Die Huawei Watch D3 ist seit Anfang September auf dem Markt und ich habe sie in den vergangenen drei Wochen intensiv im Alltag getragen und getestet. Im Mittelpunkt steht ganz klar die Blutdruckmessung, aber auch bei den übrigen Funktionen hat sich einiges getan. In diesem Testbericht erfährst du, was die neue Watch D3 wirklich kann, wo sie im Vergleich zum Vorgängermodell zulegt und wo ich als Tester auch kritische Töne anschlagen muss.
Kurzinfo Huawei Watch D3
4,5/5
Vorteile
Design kompakter, noch besserer Tragekomfort
topaktuelle Ausstattung, hervorragendes Display, gute Akkulaufzeiten
Beste Blutdruckmessung an einer Smartwatch
Überraschend großer Funktionsumfang für Sport und Training
Jetzt auch mit Kartennavigation
Nachteile
Nicht wasserdicht
Kurze Akkulaufzeit für Ambulanten Blutdruck Messplan
Mein Testfazit:

Für mich war schon die Watch D2 die beste Gesundheitsuhr am Markt, aber mit der Watch D3 hat Huawei bewiesen, dass es noch besser geht. Kompakteres Design, Zusatzfunktionen für die Blutdruck Messung, der neue Readiness Score, viele Trainingstools aus der GT-Reihe und eine vollwertige Kartennavigation. Die Huawei Watch D3 ist nicht nur eine hervorragende Gesundheitsuhr, sondern eine topmoderne Smartwatch für Fitness, Outdoor und Alltag.
Ob die Smartwatch für Dich die beste Wahl ist, und welche interessanten Alternativen es noch gibt, erfährst Du am Ende des Testberichts.
Die Huawei Watch D3 gibt es in drei Farbvarianten. Die schwarze Version kommt mit einem Silikonarmband, während die beiden helleren Varianten Mokka-Gold und Blassgold jeweils mit einem Lederarmband kombiniert sind. Die unverbindliche Preisempfehlung liegt bei 449 Euro. Zum Marktstart kannst du außerdem zwischen zwei Bundles wählen, entweder mit Huawei-Kopfhörern oder mit einer Huawei-Körperwaage dazu. Getestet habe ich die schwarze Variante mit Silikonarmband.



Beim Design gibt es gleich die erste wesentliche Neuerung zu vermelden. Die D3 ist im Vergleich zum Vorgängermodell spürbar kompakter geworden. Das Gehäuse ist in der Länge von 48 mm auf 46 mm geschrumpft, die Gehäusedicke ist von 13,3 mm auf 11,3 mm gesunken. Das klingt im ersten Moment vielleicht nicht nach viel, macht sich im Alltag beim Tragegefühl aber deutlich bemerkbar. Ich konnte hier kaum noch einen Unterschied zu einer herkömmlichen Smartwatch feststellen.
Die Uhr trägt sich sehr angenehm, was wahrscheinlich auch am niedrigen Eigengewicht liegt. Ohne Armband bringt sie gerade einmal rund 40 Gramm auf die Waage. Auch das Armband selbst ist jetzt um einen Millimeter schmäler und rund 8 Gramm leichter geworden, was sich ebenfalls positiv auf den Tragekomfort auswirkt. Im Lieferumfang sind die Luftkissen-Armbänder gleich in zwei verschiedenen Größen enthalten, was vor allem für Nutzer mit schlanken Handgelenken vorteilhaft ist.
Die technische Ausstattung, allen voran die Sensoren, hat Huawei unverändert von der D2 übernommen. Das gilt übrigens auch für die Wasserbeständigkeit. Die Watch D3 ist nach IP68 zertifiziert, das heißt, sie hält ein kurzfristiges Untertauchen im Wasser aus. Du solltest die Uhr aber keinesfalls beim Schwimmen, Duschen oder in der Sauna verwenden. Das liegt daran, dass die recht empfindliche Blutdrucktechnologie durch Feuchtigkeit oder eindringendes Wasser beschädigt werden kann.
