Amazfit Stratos 3 Test – Die Smartwatch für Sport und Freizeit

Mit der Amazfit Stratos 3 ist nun endlich die dritte Version der sportlichen Smartwatch erhältlich und ob die Uhr was taugt, habe ich mir in einem ausführlichen Test näher angesehen.

Disclamer

Das getestete Modell wurde mir weder durch den Hersteller noch durch einen Händler zur Verfügung gestellt, sondern von mir auf eigene Kosten gekauft. Damit wurde dieser Testbericht ohne Auflagen und Bedingungen verfasst und dokumentiert ungefiltert meine persönlichen Erfahrungen und Meinungen

Technische Daten

  • Durchmesser: 48,6 mm
  • Dicke: 13,4 mm
  • Gewicht: 40,4 Gramm ( ohne Armband)
  • Armband: 120mm x 22mm
  • Display: 1,34″ MIP-Transfelxions-TFT 320 x 320
  • wasserdicht bis 50 Meter
  • Verbindung: Bluetooth 4.2, Wifi
  • Akkulaufzeit: Smart Modus bis 7 Tage, Ultra Modus bis 14 Tage
  • Sensoren: optisch-elektrische Pulssensoren, Beschleunigungssensoren
    Erdmagentsensor, Luftdrucksensor, GPS

Amazfit hat in den letzen Monaten mit der Vorstellung einiger neuer Modelle für großes Aufsehen gesorgt. Mit dabei war auch die aktuelle Variante der Stratos, die in die Kategorie Smartwatch für Sport und Fitness eingereiht werden kann. Da ich bisher noch keine Gelegenheit hatte, eines der Vorgängermodelle zu testen, war ich natürlich gespannt was die 3er Version zu bieten hat.

Amazfit Stratos 3 – Design und Display

Amazfit Stratos 3 Unpacked

Wie immer bei modernen Smartwatches hat man sich auch bei der Amazfit Stratos 3 für das runde Uhrendesign entschieden. Das Gehäuse wurde hauptsächlich aus Metall und Polycarbonat angefertigt und macht dabei einen wertigen und soliden Eindruck.

Was beim erstmaligen Anlegen sofort auffällt ist das doch etwas höhere Gewicht und die überdurchschnittliche Dicke des Gerätes. Überraschenderweise kann ich aber nicht behaupten, daß sich diese beiden Faktoren irgendwie negativ auf das Tragegefühl auswirken würden.

Ebenfalls auffällig ist die breite Lünette, also der Rahmen der Uhr, die zu Lasten der Displaygröße geht.

Ansich habe ich mit MIP-Transfelxions-TFT – Displays recht gute Erfahrungen gemacht. Immerhin wird diese Technologie auch bei den meisten Garmin Uhren eingesetzt und sorgt dafür, daß selbst bei direkter Sonneneinstrahlung der kleine Bildschirm gut ablesbar ist. Jedoch gibt es auch Nachteile. So wirkt die gesamte Wiedergabe am Display ein wenig unscharf und Farben sind meist stumpf und blass. Das gilt leider auch für den Amazfit Stratos Display und hier ganz besonders für die verschiedenen vorinstallierten Watchfaces und den Icons im Hauptmenü.

 

Bedienung und Handhabung

Um die Uhr erstmalig zu aktivieren, muss diese an das Ladekabel angeschlossen werden. Da ich eine Global Version habe, musste ich die Uhr zuerst auf englische Sprache einstellen und die ersten Konfigurationen vornehmen. Sobald Du aber die Amazfit App auf dem Smartphone installiert hast und die erste Synchronisation durchführst, wird mittels Update sofort das Sprachpaket “Deutsch” auf die Uhr geladen.

Die Stratos 3 ist mit einem Touch-Display und insgesamt vier Tasten ( siehe oben ) auf der rechten Seite ausgestattet.

Wischt Du nach unten, kommst Du in ein Menü, in dem Du eine Reihe wichtiger Einstellungen vornehmen kannst. Scrollst Du ausgehend vom Startbildschirm nach links, rufst Du damit das Hauptmenü mit allen verfügbaren Funktionen auf. Einmal nach links wischen und Du bist im Nachrichtenordner und durch eine Bewegung nach oben werden einzelne Funktionen wie Dein aktueller Aktivitätsstatus, die letzte Trainingseinheit, der Musikplayer oder das Wetter angezeigt.

