Pulsuhr mit Brustgurt oder ohne – was ist besser?

Pulsuhr mit Brustgurt

Soll ich mir eine Pulsuhr mit Brustgurt oder ohne anschaffen? Das ist wahrscheinlich einer der häufigsten Fragen, die von Anfängern und Einsteigern gestellt wird. In diesem Artikel erfährst Du alles über die verschiedenen Methoden der Pulsmessung, über deren Vor- und Nachteile und welche Variante die beste für Dich ist.

Neben dem fast schon unüberschaubaren Angebot an Pulsuhren wird die Auswahl des passenden Modells noch durch die verschiedenen Messmethoden der Herzfrequenz erschwert. Jede dieser Methoden hat seine Vor- und Nachteile und ist für bestimmte Sportarten besonders gut geeignet.  Welche das sind, wird Dir hier gezeigt.

Pulsuhr mit Brustgurt Pulsuhr Herzfrequenzmessung mit Brustgurt

Die Variante Pulsuhr mit Brustgurt ist einerseits die älteste und gleichzeitig die beste Methode zur  Messung der Herzfrequenz.

Da der Sensor mittels Gurt an der Brust und damit sehr nahe am Herzen getragen wird, ist dadurch eine fast EKG-genaue und permanente Messung möglich. Die gemessenen Daten werden in Echtzeit sofort an den Empfänger, der Pulsuhr, weitergeleitet und am Display entsprechend dargestellt. Damit hast Du ständig Kontrolle darüber, ob Du dich im optimalen Pulsbereich befindest und gegebenenfalls Dein Tempo anpassen musst.

Aufgrund des herznahen Messverfahrens und der ständigen Weiterentwicklung können mehrer Modelle zusätzlich auch die Herzfrequenzvariabilität ermitteln. Dieser Wert gewinnt immer mehr an Bedeutung bei der Gestaltung und Intensität eines effizienten Trainings.

Ein häufiger Kritikpunkt bei der Pulsuhr mit Brustgurt ist der Brustgurt selbst. Es wird immer wieder von Fällen berichtet, in denen das Tragen des Gurtes als lästig empfunden wurde bzw. schlecht sitzende Gurte scheuerten oder sogar Wunden verursachten.  Außerdem wird auch die Möglichkeit von Hautinfektionen erwähnt.

Diese Einwände sind jedoch gemäß eigener Erfahrungen nicht ganz nachvollziehbar. Es mag durchaus Einzelfälle geben, in denen Gurte nicht perfekt sitzen oder sogar unbequem sind. Doch legt man den Brustgurt wirklich sorgfältig an, bemerkt ihn schon nach wenigen Minuten Sport nicht mehr.

Auch die Reinigung des Gurtes und damit die Gewährleistung entsprechender Hygiene gestaltet sich denkbar einfach. Wenn man den Brustgurt einmal pro Woche per Hand wäscht und zusätzlich mit einem Desinfektionsmittel behandelt, kann es weder zu Infektionen oder sonstigen Erkrankungen kommen.

Die Pulsuhr mit Brustgurt ist für alle Sportarten geeignet, in denen man besonders aktiv ist und daher einen gut sitzenden Sensor benötigt. Da speziell beim Laufen.

Garmin Fitnessarmband vívofit 2, Schwarz, 010-01407-004

Pulsuhr ohne Brustgurt

Trotzdem wurde oben genannte Kritik von den Herstellern ernst genommen und man entwickelte in den letzten Jahren verschiedenen andere Messmethoden, die einen Brustgurt überflüssig machen. Aktuell werden mit dem einfachen Fingersensor, dem Fingersensor mit optischer Messung und mit der optisch-elektrischen Handgelenksmessung drei weitere Technologien angeboten.

Anfangs wollen wir zwei Varianten der optischen Pulsmessung vorstellen, die sich trotz großer Bemühungen der Hersteller am Markt nie richtig durchgesetzt haben.

Pulsuhr mit Fingersensor

Beurer, einer der großen Hersteller von Pulsuhren, hat diese Technik entwickelt. Dabei wird zur Messung der Finger auf einen Sensor, der sich direkt auf dem Pulsmesser befindet, aufgelegt.

Die Ermittlung der aktuellen Herzfrequenz funktioniert über diese Methode tadellos, doch eben nur im Moment in dem sich der Finger auf dem Sensor befindet. Aufgrund der fehlenden permanenten Überwachung der Herztätigkeit, ist es für Dich als Nutzer sehr schwierig festzustellen, ob Du dich während Deines Trainings auch wirklich immer im optimalen Pulsbereich befindest.