Wie gut ist das Display der Huawei Watch D3?
Auch beim Display gibt es eine Neuigkeit. Es ist von ursprünglich 1,82 Zoll auf 1,92 Zoll gewachsen. Damit du das Display auch bei direkter Sonneneinstrahlung wirklich gut ablesen kannst, hat Huawei die Spitzenhelligkeit auf 3.000 Nits gesteigert. Natürlich lässt sich das Display auch im Always-on-Modus betreiben, zusätzlich kannst du die Helligkeit manuell anpassen und es gibt einen automatischen Nachtmodus.
Für viele Nutzer immer ein interessantes Thema sind die Watchfaces. Auf der Watch D3 sind insgesamt 15 verschiedene Displaydesigns vorinstalliert, die du hinsichtlich Farbgebung und Layout individuell anpassen kannst. Zusätzlich kannst du festlegen, welche Messdaten im Watchface angezeigt werden sollen.
Wie lange hält der Akku der Huawei Watch D3 durch?
Huawei macht bei der Akkulaufzeit dieselben Angaben wie schon beim Vorgängermodell und stellt bei typischer Nutzung eine Laufzeit von 6 Tagen in Aussicht. Interessant dabei ist, dass Huawei in diesem typischen Nutzungsszenario davon ausgeht, dass du täglich sechs Blutdruckmessungen und fünf EKG-Messungen durchführst. Das erscheint mir dann doch ein bisschen viel, und ich habe die Uhr deutlich zurückhaltender genutzt.
So habe ich die Huawei Watch D3 im Alltag verwendet
- 24/7 getragen
- alle Funktionen aktiviert ( Ausnahmen AOD)
- 3 Std. / Woche Outdoor Training mit GPS
- 2 Std. / Woche Indoor Training
- permanent BT Verbindung mit Smartphone
Bei meiner Nutzung hat der Akku ziemlich genau 5 Tage durchgehalten. Meistens musste ich die Uhr am Abend ans Ladekabel hängen, das Aufladen dauerte dann rund eine Stunde. Mit der Akkulaufzeit im Alltagsbetrieb war ich jedenfalls voll und ganz zufrieden. Deutlich kürzer wird es, sobald du die ambulante 24-Stunden-Blutdrucküberwachung aktivierst, dazu aber gleich mehr.
Wie funktioniert die Blutdruckmessung an der Watch D3?
Jetzt kommen wir zum eigentlichen Kern dieser Uhr, nämlich der Blutdruckmessung. Vorab eine wichtige Information. Die Watch D3 wurde von der Europäischen Union als Medizinprodukt anerkannt und hat dafür das CE-Zertifikat erhalten, und zwar nicht nur für die Blutdruckmessung, sondern auch für die 24-Stunden-Überwachung und für das EKG.
Diese Zertifizierung begründet sich vor allem mit der verwendeten Messmethode. Die Watch D3 ist mit einer integrierten, aufblasbaren Manschette ausgestattet, weshalb hier dieselbe Messmethode zum Einsatz kommt, die du vom Arzt oder aus dem Spital kennst. Die Messung mittels Manschette gilt als der Goldstandard in der Blutdruckmessung und liefert deutlich genauere Ergebnisse als andere Methoden.
Startest du die Messung direkt an der Uhr, pumpt sich die Manschette automatisch auf und übt dabei einen spürbaren Druck auf das Handgelenk aus. Du hast von der ersten Sekunde an den Eindruck, dass hier eine solide und vernünftige Messung durchgeführt wird. Das gesamte Prozedere dauert rund 60 Sekunden, danach werden die aktuellen Messdaten direkt auf der Uhr eingeblendet.