Mit der oberen Taste rufst Du die Sportprofile auf und die untere Taste ist mit der “Back”-Funktion belegt. Die beiden mittleren Tasten sind zum Scrollen in Menüs und Funktionen vorgesehen, wobei ich diese beiden Knöpfe selten verwendet habe.

Insgesamt lässt sich die Stratos sehr einfach bedienen und obwohl kein Benutzerhandbuch vorhanden ist, wirst Du Dich in kurzer Zeit auf der Uhr zurecht finden.

Akkulaufzeit

Amazfit Stratos 3 Akkulaufzeit
Amazfit Stratos 3 mit Ladeschale

Die Amazfit Stratos 3 wird mit einer Art Ladeschale geliefert, die mit insgesamt 4 magnetischen Ladepins ausgestattet ist, wodurch die Uhr während dem Aufladen stabil mit der Schale verbunden ist. Aufgeladen ist die Smartwatch in rund 90 Minuten.

Die Stratos bietet zwei verschiedene Modi an. Einerseits den Smart Modus, der laut Hersteller einer Akkulaufzeit von rund 7 Tagen ermöglicht und andererseits den Ultra Modus, in dem Uhr rund 14 Tage durchhält aber nur noch einige wenige Basisfunktionen verwendbar sind.

Ich selbst habe die Uhr 1 Woche lang permanent getragen und dabei wie folgt verwendet

– 24/7 Pulsmessung
– 3 Laufeinheiten mit Puls und GPS a`1 Stunde
– Smart Notification aktiviert
– Smart Modus aktivert
– Display Helligkeit auf Stufe 3

Bei dieser Nutzung hielt der Akku rund 4,5 Tage durch, was zwar nicht ganz ein Spitzenwert ist, aber noch immer zufriedenstellend.

Aktivitätstracking

In Sachen Aktivitätstracking bieten die Amazfit Stratos 3 keine große Überraschungen an. Neben den üblichen Basisfunktionen Schritte, Distanz, Kalorienverbrauch und Schlafüberwachung wird natürlich auch eine permanente Pulsmessung angeboten. Dazu gibt es noch einen Etagenzähler und einen Inaktivitätsalarm, der dann aktiviert wird, wenn Phasen in denen Du zum Beispiel nur sitzt zu lange andauern.

Sowohl auf der Uhr wie auch in der App findest Du genaue Informationen zu Deinen Aktivitäten.

 

 

 

Apropos Amazfit App – Auch was das Thema angeht musss ich ein klein bisschen Kritik üben. Die Applikation ist insgesamt recht gut. Es werden alle relevanten Informationem, Daten und Leistungswerte angeboten, die man als Nutzer so braucht. Jedoch nicht in dieser übersichtlichen und graphisch ansprechenden Art und Weise, wie es bei Apps anderer Hersteller der Fall ist. Aber das ist wie so oft persönliche Geschmackssache.

Nachsatz: Ein genauerer Blick in die Applikation, zeigt, daß man offenbar auch die Stratos 3 in Zukunft mit einer EKG Messung ausstatten möchte. Zumindest ist die Funktion in der App schon zu finden.

Sport und Fitness

Wie schon eingangs erwähnt ist die Amazfit Stratos 3 eine sehr sportliche Smartwatch und entsprechend großzügig ist die dazugehörige Funktionspalette. Das lässt sich bereits an den 19 angebotenen Sportprofilen erkennen

  • Laufen
  • Gehen
  • Radfahren
  • Beckenschwimmen
  • Freiwasser
  • Laufband
  • Radfahren indoor
  • Crosstrainer
  • Rudern
  • Fitness allgemein
  • Wandern
  • Bergsteigen
  • Trailrun
  • Triathlon
  • Skifahren
  • Tennis
  • Fußball
  • Multisport
  • Seilspringen

Wie immer bei meinen Testberichten konzentriere ich mich dabei auf das Laufen und habe mir dabei die vorhandenen Funktionen angesehen.

Das dazugehörige Profil wird über die obere rechte Taste aufgerufen. Ist das Sportprofil aktiviert, wird sofort mit der Suche nach dem GPS Signal begonnen. Kann es beim ersten Mal noch bis zu einer Minute dauern, bis eine stabile Signalverbindung etabliert ist, steht das GPS bei weiteren Verwendungen schon nach wenigen Sekunden zur Verfügung.

