Suunto 7 kommt mit Wear OS und neuen Sensoren

Auf der aktuell in Las Vegas laufenden CES 2020 wurde die Suunto 7 vorgestellt, die überraschenderweise mit Googles Wear OS ausgestattet wurde und gleichzeitig mit neuer Sensortechnik ausgerüstet ist.

Obwohl die Finnen in den letzten drei Jahren sehr fleißig waren, immerhin hat mit der Spartan-Kollektion und der Suunto 3, 5, und 9 einige sehr interessante Sportuhren auf den Markt gebracht, ist es um den Hersteller trotzdem recht ruhig geworden.

Das liegt vor allem an der immer stärker werdenden Konkurrenz, wie Apple, Garmin und auch Polar, die mit den Vantage Modellen und der Ignite für einiges Aufsehen sorgten.

Suunto 7 – Das ist neu

Um wieder mehr Aufmerksamkeit zu bekommen und auch den veränderten Bedürfnissen der Nutzer gerecht zu werden, hat sich Suunto beim neuen 7er-Modell dazu entschieden, Wear OS von Google mit an Bord zu nehmen.

Branchenintern wird das durchaus als ein cleverer Schachzug gesehen, weil Suunto damit sofort alle inzwischen sehr beliebten smarten Funktionen wie Benachrichtigungen, Kalender, Wetter, Musik oder einen Assistenten anbieten kann. Und da Google erst vor wenigen Wochen Fitibt gekauft hat, erwartet man sich offenbar für die nächsten Jahre bei Wear OS einen deutlichen Ausbau der Funktionen, insbesondere was Gesundheit und Fitness betrifft.

Und da sich Suunto damit nicht mehr um ein Betriebssystem kümmern muss, bleibt deutlich mehr Zeit um eigene, innovative Trainingsfunktionen zu entwickeln. ( Das ist zumindest meine Hoffnung)

Akkulaufzeit als Spielverderber?

Einen Haken könnte die Sache jedoch haben. Nämlich die Akkulaufzeit – die Achillesferse von Wear OS. Alle Smartwatches mit Wear OS (zum Beispiel Fossil) stellen zwar eine Laufzeit von rund zwei Tagen in Aussicht, in der täglichen Praxis muss man oft schon froh sein, wenn die Uhr einen Tag durchhält.

In der Suunto 7 ist zwar ein Qualkomm SnapDragon 3100 Prozessor verbaut, der hinsichtlich Energieverbrauch recht sparsam ist, ob damit aber die zwei Tage Akkulaufzeit erreicht werden, muss man abwarten.

In diesem Zusammenhang auch sehr interessant ist die Tatsache, daß Suunto den im Prozessor verbauten GPS-Chipsatz verwendet, während die Mitbewerber wie Garmin oder Polar auf den stromsparenden Sony-Chipsatz setzt.

Langfristig gesehen muss sich Suunto und Google in Sachen Akkulaufzeit auf jeden Fall was einfallen lassen, denn selbst wenn die angekündigten zwei Tage erreicht werden, wird das vielen Nutzern einfach zu wenig sein.

 

Neue Sensortechnik als große Unbekannte

Bisher kamen bei Suunto Sportuhren die HR-Sensoren von Valencell und einige Algorithmen von Firstbeat, die Beide brachenweit einen sehr guten Ruf genießen, zum Einsatz. Bei der neuen Suunto 7 verwendet man jedoch einen Sensor von PixArt und die Algorithmen von LifeQ.

DC Rainmaker vermutet, daß besonders bei den bisherigen größeren Modellen das Gewicht zu Problemen bei der HR-Messung führten.

Jedenfalls hat man sich mit PixArt und LifeQ für zwei recht unbekannte Anbieter entschieden und man darf gespannt sein, wie sich dieser Wechsel auf die HR-Messung und andere Trainingsfunktionen auswirken wird.

Suunto App und Brustgurt vorläufig nicht möglich

Weitere Neuerungen, die sicher nicht Allen gefallen werden, ist die eingeschränkte Verwendung der Suunto App.

Alle 24/7 Metriken wie Schritte, Herzfrequenz und Ähnliches sind anfänglich nur in der Google Fit App einsehbar, weil momentan die Suunto 7 mit der Suunto App nicht verbunden werden kann. Trainingseinheiten können aber in die App importiert werden.

Auch ist es aktuell nicht möglich einen Brustgurt mit der Uhr zu verbinden, sodaß man ausschließlich auf die optische HF-Messung angewiesen ist.

Es ist aber zu erwarten, daß diese beiden Probleme im Zuge eines späteren Updates noch gelöst werden.

Suunto 7 Technische Daten

  • Gewicht: 70 g
  • Abmessungen: Durchmesser 50 mm, Höhe 15,3 mm
  • Materialien: Lünette aus Edelstahl, Gehäuse aus glasfaserverstärktem Polyamid
  • Armband: 24 mm aus Silikon / Leder / Textil, auswechselbar
  • Anzeige: 1,39-Zoll-AMOLED-Vollfarbdisplay (454 Pixel breit, kreisförmig), 1000 Nits im Boost, 300 N,
  • Akkulaufzeit Bis zu 2 Tage Smartwatch, bis zu 12 Stunden GPS, bis zu 8 Stunden mit Musikwiedergabe, bis zu
  • 40 Tage im Nur-Zeit-Modus
  • Ladezeiten: 100 Minuten für eine komplette Akkuladung
  • Wasserdichtigkeit: 50 m
  • GPS-Konnektivität: GPS / GLONASS / GALILEO / QZSS / Beidou
  • Telefon-Konnektivität: Android oder iOS
  • Prozessor: Qualcomm Snapdragon Wear 3100 Plattform
  • Musikspeicher : 8 GB
  • Tasten : Vier physische Tasten + Touchscreen
  • Sensorkonnektivität : Kein
  • Höhenmesser: Barometer-fähiger Höhenmesser
  • Optischer HR-Sensor: Ja, Sensor von Pixart und Algorithmus von LifeQ
    Mikrofon: Ja
  • Vibrationen: Ja
  • Zahlungen: NFC über Google Pay

Fazit

Auf den ersten Blick hat sich Suunto für einen riskanten Weg entschieden, der aber durchaus zum Erfolg führen könnte.

Die neuen Kooperationen mit Google, PixArt und LifeQ können Segen oder Fluch sein. Google muss es endlich schaffen, daß Wear OS weniger Energie verbraucht und damit Akkus nicht nur 24 oder 48 Stunden durchhalten, sondern die brachenüblichen drei bis vier Tage.

Die neuen Sensoren und Algorithmen sollten zuverlässig und präzise arbeiten, denn Sportuhren und Fitness Tracker, die irgendwelche Fantasiewerte liefern gibt es bereits genug.

Und natürlich sollten die hausinternen Probleme wie die eingeschränkte Nutzung der App oder die fehlende Verbindungsmöglichkeit mit externen Sensoren raschest möglich gelöst werden.

Und bevor ich es vergesse, auch in Sachen Preis sollte man baldigst handeln. Warum man für die Uhr rund 480 Euro bezahlen sollte, ist mir ein völliges Rätsel. Ein Kaufpreis deutlich unter 400 Euro wäre wesentlich angemessener.

Sollte das alles tatsächlich klappen, dann wäre der Hersteller mit der Suunto 7 in der Lage eine moderne smarte Sportuhr anzubieten, die den Vergleich mit ihren Mitbewerbern nicht scheuen müsste. Bleibt also nur abzuwarten, wie sich die Sache wirklich weiterentwickeln wird.