Abgesehen von Genauigkeit und permanenter Verfügbarkeit bietet die Messung an der Smartwatch noch zwei wesentliche Vorteile gegenüber der klassischen Messung beim Arzt. Beim Arztbesuch herrscht meist eine gewisse Nervosität, die dem Patienten oft gar nicht bewusst ist. Man spricht in dem Fall vom sogenannten Weißkitteleffekt, und der hat nachweislich Einfluss auf die Messergebnisse. Abgesehen davon spielt auch deine Tagesverfassung eine wesentliche Rolle. Egal, ob du dich gerade besonders gut oder eher schlecht fühlst, dein Befinden spiegelt sich in den Messdaten wider. Die Wissenschaft ist deshalb inzwischen zu dem Schluss gekommen, dass eine einmalige ärztliche Untersuchung nicht immer deine tatsächlich normalen Werte zeigt.
Mit der Smartwatch kannst du die Messungen hingegen in deiner gewohnten Umgebung zu jeder beliebigen Tageszeit durchführen. Die genannten Störfaktoren haben dadurch keinen Einfluss mehr auf die Ergebnisse, wodurch langfristig ein realistischeres Bild deines Blutdrucks entsteht. An dieser Stelle möchte ich noch kurz anmerken, dass für die Blutdruckmessung an der Watch D3 keine gesonderten Einstellungen oder Kalibrierungen nötig sind, so wie es an anderen Uhren manchmal der Fall ist. Die Blutdruckmessung ist sofort startklar und lässt sich direkt verwenden.
Wie genau misst die Watch D3 den Blutdruck?
Was die Messgenauigkeit betrifft, habe ich bereits an der D2 einen ausführlichen Vergleichstest (siehe nachstehende Tabelle) durchgeführt. Meine Referenz war damals ein herkömmliches Oberarmmanschettengerät von Beurer, und über einen Zeitraum von einer Woche mit insgesamt 14 Messungen zeigte sich, dass beide Geräte sehr ähnliche Messdaten lieferten. Markante Unterschiede ließen sich kaum feststellen.
| Huawei Watch D2 | Blutdruckmessgerät | ||
| 11.10 | Morgen | 127/ 86 | 124/81 |
| Nachmittag | 126/82 | 122/ 79 | |
| 12.10 | Morgen | 119/81 | 127/90 |
| Nachmittag | 125/84 | 123/82 | |
| 13.10 | Morgen | 127/85 | 125/83 |
| Nachmittag | 124/80 | 122/79 | |
| 14.10 | Morgen | 128/86 | 124/84 |
| Nachmittag | 126/83 | 123/81 | |
| 15.10 | Morgen | 127/86 | 124/82 |
| Nachmittag | 118/79 | 128/88 | |
| 16.10 | Morgen | 126/83 | 123/80 |
| Nachmittag | 126/84 | 123/80 | |
| 17.10 | Morgen | 128/85 | 125/82 |
| Nachmittag | 126/81 | 122/79 |
Nachdem die D3 mit denselben Sensoren ausgestattet ist, bin ich davon ausgegangen, dass sich an der Messgenauigkeit nichts verändert hat.Trotzdem habe ich die Messdaten stichprobenartig überprüft, wieder mit demselben Beurer-Gerät, und auch hier zeigte sich, dass die neue Watch D3 sehr ähnliche Werte aufzeichnet wie die Referenz.
Natürlich sind die Messwerte nicht immer ident, kleinere Unterschiede gibt es immer wieder, und über einen längeren Zeitraum ist auch der eine oder andere Ausreißer möglich. Insgesamt hat die Watch D3 über den gesamten Testzeitraum aber einen sehr zuverlässigen Eindruck bei mir hinterlassen.
Was bringt die 24-Stunden-Blutdrucküberwachung (ABPM)?
Selbstverständlich bietet die Watch D3 auch wieder eine ambulante Blutdrucküberwachung über einen Zeitraum von 24 Stunden. Dafür kannst du einen Messplan einrichten, der Tagesmessungen im Intervall von 15 bis 60 Minuten und Nachtmessungen im Intervall von 30 bis 60 Minuten vorsieht. Diese geplanten Messungen laufen entweder komplett automatisch ab, wobei dich die Uhr kurz vorher per Display-Meldung darauf hinweist, oder du führst sie manuell durch und wirst rechtzeitig daran erinnert.