Voraussetzung dafür ist jedoch eine regelmäßige Synchronisation mit der App, da dabei die A-GPS Daten aktualisiert werden, wodurch eine schnelle Verbindung gewährleistet ist.

Im Sportprofil werden noch weitere Zusatzfunktionen angeboten. So gibt es die Möglichkeit einen bestimmten Trainingseffekt festzulegen. Zur Auswahl stehen dabei

  • Einfache Fettverbrennung
  • Ausdauertraining
  • Moderate Fettverbrennung
  • Körperperformendes Ausdauertraining
  • Ausdauer verbessern
  • Intensives Ausdauertraining
  • Extremes Ausdauertraining

Abhängig für welches Aktivitätsziel Du Dich entschieden hast, wirst Du beim Unter- oder Überschreiten bestimmter Pulswerte mittels Alarmfunktion darauf aufmerksam gemacht.

Weitere Aktivitätsziele wären noch Distanz, Dauer oder Kalorien.

Außerdem gibt es noch einen Lauftrainer, der Dir aufgrund der bisher aufgezeichneten Leistungswerte ein individuelles Training vorschlägt. Zusätzlich ist auch noch möglich ein Intervalltraining zu absolvieren.

Unter dem Menüpunkt Einstellungen kannst Du diverse Konfigurationen zur Displayanzeige vornehmen. So entscheidest Du welche Daten angezeigt werden soll, ob Du Puls- oder Tempowarnungen erhalten möchtest, oder ob automatische Runden aufgezeichnet werden sollen.

Wichtiger Hinweis: Unter “Zubehör” ist es möglich, die Amazfit Stratos 3 mit einem Brustgurt zu verbinden.

Wie schon bei den Aktivitäten bekommst Du sowohl auf der Uhr wie auch in der App eine ausführliche Zusammenfassung Deiner Trainingseinheit.

In der App sind auch noch Informationen zu Trainingsbelastung und VO2max einzusehen. An dieser Stelle sollte erwähnt werden, daß diese Leistungswerte in Zusammenarbeit mit Firstbeat, den führenden Hersteller der Sport- und Trainingsanalyse, zur Verfügung gestellt werden.

Um die Trainingsbelastung berechnen zu können, sind mehrere Trainingseinheiten über einen längeren Zeitraum notwendig, daher werde ich Bilder und Informationen, zu einem späteren Zeitpunkt noch nachreichen.

Genauigkeit bei Pulsmessung und GPS

Zu einem ordentlichen Testbericht gehört, daß auch die Genauigkeit der Herfrequenzmessung und Streckenmessung überprüft wird.

Zu diesem Zweck habe ich mehrmals meine übliche 10 Kilometer Runde absolviert. Dabei trug ich die Amazfit Srratos 3 an der linken Hand und als Vergleichsgerät die Polar Ignite, die mit einem Berry King Brustgurt verbunden war. Mit diesem Setup konnte ich die relevanten Daten optimal vergleichen

Amazfit Stratos 3Brustgurt
durchschnittliche HF141140
maximale HF160161

 

Brustgurt blau, Amazfit Stratos 3 grün

Vergleich oHR und Brustgurt

Schön zu erkennen ist, daß die Stratos 3 im Vergleich zu Brustgurt auf Veränderungen der Herzfrequenz immer mit einer kleinen Verzögerung reagiert. Das ist jedoch bei der optischen Pulsmessung völlig normal und stellt beim Ausdauertraining auch kein Problem dar.

Die fast identen Basisdaten und der sehr ähnlichen Diagrammverlauf zeigt, daß es an der Pulsmessung bei der Stratos 3 absolut nichts zu kritisieren gibt.

Brustgurt blau, Amazfit Stratos 3 grün

Genauigkeit der Streckenmessung

Auch bei der Streckenmessung hat die Amazfit Smartwatch sehr gut abgeschnitten. Lediglich an der gekennzeichneten Stelle ist es zu einem deutlichen Unterschied bei der Streckenaufzeichnung gekommen. Wobei ich diese “Fehlmessung” auch bereits bei anderen Uhren beobachtet habe. An dieser Streckenstelle scheint eine nicht näher bekannte Störquelle vorhanden zu sein, die das GPS beeinträchtigt. Ich sollte deshalb endlich meine Laufrunde ändern :-)

Insgesamt kann ich nur sagen, daß die Amazfit Stratos 3 als Sportuhr bzw. Laufuhr einen richtig guten Job macht. Die Messungen sind präzise und zuverlässig, die Trainingsauswertungen aussagekräftig und detailliert und damit bietet das Modell Alles was sich der Freizeitsportler von einem modernen Fitness Tracker erwartet.