Daher ist die Pulsuhr mit Fingersensor nur bei Sportarten zu empfehlen, bei der eine ständige Messung der Herzfrequenz nicht unbedingt notwendig ist. Nordic Walken ist dazu sicher das beste Beispiel.

Mit der PM 18 hat Beurer sicher das beste Modell mit dieser Messmethode auf den Markt gebracht.

 

Pulsuhr mit Fingersensor optische Messung

Auch in diesem Bereich hat sich wieder Beurer besonders hervorgetan und die obige Technologie noch ein wenig weiterentwickelt. Dabei wurde die größte Schwäche der Fingersensortechnk, nämlich die fehlende permanente Pulsmessung ausgemerzt.

Man kombiniert dabei einen Handschuh, der mit einem Fingersensor ausgestattet ist, mit einer Pulsuhr. Dadurch, daß nun der Finger im ständigen Kontakt mit dem Sensor steht, ist damit eine permanente Messung der Herzfrequenz möglich.

Jedoch werden ähnliche Details wie bei der Pulshr mit Brustgurt kritisiert. Das Tragen eines Handschuhs wird als lästig empfunden und wieder werden hygienische Bedenken geäußert.

Pulsuhr mit HandgelenksmessungSportuhr mit optischer Pulsmessung am Handgelenk

Diese Messmethode wurde erst vor wenigen Jahren am Markt eingeführt, und anfänglich von Experten und Nutzern sehr kritisch betrachtet. Man bezweifelte die Genauigkeit der Messung und dieser Verdacht bestätigte sich auch bereits in den ersten Tests und Studien.

Führende Hersteller wie Fitbit, Polar und Garmin entwickelten jedoch die optische Pulsmessung technisch weiter, wodurch sie heute eine ernstzunehmende und sehr beliebte Alternative zur Brustgurtmessung ist.

Bei dieser Variante wird die Pulsuhr an der Rückseite mit mindestens zwei LED-Leuchten ausgestattet. Diese beiden Lämpchen sollen dabei die Adern unter der Haut durchleuchten. Gemessen werden die Durchsichtigkeit und Veränderungen der Adern, die durch jeden Herzschlag verursacht werden., woraus die Herzfrequenz abgeleitet wird.

Mio Alpha, ebenfalls ein bekannter Pulsuhren-Hersteller, war Entwickler dieser neuen Messtechnik und hat mit den Modellen Mio Alpha 2, Mio Fuse und Mio Link schon drei Pulsuhren mit Handgelenksmessung auf den Markt gebracht.

 

Messunterschied gar nicht so groß

Wie bereits erwähntwaren sich Experten noch vor Kurzem darüber einig, daß die Messmethode mittels Brustgurt die deutlich präziseren und besseren Werte lieferte. In der Zwischenzeit wurde die Messung am Handgelenk technisch weiterentwickelt, wodurch die Unterschiede in den Ergebnisse wesentlich geringer ausfallen

Das beweist auch ein interessantes Experiment von Epson in dem die Messergebnisse von einem EKG, einem Brustgurt, einer Epson SF810 und einer weiteren Sportuhr mit integrierter Pulsmessung verglichen wurden.

Das Ergebniss war mehr als überraschend. Natürlich lieferte das EKG den Referenzwert. Die Herzfrequenz wurde durch den Brustgurt mit einer Genauigkeit von 95,3%, von der Epson mit 95% und von der Sportuhr mit 93,3% ermittelt. Wenn man die Epson aus Gründen der Objektivität nicht berücksichtigt, ist die Messung mit einem Brustgurt nur um 2% besser als die der integrierte Pulsmessung. 

Mehr Information zu dieser Vergleichsstudie und zur Funktionsweise der optischen Pulsmessung findest Du in unserem neuen Artikel Wie genau ist die optische Pulsmessung.

 

Fazit

Es ist für uns Sportler und Konsumenten sehr erfreulich, daß in den letzten Jahren verschiedene Messmethoden entwickelt und auf den Markt gebracht wurde. Jede Methode hat seine Vor- und Nachteile und nur Du selbst kannst für Dich herausfinden, welche am Besten zu Dir passt.

Ambitionierte Sportler mit ehrgeizigen Trainingszielen, die auf eine präzise Messung und detaillierte Auswertung ihrer Trainingseinheiten großen Wert legen, sollten eine Pulsuhr mit Brustgurt verwenden.

Hobbysportler hingegen, die aus Freude an der Bewegung Sport betreiben und Ihrem Körper etwas Gutes tun wollen, können vertrauensvoll auch eine Pulsuhr mit Handgelenksmessung verwenden.

Bildquelle: Flickr GrejGuide.dk

Für diesen Beitrag sind die Kommentare geschlossen.