An dieser Stelle möchte ich kurz darauf hinweisen, dass diese ambulante Blutdrucküberwachung sehr energieintensiv ist. Huawei stellt hier eine Akkulaufzeit von maximal einem Tag in Aussicht, weshalb du diesen Messplan am besten dann durchführst, wenn du den ganzen Tag zu Hause bist. Sollte das aus irgendeinem Grund nicht möglich sein, sorge zumindest dafür, dass du immer ein Ladekabel dabei hast.
Was kann die Blutdruckmessung vor und nach dem Training?
Eine ganz neue Funktion ist die Blutdruckmessung vor und nach dem Training. Hintergrund ist, dass ein erhöhter Blutdruck nach sportlicher Aktivität ein Hinweis auf ein kardiovaskuläres Risiko sein kann. Man spricht in diesem Fall von einer sogenannten Belastungshypotonie, und die Europäische Gesellschaft für Hypertonie geht davon aus, dass rund 10 Prozent aller Personen davon betroffen sind, die im Ruhezustand eigentlich einen komplett normalen Blutdruck haben.


In der Praxis funktioniert das so, dass du einige Minuten vor dem geplanten Training eine Blutdruckmessung durchführst und danach eine zweite kurz nach dem Training. In diesem Zusammenhang wird außerdem empfohlen, die Messung der Erholungsherzfrequenz im jeweiligen Sportprofil zu aktivieren. Durch die Kombination dieser beiden Messwerte kann eine möglicherweise vorhandene Belastungshypotonie erkannt werden. Ist das der Fall, bekommst du direkt auf der Uhr entsprechende Empfehlungen, meist rät dir die Uhr dann von einem geplanten Training ab oder empfiehlt, die Trainingsintensität künftig besser im Auge zu behalten.
Welche weiteren Gesundheitsfunktionen bietet die Watch D3?
Nicht neu, aber trotzdem erwähnenswert, ist die Messung der Herzfrequenzvariabilität, kurz HRV. Diese Funktion hat an der Watch D2 zur Marktankündigung noch gefehlt und wurde erst per Softwareupdate zu einem späteren Zeitpunkt nachgeliefert. An der neuen Watch D3 ist die HRV-Messung von Beginn an mit an Bord.

Ebenfalls mit dabei ist der brandneue Readiness-Score, den wir schon von der Watch GT7 kennen. Dabei handelt es sich um eine Funktion, die dir zeigt, wie es um deine Tagesverfassung, deine Erholung und deine Energiereserven steht, durchaus vergleichbar mit einer Garmin Body Battery oder dem Amazfit BioCharge. Die Besonderheit an der D3 ist, dass du die Informationen aus dem Readiness-Score jetzt mit den Daten aus der Blutdruckmessung kombinieren kannst, wodurch du ein sehr detailliertes Bild zu deinem momentanen Wohlbefinden bekommst.
Natürlich bietet die Uhr auch eine umfassende Schlafüberwachung. Bei Einschlaf- oder Aufwachzeiten sind mir keine wesentlichen Abweichungen aufgefallen, auch Tagesnickerchen werden sehr präzise erfasst. Während der Nachtruhe werden außerdem alle relevanten Vitalparameter wie Herzfrequenz, Ruhepuls, Blutsauerstoffsättigung und Atemfrequenz gemessen und aufgezeichnet.
Und weil wir gerade bei den Vitalparametern sind, möchte ich noch auf Health Glance aufmerksam machen. Das ist eine 90-sekündige, umfassende Messung, in der alle wichtigen Gesundheitsdaten erfasst werden. Meines Wissens sind es inzwischen elf verschiedene Metriken, angefangen vom Blutdruck über das EKG bis hin zur HRV und der Hauttemperatur. Für Menschen mit gesundheitlichen Problemen kann diese Sammelmessung ein wirklich nützliches Tool sein.
Welche Sport- und Trainingsfunktionen bietet die Watch D3?