GPX Daten Export

Da für viele Nutzer interessant möchte ich an dieser Stelle noch kurz erklären, wie du GPX Daten Deines Trainings leicht exportieren kannst.

Zu diesem Zweck schließt Du Deine Uhr mittels Ladekabel an den PC oder den Laptop an. Sofort erscheint dazu ein eigenes Laufwerk

Im nächsten Schritt scrollst auf der Uhr mehrmals nach unten bis Du bei Deinen Aktivitäten angelangt bist. Dann tippst Du die Aktivität an, die Du exportieren möchtest und wischt zweimal nach links. Dort findest Du den Button “Übertragen” den Du einfach drückst. Du erhältst nach wenigen Sekunden die Meldung, daß die Datei erfolgreich auf deinen PC/ Laptop übertragen wurde.

Im Laufwerk Amazfit Stratos 3 auf Deinen PC/ Laptop findest Du im Ordner “GPXData” die übertragene Datei.

Smarte Funktionen

Da die Stratos auch eine Smartwatch sein möchte, gibt es natürlich auch ein paar schlaue Funktionen. Da sind natürlich die verschiedenen Benachrichtigungen zu eingehenden Anrufen, bevorstehenden Terminen und natürlich Nachrichten und Mitteilungen. Selbstverständlich darf auch eine kleine Wetter-App nicht fehlen.

Ebenfalls mit an Bord ist ein Timer, eine Stoppuhr, diverse Alarmfunktionen, ein Barometer, ein Kompass und eine Telefonsuchfunktion.

Auch ein Musikplayer gehört zur Ausstattung. Dafür steht ein interner 4 GB großer Speicher zur Verfügung, der über die App mit der eigenen Lieblingsmusik beladen werden kann. Schade finde ich, daß die Musiksteuerung nicht mit Spotify oder Deezer kompatibel ist.

Ob diese Ausstattung reicht, um das Modell als Smartwatch zu bezeichnen, muss jeder für sich selbst entscheiden.

Fazit

Die Amazfit Stratos 3 kann im Vergleich zu den Vorgängermodellen aber auch zu den Geräten der Mitbewerber nichts wirklich Neues oder Besonderes anbieten.

Es finden sich auf der Uhr alle wichtigen und modernen Featueres, das Ganze bei einer recht guten Akkuleistung und einem meines Erachtes nur durchschnittlichen Display.

Als Sportuhr hat mich das Modell aber überzeugt. Hier glänzt die Stratos mit präzisen Messungen und einer guten Trainingsauswertung. Und der Freizeitsportler, der keine tiefreichenden Trainingsanalysen benötigt wird mit dem Gerät sicher seine Freude haben.

Insgesamt liegt die Amazfit Stratos 3 im guten Mittelfeld einordnen und ich bin mir sicher, daß das Modell seine Fans finden wird.

Amazfit Stratos 3 Smartwatch mit hochpräzisem GPS, kreisförmiges transflektives Display und 19 Sportmodi für den Profisport (Black)
  • Kundenspezifisches kreisförmiges transflektives 1,34 Zoll MIP-Display, größerer Sichtbereich & gute Lesbarkeit auch bei direkter und heller Sonneneinstrahlung.
  • 70 Stunden durchgehendes GPS mit Sportmodi und einstellbarer Leistung. Durch die Anpassung der GPS-Genauigkeit kann Ihre Route kontinuierlich von 35 bis 70 Stunden verfolgt werden.
  • Die Stratos 3-Serie bietet eine Vielzahl von Sportmodi: 19 Sportmodi, um alle Ihre Bedürfnisse von der Aktivität im Alltag bis zum Profisport zu erfüllen.
  • Die professionelle Trainingsanalyse von Firstbeat liefert verschiedene Leistungsdaten, um Ihr Fitnessniveau zu verbessern und Verletzungen durch übermäßiges Training zu vermeiden.
  • Musikspeicher (ca. 400 Lieder) & eigenständiger Musikplayer für ein Training ohne Handy.

Letzte Aktualisierung am 31.05.2020 / Affiliate Links / Bilder von der Amazon Product Advertising API