist. Eine Stunde Laufen mit aktivem GPS kostet rund 10 % Akku. Im Vergleich zu vielen ähnlichen Geräten ist das recht viel. Wenn du also so wie ich drei- bis viermal pro Woche draußen trainierst, wirst du die versprochenen 7 Tage kaum erreichen. In meinem Test waren es in der Regel 5, manchmal 6 Tage.

Wie schnell lädt der Fitbit Edge?

Vielleicht spielen die etwas kürzeren Laufzeiten aber gar keine so große Rolle. Dank Schnellladefunktion reichen bei niedrigem Akkustand 5 Minuten Ladezeit für einen ganzen Tag. Für eine vollständige Ladung von 0 auf 100 % solltest du rund 90 Minuten einplanen.

Insgesamt war ich mit der Akkulaufzeit zufrieden, auch wenn die Herstellerangaben nicht ganz erreicht wurden.

Welche Gesundheitsfunktionen bietet der Google Fitbit Edge?

Bei der Gesundheitsüberwachung bekommt der Fitbit Edge denselben Funktionsumfang, den du bereits vom Fitbit Air Armband oder von der Pixel Watch 5 kennst. Falls du mit den Google-Geräten noch nicht so vertraut bist, hier ein kurzer Überblick.

Wie rufst du die Gesundheitsdaten am Tracker ab?

Am besten über die bereits erwähnten Kacheln. Dort scrollst du zu den sogenannten Fokusmesswerten und bekommst eine lange Liste verschiedener Metriken angezeigt:

  • Wöchentliche Cardio-Belastung: im Grunde nichts anderes als deine wöchentliche Trainingsbelastung, die jeden Montag auf null gesetzt wird. Zusätzlich siehst du, wie viele Cardiopunkte du am jeweiligen Tag schon gesammelt hast.
  • Schritte
  • Tagesform: zeigt deine Tagesverfassung bzw. deine Energiereserven
  • Schlaf: allerdings nur Schlafindex und Schlafdauer
  • Stockwerke: möglich, weil der Fitbit Edge einen Höhenmesser an Bord hat
  • Vitalwerte: durchschnittliche Herzfrequenz, Ruhepuls, Herzfrequenzvariabilität (HRV) und Blutsauerstoffsättigung (SpO2)

Was ist die Tagesform beim Fitbit Edge?

Die Tagesform ist durchaus mit der Body Battery von Garmin oder dem BioCharge von Amazfit vergleichbar. Es gibt aber einen wesentlichen Unterschied. Die Tagesform ist eine statische Messung. Du bekommst frühmorgens einen Wert angezeigt, der sich im Tagesverlauf nicht mehr verändert. Die Konkurrenz rechnet hier über den Tag hinweg mit.

Wie genau sind Ruhepuls und HRV?

Ich habe die Messdaten des Fitbit Edge mit meinen Vergleichsgeräten, der Garmin Venu 4 und dem Amazfit Helio Strap, gegengeprüft. Dabei zeigt sich haargenau dasselbe Bild wie schon beim Fitbit Air Armband. Auch der Edge tendiert dazu, beim Ruhepuls etwas höhere und bei der HRV etwas niedrigere Werte zu ermitteln als die Vergleichsgeräte.

Die Unterschiede sind allerdings marginal und damit vernachlässigbar. Viel wichtiger ist die Erkenntnis, dass alle drei Geräte sehr ähnliche und vergleichbare Trends anzeigen. Und genau darauf kommt es bei diesen Werten an.

Wie gut ist die Schlafüberwachung?

Was mir nicht so gut gefällt, ist die Darstellung am Gerät. Tippst du auf die Kachel für das Schlaftracking, wirst du automatisch zu den Fokusmesswerten weitergeleitet, wo du eben nur den Schlafindex und die Schlafdauer siehst. Einschlaf- und Aufwachzeiten, Schlafphasen oder Tagesnickerchen kannst du am Tracker nicht abrufen, sondern nur in der Google Health App.

