Amazfit Verge Test – Viel Smartwatch um wenig Geld

Mit der Amazfit Verge von Huami ist eine Smartwatch für Sport und Fitness seit Kurzem auf dem Markt, die mit einer großzügiger Ausstattung und einem attraktiven Preis zu überzeugen weiß.

Der chinesische Hersteller Huami ist branchenintern kein Unbekannter. Immerhin ist er bereits schon seit Jahren Partner von Xiaomi und dabei unter anderem zuständig für die Entwicklung und Herstellung des “ Mi Band“.

Doch seit rund einem Jahr sorgt Huami mit der Eigenmarke Amazfit für mächtig viel Gesprächsstoff, umfasst doch die Produktlinie bisher die Modelle Bip, Pace und Stratos, die bisher allesamt überzeugen konnten.

Seit Beginn dieses Jahres ist im deutschsprachigen Raum mit der Amazfit Verge das neueste Gerät des Herstellers erhältlich.

Amazfit Verge - Spezifikationen
  • Abmessungen: 43 x 43 1,26 cm
  • Gewicht: 46 Gramm
  • Armband: 70 + 113 mm
  • Farben: schwarz, grau, blau
  • Sensoren: Herzfrequenz, Beschleunigungsmesser, Gyroskop, Luftdruck, Kompass, Umgebungslicht, GPS
  • Wasserdicht: IP68 zum Schwimmen geeignet
  • Akkulaufzeit: bis zu 5 Tage
  • Display: 1,3″ AMOLED, Auflösung 360 x 360
  • CPU: 1,2 GHz Dual Core
  • Speicher: RAM 512, Flash 4 GB
  • Kompatibel: Android 4.4 oder iOS 9.0 und höher
  • Funktionen: Herzfrequenzmessung, Aktivitätstracking, Streckenmessung GPS, Kalorienverbrauch, Schlafüberwachung, Smart Notifications, Musikplayer, Telefonfunktion,

Amazfit Verge Design

Geliefert wurde die Amazfit Verge in einer quadratischen schwarz-weißen Box. Der Lieferumfang umfasst natürlich die Uhr selbst, eine kurze Bedienungsanleitung in mehreren Sprachen und die Ladeschale.

Ich muss zugeben, daß ich auf den ersten Blick ein wenig irritiert war. Die Verge wurde komplett aus Polycarbonat, also besseres Plastik, angefertigt und das merkt man sofort. Dazu kommt ein werkseitig installiertes Watchface, das sehr unübersichtlich ist. Erfreulicherweise wird aber in der App eine große Auswahl an unterschiedlichen Ziffernblätter angeboten.

Im Vergleich zu anderen eleganten Smartwatches,  die ich in den letzten Monaten getestet habe, macht die Amazfit Verge zwar einen sportlichen aber nicht unbedingt hochwertigen Eindruck.

Aber Design ist auch immer eine Geschmacksfrage und da gab es noch eine Menge innere Werte, auf die ich sehr neugierig war. Der Vollständigkeit halber sei hier aber trotzdem noch erwähnt, daß die Verge in den Farben schwarz, schattengrau und rot erhältlich ist.





Amazfit Verge – Technische Ausstattung

Eine Übersicht zu allen wichtigen Spezifikationen findest Du gleich am Beginn des Berichts. An dieser Stelle möchte ich besonders den AMOLED-Display erwähnen, das unabhängig von den Lichtverhältnissen sehr gut ablesbar ist, und mit einer brillianten Darstellung und intensiven Farben begeistert. Das 1,3 Zoll große Display löst mit 360×360 Pixel auf und wird durch ein Gorilla Glas geschützt, womit der kleine Bildschirm dem aktuellen technischen Stand voll und ganz entspricht.

Im Gehäuse, das im Durchmesser 43 mm groß und 13 mm dick ist, findet sich Platz für einen optischen Herzfrequenzsensor, Beschleunigungsmesser, Gyroskop, integriertes GPS, Luftdrucksensor und einem Umgebungslichtsensor. Zusätzlich wurde auch noch Mikrophon und ein Lautsprecher verbaut und eine Bluetooth-Schnittstelle gibt es natürlich auch.

Betrieben wird das Gerät durch einen 390mAh Lithium Akku, der laut Hersteller bis zu 5 Tage durchhalten und innerhalb von 2 Stunden aufgeladen sein soll. Natürlich ist die Akkulaufzeit immer von der Nutzungsintensität abhängig:

Ich nutzte die Amazfit Verge 24/7

– permanente Herzfrequenzmessung
– jeden zweiten Tag 1 Stunde Training mit GPS
– 15-20 Mitteilung täglich

Dabei schaffte die Amazfit Verge die angegebene Laufzeit von 5 Tagen locker.