Was mich überrascht und gleichzeitig beeindruckt hat, war der großzügige Funktionsumfang für Sport, Fitness und Training. Schon das Vorgängermodell war hier gut ausgestattet, das neue Modell kann aber noch einmal deutlich mehr. An der D3 sind rund 100 verschiedene Sportprofile vorinstalliert, praktisch alle gängigen und beliebten Sportarten sind dabei. Im einzelnen Sportmodus gibt es, wie immer bei Huawei-Geräten, zahlreiche Einstellungsmöglichkeiten. Du kannst zum Beispiel Trainingsziele definieren oder Alarme für Pace oder Puls anlegen, dazu kommen nützliche Funktionen wie die Autopause oder die automatische Rundenerkennung, und selbstverständlich kannst du auch einzelne Datenseiten ganz nach deinen Bedürfnissen gestalten.


Das alles gehört inzwischen zur Standardausstattung einer Huawei Smartwatch, die D3 kann aber noch ein bisschen mehr. Für Laufen gibt es zum Beispiel eine Laufanleitung, den intelligenten Trainingsbegleiter oder sogar die Messung der Laktatschwelle. Beim Radsport hat Huawei die neuesten Funktionen aus der GT-Reihe übernommen, wie die Messung des virtuellen FTP oder die Live-Datenanzeige direkt auf dem Smartphone, womit dein Handy zum persönlichen Fahrradcomputer wird.
Und selbst erweiterte Trainingsmetriken wie Trainingsstatus, Trainingsbelastung, der Running Ability Index, empfohlene Erholungszeiten und VO2max werden direkt an der D3 angeboten. Das sind fortgeschrittene Trainingstools, die man üblicherweise nur an echten Sportuhren findet, wie zum Beispiel der Huawei Watch GT7 Pro, mit Sicherheit aber nicht in diesem Umfang an einer deklarierten Gesundheitsuhr erwartet.
Wie genau sind Puls- und Streckenmessung im Test?
Selbstverständlich habe ich mir auch die Genauigkeit der Puls- und Streckenmessung an unserer Watch D3 im Detail angesehen. Dazu habe ich mit der Uhr mehrere Trainingseinheiten absolviert. Als Referenzgeräte waren meine Garmin Venu 4, die wiederum mit dem Polar H10 Brustgurt verbunden war, sowie der Amazfit Helio Strap mit dabei.
Puls- und Streckenmessung Test – alle Daten auf einem Blick
| Huawei Watch D3 | Polar H10 | Amazfit Helio Strap | Garmin Venu 4 | |
|---|---|---|---|---|
| Dauerlauf | ||||
| durchschnittl. HF | 128 bpm | 128 bpm | 127 bpm | |
| maximale HF | 138 bpm | 138 bp, | 136 bpm | |
| Intervalltraining | ||||
| durchschnittliche HF | 139 bpm | 140 bpm | 139 bpm | |
| maximale HF | 160 bpm | 164 bpm | 163 bpm | |
| Streckenmessung | 9,95 km | 10,00 KM |
Zuerst zeige ich dir einen ganz herkömmlichen Dauerlauf mit ein paar kleineren Tempovariationen. Das Diagramm zeigt sehr gut, dass die Huawei Watch D3 überhaupt keine Probleme hat, mit unseren beiden Referenzgeräten mitzuhalten. Nennenswerte Abweichungen oder Fehlmessungen gibt es hier keine, da fehlt zwischen der Watch D3 und dem Polar H10 Brustgurt nicht einmal ein Herzschlag Unterschied.