Das Positive dabei: Genau diese Einschlaf- und Aufwachzeiten erkennt der Fitbit Edge sehr zuverlässig, ebenso die Nickerchen untertags. Die Abweichungen lagen meist bei maximal 10 Minuten.

Kann der Google Fitbit Edge ein EKG messen?

Ja, und das ist eine ganz wesentliche und wichtige Gesundheitsfunktion. Die EKG-Messung kennst du bisher von der Pixel Watch, jetzt ist sie auch am Fitbit Edge verfügbar. Das Fitbit Air Armband bietet sie nicht.

Die Funktion findest du in der App-Liste und sie ist ganz einfach zu nutzen. Du rufst die Anwendung auf, legst Daumen und Zeigefinger an das Gehäuse und die Messung startet automatisch. Das gesamte Prozedere dauert rund 30 Sekunden, die Ergebnisse bekommst du direkt am Display angezeigt.

Ergänzend dazu überwacht der Fitbit Edge ständig im Hintergrund deine Herztätigkeit auf Anzeichen von Vorhofflimmern. Diese Messung läuft hauptsächlich in Ruhephasen bzw. während der Nacht. Dieses Feature gibt es übrigens auch am Fitbit Air Armband. In der Google Health App kannst du außerdem Grenzwerte für hohe oder niedrige Herzfrequenzen hinterlegen.

Wenn du Probleme mit der Herzgesundheit hast, bietet dir der Google Fitbit Edge also einige sehr sinnvolle und nützliche Werkzeuge. Laut Google kommen mit dem Premium-Abo noch monatliche Trends zu Blutdruck und Insulinresistenz dazu. Diese Funktionen waren nicht Teil meines Tests.

Wie gut eignet sich der Fitbit Edge für Sport und Training?

Als gestandener Fitness-Tracker kannst du den Google Fitbit Edge natürlich auch ganz wunderbar bei Sport und Training verwenden. Google hat mehr als 40 Sportprofile vorinstalliert. Schaust du dir die Liste an, sind so ziemlich alle gängigen und beliebten Sportarten dabei. Deine Lieblingsaktivität wirst du also höchstwahrscheinlich finden.

Welche Einstellungen bieten die Sportprofile?

Im einzelnen Sportprofil gibt es nur wenige Einstellungen, die aber die wichtigsten Punkte abdecken:

  • Trainingsziel: wahlweise nach Zeit, Distanz oder Kalorienverbrauch
  • Zielwert: Hier entscheidest du, ob du dich während des Trainings an der Pace oder an den Pulszonen orientieren möchtest.
  • Auf dem Smartphone spiegeln: Damit kannst du die aktuellen Trainingsdaten direkt auf deinem Handy anzeigen lassen. Beim Radfahren ist das richtig interessant, weil du dein Smartphone damit in einen Fahrradcomputer verwandelst.
  • GPS: Die eigentlichen Einstellungen dazu nimmst du in der Google Health App vor.

Welche GPS-Einstellungen gibt es?

In der App stehen dir drei Varianten zur Auswahl:

  1. Dynamisch: Das System entscheidet selbstständig, ob die Streckenmessung vom Smartphone oder vom Tracker kommt.
  2. Nur Smartphone: Es wird ausschließlich das GPS deines Handys verwendet.
  3. Nur Tracker: Es wird nur das integrierte GPS des Fitbit Edge genutzt.

Ich habe im Test natürlich die letzte Variante verwendet, also das integrierte GPS. Dabei hat mich überrascht, dass es oft nur wenige Sekunden dauert, bis eine aktive Satellitenverbindung steht. Bei so kleinen Geräten musst du üblicherweise mit etwas längeren Wartezeiten rechnen. Nicht so beim Fitbit Edge. Eine aktive GPS-Verbindung erkennst du daran, dass die angezeigten Symbole ihre Farbe wechseln.

Wichtig zu wissen: Externe Sensoren wie ein Brustgurt lassen sich mit dem Fitbit Edge nicht koppeln.

Wie sieht die Trainingsauswertung aus?