Etwas lästig ist die mitgelieferte Ladeschale. Einerseits weil man die Uhr in die Schale mit ein deutlichen Nachdruck hinheinpressen bzw. auch herauslösen muss. Andererseits liegt die Uhr in der Schale niemals stabil, sondern rollt immer einer wenig herum, was mich manchmal recht nervös machte.

Amazfit Verge – Aktivitätstracking

Als Fitness Tracker bietet die Verge mit Schrittzählung, Kalorienverbrauch und Schlafüberwachung alle üblichen Standardfunktionen. Dazu kommt noch ein Etagenzähler, eine automatische Aktivitätserkennung und eine Bewegungserinnerung bei längeren passiven Phasen.

Grundsätzlich werden die Aktivitäten zuverlässig aufgezeichnet, auch wenn der Etagenzähler teilweise komplett ausfällt oder zuviele Stockwerke protokolliert. Schade finde ich, daß nur der aktive Kalorienverbrauch angegeben wird, und der Grundumsatz überhaupt keine Berücksichtigung findet.

Sehr gelungen ist jedoch die graphisch aufwändige Aufbereitung der Aktivitätsdaten direkt auf der Uhr.

Amazfit Verge – Sport und Fitness

Natürlich lässt sich die Verge auch beim Sport einsetzen. Zu diesem Zweck sind insgesamt 12 Sportprofile bereits vorinstalliert, wobei beliebte Sportarten wie Laufen, Radfahren oder Crosstrainer ebenfalls mit dabei sind. Leider hat man es verabsäumt auch ein Profil für Krafttraining zu hinterlegen.

Das einzelne Profil lässt sich hinsichtlich der gewünschten Datenfelder individuell konfigurieren ( siehe Bild Sportprofil Laufen). Diese Felder werden dann auf maximal 3 Datenseiten dargestellt.

Hinweis

Achte darauf, daß die für Dich wichtigsten Werte gleich auf der ersten Datenseite zu finden sind, da während einer Aktivität der Display automatisch gesperrt wird. Solltest Du also bestimmte Werte auf der zweiten oder dritten Datenseite suchen, musst Du die Uhr während deines Trainings zuerst entsperren und dann durch die Seiten scrollen.

Zusätzlich kannst Du direkt auf der Uhr noch verschiedene Trainingsziele und Alarme einstellen und ob die Uhr bei Pausen, zum Beispiel bei einer roten Ampel, die Messung vorübergehend unterbrechen soll ( Auto Pause )

Bei Outdoor Sportarten wie Laufen oder Radfahren wird das GPS automatisch aktiviert. Bei der Suche nach dem Signal wird am Bildschirmrand ein rote Fortschrittanzeige eingeblendet, die im Uhrzeigersinn aufgefüllt wird. Ist die Anzeige vollständig, wird das Antennensymbol eingeblendet, die Uhr vibriert kurz und die GPS Verbindung ist aktiv.

Beim ersten Mal kann der Verbindungsaufbau bis zu zwei Minuten dauern, danach steht das GPS Signal innerhalb weniger Sekunden.

Amazfit Verge – Pulsmessung und GPS

Um die Messgenauigkeit bei Herzfrequenz und GPS zu testen habe ich mit der Verge auch einen Trainingslauf absolviert. Als Vergleichs- und Referenzgerät verwendete ich die Polar Vantage M, die bei mir schon seit rund einem halben Jahr permanent im Einsatz ist und dabei absolut zuverlässige und präzise Messwerte liefert.

Mein Trainingslauf führte mich über meine übliche Standardstrecke von 8 KM, die fast eben ist und die ich in gleichmäßigen Tempo zurücklegte. Dabei wurden von den Uhren folgende Werte aufgezeichnet.

Amazfit Verge Polar Vantage M
gemessene Strecke 7,88KM 7,93 KM
durchschnittl. HF 149 BPM 143 BPM
maximale HF 173 BPM 169 BPM

Insgesamt haben mich die Messdaten der Amazfit Verge im Vergleich zur Polar Vantage M aufgrund der Genauigkeit doch sehr überrascht, da ich deutlich schlechtere Ergebnisse erwartet habe. Eine Differenz von sechs Schlägen in der durchschnittlichen Herzfrequenz ist zwar nicht gut aber auf jeden Fall noch in einem tolerierbaren Maß.