Als Nächstes habe ich ein Intervalltraining absolviert, um die optische Pulsmessung an der Watch D3 ein bisschen herauszufordern. Dabei zeichnet die Huawei-Uhr gleich zu Trainingsbeginn einen etwas höheren Puls auf als die beiden Referenzgeräte. Das normalisiert sich aber rasch, danach geht es vorerst unspektakulär weiter. Im zweiten Intervall zeigt sich dann, dass die Watch D3 ein bisschen Probleme hat, in der Pulsspitze mit den beiden anderen Geräten mitzuhalten. Dieses Bild wiederholt sich im vierten und fünften Intervall, dort hat die Watch D3 sichtbar Probleme, ähnliche Werte wie der Amazfit Helio Strap oder der Polar H10 Brustgurt aufzuzeichnen, vor allem in den Pulsspitzen. Das sind aber nur minimale Unterschiede, mit Sicherheit keine schlechte Pulsmessung. Wenn überhaupt, dann ist ein bisschen Luft nach oben.

Zu guter Letzt noch ein Blick auf die Streckenmessung. Da haben wir eine interessante Ausgangslage, denn die Huawei Watch D3 ist noch mit dem älteren Singleband-GNSS ausgestattet, während mein Referenzgerät mit dem modernen Dualband-GNSS ausgerüstet ist. Spannend war deshalb, ob und wie groß die Unterschiede zwischen den beiden Messtechnologien ausfallen.
Der Testlauf startet in einem Viertel mit kleinen Einfamilienhäusern, also völlig unspektakulär. Es dauert aber nicht lange, bis die erste markante Stelle kommt. Ich laufe hier unter einer breiten Bahnbrücke durch, und da zeigt die Huawei Watch D3 eine verdächtig gerade Linie, ein sicheres Zeichen dafür, dass die Smartwatch vorübergehend das Satellitensignal verloren hat. Kurz danach folgt ein Bahnhofsgelände mit mehreren großen Gebäudekomplexen, die vor allem aus Bürotürmen bestehen, an sich also recht schwierig für die Streckenmessung. Beide Uhren scheinen hier aber keine großen Probleme zu haben.


Nach einem Streckenabschnitt über Felder geht es zurück in den städtischen Bereich, in eine schmale Seitengasse mit hohen Wohnhäusern, wo Smartwatches in der Vergangenheit immer wieder Probleme hatten. In diesem Fall ist es aber sogar mein Referenzgerät, die Garmin Venu 4, die hier ein wenig abschmiert, die Streckenaufzeichnung verläuft dort direkt über die Häuser. Die Huawei Watch D3 macht hier hingegen einen sehr guten Job. Zu guter Letzt noch eine weitere markante Stelle, wieder unter einer Brücke, wieder die sehr gerade Linie der Watch D3, wobei die Streckenmessung vor und nach der Brücke aber einwandfrei passt.


Alles in allem hat die Huawei Watch D3 trotz älterer Messtechnologie bei der Streckenmessung einen sehr zuverlässigen und guten Eindruck bei mir hinterlassen.
Eine weitere Neuerung wird viele Huawei-Fans sicher freuen, denn die Huawei Watch D3 ist jetzt mit einer vollwertigen und kompletten Kartennavigation ausgestattet. Das fehlte am Vorgängermodell und wurde immer wieder kritisiert, weil sich das offenbar viele Nutzer gewünscht hatten. Das dafür notwendige Kartenmaterial bekommst du kostenlos direkt in der Huawei App, du musst nur die entsprechende Region auswählen, herunterladen und dann auf der Uhr installieren.
Für die Routenplanung brauchst du einen externen Anbieter. Ich empfehle dir dafür Komoot, zum einen weil die Routenplanung dort besonders einfach ist, zum anderen weil es eine gemeinsame Schnittstelle zur Huawei App gibt, wodurch sich die Übertragung der Routendaten besonders einfach gestaltet. Während der Routenführung bekommst du selbstverständlich Richtungspfeile und Abbiegehinweise angezeigt, das funktioniert auch problemlos.
Leider gibt es aber einen Schönheitsfehler an der ganzen Sache. Das Kartenmaterial selbst ist zwar farblich sehr gut strukturiert und lässt sich problemlos ablesen, bedauerlicherweise werden aber, wie schon an anderen Huawei-Geräten, keine Wanderwege oder Trails angezeigt.
Welche smarten Funktionen bietet die Watch D3?