Nach dem Training bekommst du in der Google Health App eine schön gemachte Aufzeichnung. Sie ist nicht ganz so umfangreich und detailliert, wie du es von anderen Smartwatches und Sportuhren kennst, die wichtigsten Messdaten sind aber vorhanden. Dauer, Distanz, Kalorien, Schritte, Tempo, Herzfrequenz und die Verteilung auf die Herzfrequenzzonen siehst du auf einen Blick. Vor allem sind die Statistiken sehr übersichtlich und verständlich aufbereitet.

Wie gut ist die Messgenauigkeit des Google Fitbit Edge?

Puls- und Streckenmessung Test – alle Daten auf einem Blick

TrainingMesswertGoogle Fitbit EdgePolar H10 (Referenz)Amazfit Helio StrapGarmin Venu 4
Dauerlauf (Zone 2)Ø Herzfrequenz128 bpm128 bpm127 bpm
max. Herzfrequenz137 bpm138 bpm137 bpm
Distanz9,84 km9,86 km
SchwellentrainingØ Herzfrequenz145 bpm146 bpm145 bpm
max. Herzfrequenz168 bpm168 bpm169 bpm
Messpunkte innerhalb ±5 bpm zur Referenz99,0 %100,0 %
KrafttrainingØ Herzfrequenz104 bpm108 bpm106 bpm
max. Herzfrequenz144 bpm144 bpm144 bpm

Um die Genauigkeit der Puls- und Streckenmessung zu prüfen, habe ich mit dem Google Fitbit Edge mehrere Trainingseinheiten absolviert. Als Referenz für die Herzfrequenz diente der Polar H10 Brustgurt, zusätzlich war der Amazfit Helio Strap mit dabei. Die Streckenmessung habe ich mit meiner Garmin Venu 4 verglichen.

Wie genau ist die Pulsmessung beim Dauerlauf?

Los ging es mit einem ganz normalen Dauerlauf in halbwegs gleichbleibendem Tempo, also einem typischen Zone-2-Lauf. Wenig überraschend zeigen sich hier im Diagramm weder Abweichungen noch Fehler. Das bestätigen auch die Kennzahlen. Alle drei Geräte zeichnen fast exakt dieselben Werte auf (Ø 128 bpm am Fitbit Edge und am Polar H10).

Wie genau ist die Pulsmessung beim Schwellentraining?

Deutlich spannender ist das Schwellentraining. Die Tempowechsel erkennst du im Diagramm sehr schön, und genau diese raschen Belastungswechsel sind für eine optische Pulsmessung eine echte Herausforderung. Da gibt es normalerweise immer wieder kleinere oder größere Messprobleme.

Nicht so in diesem Fall. Der Google Fitbit Edge zeigt eine sehr solide Messleistung. Wenn du genauer hinsiehst, findest du ein paar kleinere Abweichungen, die sich aber in Grenzen halten. An einer Stelle misst der Polar H10 zum Beispiel 140 bpm, die beiden anderen Geräte liegen bei 142 und 143 bpm. Das ist eine Abweichung, die klar im Toleranzbereich liegt. Bei der durchschnittlichen und maximalen Herzfrequenz sind die Werte praktisch ident.

In meinem Dashboard kann ich noch tiefer in die Daten eintauchen und den Fitbit Edge direkt mit dem Polar H10 vergleichen. Insgesamt wurden 2.896 gemeinsame Messpunkte aufgezeichnet. Davon liegen sage und schreibe 99 % innerhalb von ±5 Herzschlägen zum Brustgurt, 97,7 % sogar innerhalb von ±3 Schlägen. Nur 5 Messpunkte (0,2 %) wichen um mehr als 10 Schläge ab. Das ist ein absolut hervorragendes Ergebnis für den Google Fitbit Edge.

Wenn du ganz genau hinschaust, findest du doch eine kleine Schwäche. In den Phasen mit ansteigender Herzfrequenz liegt der Edge nur bei 89,6 % der Messpunkte innerhalb von ±5 bpm, der Helio Strap schafft hier 99,6 %. Bei raschen Tempoverschärfungen hinkt der Tracker also minimal hinterher. Bei konstanter Belastung und beim Abfallen der Herzfrequenz liegt er dagegen bei 100 %.