Am letzten Kilometer habe ich das Tempo mehr oder weniger deutlich gedrosselt, was bei der Polar Vantage M an der sinkenden Herzfrequenz klar erkennbar ist. Hingegen zeigt das Diagramm der Amazfit Verge keine fallende Kurve. Warum das so ist, kann ich nicht sagen. Dazu wären weitere Trainingsläufe notwendig.

Auch die Streckenmessung mittels GPS funktionierte tadellos. Die kleine Differenz zur Polar ist vernachlässigbar und hat nur geringe Auswirkungen auf die anderen Trainingsdaten.

Als Sportuhr war die Verge für mich eine wirklich sehr positive Überraschung. Die gelieferten Werte sind insgesamt genau und nachvollziehbar. Die Möglichkeit Datenfelder ganz nach eigenen Vorstellungen zu konfigurieren und Berücksichtigung einer Autostopp-Funktion gefällt mir sehr. Ebenfalls erwähnenswert ist, daß das Modell auch mit einem Brustgurt verbunden werden kann, was die Qualität der HF-Messung noch erhöht.

Damit gehört die Amazfit Verge zu den wenigen Smartwatches, die ich als Sportuhr auf jeden Fall empfehlen würde.

Nachsatz – Bemerkenswert finde ich die in der App aufwändige graphische Aufbereitung der Trainingsdaten.





Amazfit Verge – smarte Funktionen

Die Amazfit Verge ist eine Smartwatch und daher auch mit entsprechenden schlauen Features ausgestattet. Dazu gehören

– Smart Notifications zu bevorstehenden Terminen, eingehenden Nachrichten und Mitteilungen
– Telefonfunktion
– Musikplayer

Welche Benachrichtungen ( Soziale Netzwerke, Messenger Dienste oder Applikationen) Du erhalten möchtest, kannst Du direkt in der Amazfit App einstellen.

Aufgrund des verbauten Mikrophons und Lautsprechers ist es auch möglich, bei aufrechter Bluetooth Verbindung mit dem Smartphone, direkt auf der Uhr zu telefonieren. Zu meiner Überraschung klappte das auch sehr gut, solange man sich in einer ruhigen Umgebung befindet. Auf einer gut befahrenen Strasse wird ein Telefonat jedoch sehr schwierig.

Eine ebenfalls sehr attraktive Funktion ist der integrierte Musikplayer. Dafür stehen Dir 2 GB Speicherplatz für Deine Lieblingssongs und Playlists zur Verfügung. Die gewüschten Musiktitel musst Du über die App im entsprechenden Ordner abspeichern und dann die Uhr synchronisieren.

Spotify oder Deezer lassen sich auf der Uhr leider nicht nutzen. Jedoch ist möglich die Apps beider Streaming Dienste über die Uhr auf Deinem Smartphone zu steuern.

Amazfit Verge Test – Mein Fazit

Die Amazfit Verge ist für mich eine gelungene Allrounder – Smartwatch, die sowohl im Alltag wie auch beim Sport eine wirklich gute Figur macht.

Der sehr gute Display, die tolle technische Ausstattung und die breite Palette an nützlichen Features sind neben dem günstigen Preis überzeugende Argumente, die für die Verge sprechen.

Besonders als Sportuhr hat mich die Amazfit Smartwatch überzeugt. Die Messwerte sind zwar nicht perfekt, aber zumindest so präzise, daß auch ambitionierte Hobbysportler zufrieden sein werden.

Sicher gibt es ein paar Details, die man besser machen könnte. Der Etagenzähler liefert größtenteils falsche Werte, die automatisch aktive Displaysperre bei der Trainingsaufzeichnung nervt und die Ladeschale ist überhaupt ein völliger Fehlschlag.

Doch das alles sind für mich eben nur kleine Details, die mein sehr positives Gesamtbild, das ich von der Amazfit Verge habe nicht trüben können.

Huami AMAZFIT Verge Bluetooth Fitness Smartwatch (Shadow Grey)
  • Nur 46 Gramm leicht und 1,3 Zoll großes AMOLED High Definition Display
  • 1,2 GHz Dual-Core Prozessor, 512 MB RAM sowie 4 GB ROM
  • 11 unterschiedliche Sportmodi
  • Unterstützt Bluetooth 4.2 und WLAN
  • Akku mit 370 mAh Kapazität - in 2.5 Stunden vollständig aufgeladen - 5 Tage Akkulaufzeit

Letzte Aktualisierung am 16.06.2019 / Affiliate Links / Bilder von der Amazon Product Advertising API

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