Zum Abschluss noch eine wesentliche Neuerung bei den smarten Features. An der Watch D3 wird jetzt Curve Pay für das mobile Zahlen angeboten. Die bisherige Prepaid-Lösung hat sich als wenig praxistauglich erwiesen, weshalb Huawei jetzt auf Curve Pay gewechselt hat, im Sinne des Nutzers mit Sicherheit eine kluge Entscheidung.
Ansonsten findest du an der Uhr die übliche smarte Ausstattung, angefangen bei der Telefonie über Benachrichtigungen bis hin zum Musikplayer mit integriertem Speicher. Dazu kommen noch ein paar kleinere Apps für Kalender, Notizen oder Wetter. Insgesamt ist hier vieles beim Alten geblieben.
Fazit – lohnt sich die Huawei Watch D3?
Die Huawei Watch D3 ist kompakter geworden und dadurch im Tragegefühl spürbar angenehmer. Sie bietet eine topmoderne Ausstattung, und ihre Gesundheitsüberwachung ist auf einem professionellen Niveau, das ich in dieser Form bisher selten an einer Smartwatch gesehen habe. Die medizinisch zertifizierte Blutdruckmessung per Manschette ist und bleibt das Herzstück dieser Uhr, dazu kommen mit der Messung vor und nach dem Training und dem Readiness-Score zwei sinnvolle neue Funktionen.
Kritisch anmerken muss ich aber zwei Punkte. Zum einen die fehlende echte Wasserbeständigkeit. Wenn eine Smartwatch 450 Euro kostet, dann darf man meiner Meinung nach auch verlangen, dass sie wasserdicht ist. Zum anderen sehe ich die mageren Akkulaufzeiten bei der ambulanten Blutdrucküberwachung als problematisch, da muss Huawei meines Erachtens unbedingt nachbessern.
Bei der Frage, für wen sich die Watch D3 lohnt, fallen mir zwei Zielgruppen ein. Da gibt es zum einen den begeisterten Hobbysportler, der vielleicht mit dem einen oder anderen gesundheitlichen Problem zu kämpfen hat und diesbezüglich zuverlässige Messdaten haben möchte. Und dann gibt es den outdoor-begeisterten Nutzer, der gerne Kartennavigation verwendet, aber auch eine vollumfängliche Gesundheitsüberwachung zu schätzen weiß.
Die Unterschiede zwischen der Watch D2 und der Watch D3 sind nicht eklatant groß, wehalb auch das Vorgängermodell eine ebenfalls attraktive Option ist.
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Häufige Fragen zur Huawei Watch D3 (FAQ)
Die Watch D3 ist nach IP68 zertifiziert und hält ein kurzfristiges Untertauchen aus. Zum Schwimmen, Duschen oder in die Sauna solltest du sie trotzdem nicht mitnehmen, weil die empfindliche Blutdrucktechnologie durch Feuchtigkeit oder eindringendes Wasser beschädigt werden kann.
Im Vergleich mit einem klassischen Oberarmmanschettengerät von Beurer lieferte die Watch D3 über mehrere Messungen hinweg sehr ähnliche Werte. Kleinere Abweichungen und vereinzelte Ausreißer sind normal, insgesamt macht die Messung aber einen zuverlässigen Eindruck.
Bei typischer Alltagsnutzung hält der Akku laut eigenem Test rund 5 Tage, Huawei gibt bis zu 6 Tage an. Aktivierst du die 24-Stunden-Blutdrucküberwachung, sinkt die Laufzeit auf maximal einen Tag.
Ja, die Watch D3 unterstützt mobiles Bezahlen über Curve Pay und löst damit die bisherige, wenig praxistaugliche Prepaid-Lösung ab.
Die Unterschiede zwischen beiden Modellen sind nicht riesig. Die D3 punktet mit kompakterem Gehäuse, größerem Display, Kartennavigation, HRV von Beginn an, dem Readiness-Score und der Blutdruckmessung vor und nach dem Training. Wer diese Punkte nicht braucht, ist mit der Watch D2 weiterhin gut bedient.
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