Wie genau ist die Pulsmessung beim Krafttraining?

Zum Abschluss habe ich mit den drei Geräten ein Krafttraining absolviert, und hier zeigt sich das übliche Bild. Die optische Pulsmessung am Fitbit Edge reagiert mit einer deutlichen Verzögerung und kann nicht alle Belastungsspitzen im vollen Umfang erfassen. Vor allem gegen Ende des Trainings werden diese Probleme sehr deutlich sichtbar. In zwei Sätzen bleibt der Edge sogar bei rund 85 bpm hängen, während der Brustgurt bereits über 120 bpm misst.

So paradox es klingen mag, insgesamt hinterlässt der Google Fitbit Edge trotzdem einen sehr guten Eindruck, auf jeden Fall einen besseren als so manche Smartwatch oder Sportuhr, die ich im Laufe dieses Jahres getestet habe. Die maximale Herzfrequenz trifft er mit 144 bpm exakt, der Durchschnitt liegt mit 104 bpm um 4 Schläge unter dem Polar H10. Wenn du beim Krafttraining also keine absolut präzisen Pulswerte brauchst, reicht der Fitbit Edge auf jeden Fall aus.

Wie genau ist die GPS-Streckenmessung?

Der Fitbit Edge arbeitet mit Single Band GNSS, meine Referenz, die Garmin Venu 4, mit Dual Band GNSS. Mit dem einen oder anderen Messunterschied habe ich also gerechnet.

Tatsächlich zeigen sich schon von Beginn an zum Teil recht deutliche Abweichungen zwischen den beiden Geräten. Besonders offensichtlich wird das im nächsten Streckenabschnitt, der zugegeben auch eine echte Herausforderung ist. Ich laufe dort unter einer breiten Bahnbrücke durch und danach an einem Gebäudekomplex entlang, der fast nur aus hohen Bürotürmen besteht. Hier haben schon viele Smartwatches ihre Probleme gehabt.

Der Fitbit Edge kämpft an dieser Stelle aber mit enormen Schwierigkeiten. Zuerst kürzt er eine Kurve sehr deutlich ab, dann verliert er das Satellitensignal und findet es erst ein Stück später wieder. Das erkennst du leicht an der schnurgeraden Linie in der Aufzeichnung.

Draußen auf den Feldern wird es dann deutlich besser, hier gibt es keine besonderen Auffälligkeiten. Sobald ich aber in den städtischen Bereich zurückkehre, tauchen wieder Messabweichungen auf. Das zieht sich wie ein roter Faden durch den gesamten Lauf. Eine wirklich saubere Streckenaufzeichnung ist das nicht.

Interessanterweise gibt der Fitbit Edge am Ende fast dieselbe Distanz an wie die Garmin Venu 4, nämlich 9,84 km gegenüber 9,86 km. Das ist leicht erklärt. Die Algorithmen sind inzwischen so weit, dass Messfehler und Abweichungen einfach herausgerechnet werden. Das ist an sich positiv, ändert aber nichts daran, dass die Streckenmessung während des Trainings fehlerhaft ist. Und das wirkt sich auch auf die Tempoanzeige aus. Für Hobbyläufer, die nach Pace trainieren, kann das sehr störend und lästig werden.

Messgenauigkeit zusammengefasst

Die Herzfrequenzmessung am Fitbit Edge ist ganz hervorragend, beim Laufen sogar auf dem Niveau eines guten Pulsgurts. Bei der Streckenmessung braucht es dagegen noch einiges an Optimierung.

Lohnt sich Google Health Premium mit dem KI-Coach?

In der App findest du auch eine Trainingsmediathek mit einer großen Auswahl an Workouts und Übungsprogrammen. Das ist hilfreich, wenn du einmal Abwechslung suchst oder etwas Neues ausprobieren möchtest. Die Mediathek ist allerdings Teil des Premium-Abos, das aktuell rund 9 Euro im Monat oder knapp 100 Euro im Jahr kostet. Google bietet derzeit eine kostenlose Testphase von drei Monaten an.

Ich bin an sich kein Fan von kostenpflichtigen Zusatzabos, die inzwischen fast alle Hersteller anbieten. Bei der Google Health App mache ich aber ganz bewusst eine Ausnahme. Der Grund ist der KI-Coach, im Wesentlichen nichts anderes als Gemini, also die KI von Google. Für mich ist das aktuell die beste Integration künstlicher Intelligenz in einer Fitness-App.

Egal ob frühmorgens oder nach einem Training, von der KI bekommst du nicht immer, aber sehr häufig interessantes und nützliches Feedback. Das sind keine generischen Texte. Der Coach nimmt ganz konkret Bezug auf einzelne Messdaten, erklärt Hintergründe und gibt Empfehlungen. Darüber hinaus kannst du Fragen zu den verschiedensten Fitness- und Gesundheitsthemen stellen. Auf Wunsch erstellt dir das Tool auch Trainingspläne oder macht Rezeptvorschläge. Eine wirklich sinnvolle und nützliche Ergänzung, die du auf jeden Fall einmal ausprobieren solltest.

Welche smarten Funktionen bietet der Google Fitbit Edge?

Die smarten Features sind zugegeben eher überschaubar. Natürlich wirst du über eingehende Benachrichtigungen, Nachrichten und Anrufe informiert, außerdem zeigt dir der Tracker fällige Aufgaben und Termine an.

Mit der Musiksteuerung bedienst du den Musikplayer auf deinem Smartphone. Lässt du dich von Google Maps lotsen, bekommst du Richtungsansagen und Abbiegehinweise direkt am Handgelenk angezeigt. Dazu gibt es eine schön gemachte Wetter-App, einen Timer, eine Stoppuhr und einen Wecker.

Kann man mit dem Fitbit Edge bezahlen?

Nein. Mobiles Bezahlen ist leider nicht möglich, weil dem Fitbit Edge die dafür notwendige NFC-Schnittstelle fehlt. Das ist umso bemerkenswerter, weil die Fitbit Charge 6 noch mit NFC ausgestattet war.

Fazit: Lohnt sich der Google Fitbit Edge?

Der Google Fitbit Edge ist ein rundum gelungener Fitness-Tracker. Er ist klein, kompakt und angenehm zu tragen. In Sachen Gesundheit, Sport und Fitness bringt er alles mit, was du bereits vom Fitbit Air Armband oder von der Pixel Watch kennst, inklusive EKG und Vorhofflimmern-Erkennung. Der tauschbare Akku ist ein Feature, von dem sich die ganze Branche eine Scheibe abschneiden sollte.

Und bei der Pulsmessung hat mich der Tracker wirklich sehr beeindruckt. 99 % Übereinstimmung mit dem Polar H10 beim Schwellentraining schaffen viele deutlich teurere Sportuhren nicht.

Ganz ohne Kritik kommt der Edge aber nicht davon. Die GPS-Streckenmessung ist im Stadtgebiet ungenau, was vor allem dich stört, wenn du nach Pace trainierst. NFC fehlt, externe Sensoren kannst du nicht koppeln, und der nicht planbare Nachtmodus ist ein unnötiges Ärgernis im Alltag. Die Akkulaufzeit liegt mit regelmäßigem GPS-Training eher bei 5 bis 6 Tagen als bei den versprochenen 7.

Meine Empfehlung: Wenn du keine ausgewachsene Smartwatch oder Sportuhr suchst, sondern etwas Dezentes, Kompaktes und Kleines, dann ist der Google Fitbit Edge mit Sicherheit eine sehr gute Wahl. Bist du ambitionierter Läufer und brauchst eine präzise Streckenmessung, solltest du dich eher bei den Sportuhren mit Dual Band GNSS umsehen.

Häufige Fragen zum Google Fitbit Edge

Was kostet der Google Fitbit Edge?

Die Standardversion kostet 179,99 €, die Stephen Curry Special Edition mit Textilarmband rund 220 €. Optional kommt das Google Health Premium-Abo um rund 9 Euro pro Monat oder knapp 100 Euro pro Jahr dazu.

Kann man den Akku des Fitbit Edge selbst tauschen?

Ja. Nach dem Abnehmen des Armbands löst du an beiden Enden jeweils zwei Schrauben und kannst den Akku wechseln. Damit ist der Fitbit Edge neben der Pixel Watch 5 eines der wenigen Wearables mit tauschbarem Akku.

Wie lange hält der Akku des Google Fitbit Edge?

Google verspricht bis zu 7 Tage, mit Always-On-Display rund 2 Tage. In meinem Test mit drei bis vier Outdoor-Trainings pro Woche waren es 5 bis 6 Tage. Eine Stunde Laufen mit GPS kostet etwa 10 % Akku. Für einen Tag Laufzeit reichen 5 Minuten Laden, voll geladen ist der Tracker nach rund 90 Minuten.

Hat der Fitbit Edge GPS?

Ja, der Fitbit Edge hat ein integriertes Single Band GNSS (GPS, Galileo, GLONASS, BeiDou, QZSS). Die Satellitensuche ist schnell erledigt, die Streckenaufzeichnung zeigt im Stadtgebiet aber deutliche Abweichungen. Die Gesamtdistanz stimmt dank Korrekturalgorithmen trotzdem gut.

Wie genau ist die Pulsmessung des Fitbit Edge?

Ja, der Fitbit Edge hat ein integriertes Single Band GNSS (GPS, Galileo, GLONASS, BeiDou, QZSS). Die Satellitensuche ist schnell erledigt, die Streckenaufzeichnung zeigt im Stadtgebiet aber deutliche Abweichungen. Die Gesamtdistanz stimmt dank Korrekturalgorithmen trotzdem gut.

Wie genau ist die Pulsmessung des Fitbit Edge?

Sehr genau. Beim Dauerlauf lagen die Werte praktisch gleichauf mit dem Polar H10, beim Schwellentraining lagen 99 % aller Messpunkte innerhalb von ±5 bpm zum Brustgurt. Nur beim Krafttraining reagiert der Tracker verzögert und verpasst einzelne Belastungsspitzen.

Kann ich einen Brustgurt mit dem Fitbit Edge koppeln?

Nein. Externe Sensoren wie ein Brustgurt lassen sich mit dem Fitbit Edge nicht verbinden.

Kann man mit dem Google Fitbit Edge bezahlen?

Nein, dem Fitbit Edge fehlt die NFC-Schnittstelle. Mobiles Bezahlen ist damit nicht möglich.

Hat der Fitbit Edge eine EKG-Funktion?

Ja. Die EKG-Messung dauert rund 30 Sekunden und zeigt das Ergebnis direkt am Display an. Zusätzlich überwacht der Tracker im Hintergrund deinen Herzrhythmus auf Anzeichen von Vorhofflimmern.

Funktioniert der Google Fitbit Edge auch mit dem iPhone?

Ja. Die EKG-Messung dauert rund 30 Sekunden und zeigt das Ergebnis direkt am Display an. Zusätzlich überwacht der Tracker im Hintergrund deinen Herzrhythmus auf Anzeichen von Vorhofflimmern.

Was ist der Unterschied zwischen Fitbit Edge, Fitbit Air und Pixel Watch 5?

Das Fitbit Air Armband hat kein Display, der Fitbit Edge dagegen einen AMOLED-Touchscreen, eine EKG-Funktion und integriertes GPS. Die Gesundheitsfunktionen sind bei allen drei Geräten weitgehend gleich. Die Pixel Watch 5 ist eine vollwertige Smartwatch mit deutlich mehr smarten Funktionen, der Fitbit Edge ein kompakter Fitness-Tracker.

Letzte Aktualisierung am 7.11.2026 / Affiliate Links / Bilder von der Amazon Product Advertising API

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Hallo, ich bin Andreas. Ich laufe, wandere, fahre mit dem Rad und ein bisschen Krafttraining mach ich auch. Dabei habe ich fast immer eine Smartwatch oder eine Sportuhr mit dabei. Und so schreibe ich schon sein über 10 Jahren über meine Erfahrungen mit den Uhren. Wenn Du mehr über mich wissen möchtest, dann klick einfach hier